Oralisierung und Visualisierung im Fernsehen
Punkt 15: Oralisierung, Visualisierung und Fernsehen
Das Fernsehen ist in der Regel in zwei Situationen zu unterteilen: Eine, in der der Text nur wenige Bilder begreift, sodass wir einen soliden mündlichen Ausdruck herstellen müssen. Und eine andere, in der Bilder, Gesichter oder redaktionelle Nachrichten aus schriftlichen Quellen ohne begleitenden Ton vorliegen und die Mittel für eine passende Visualisierung gesucht werden müssen.
15.1. Oralisierung, Sound und Bildinformationen
Es gibt Neuigkeiten von Agenturen, die ausschließlich aus Bildern bestehen, zu denen es jedoch keinen zugehörigen Text gibt. Hierbei wird die maximale Lautstärke des Originaltons (Atmo) erreicht. Daher muss die Redaktion eine mündliche Ton- und Bildübertragung (Oralisierung) entwickeln, um die volle visuelle Wirkung zu erzielen. Der Reporter steht vor zwei wesentlichen Einschränkungen: der Klärung des Inhalts der Bilder und der Integration des Kerninhalts der Nachricht. Die Basis liegt in der Dauer der Bilder. Der Reporter berücksichtigt die Sound-Ressourcen, um eine Auswahl zu treffen, und beachtet zudem deren Funktionalität in Bezug auf die Bilder, die sie begleiten.
15.1.1. Sound-Funktionalität im Bezug zum Bild
Das Ideal und Ziel aller Fernsehnachrichten ist die Erfassung der Umgebungsgeräusche (Atmo) der Fakten sowie der Aussagen der Akteure und Zeugen. Wenn dies jedoch nicht möglich war und diese Töne dennoch notwendig sind, müssen andere Optionen genutzt werden. Künstliche Klänge, die nicht der Realität entsprechen, sollten vermieden werden. Das gesprochene Wort trägt die konzeptionelle Last, die Universalisierung und die Quantifizierung der Realität. Wenn das Bild verknüpft ist, ist der Ausdruck von der Frame-Dauer, dem Management, der Synchronisation und der rhythmischen Kadenz abhängig. Die Information synthetisiert den Sachverhalt und das spezifische Bild. Der mündliche Ausdruck enthält die klanglichen Merkmale der Berichterstattung. Der Betrachter nimmt diese durch die Vermittlung von Intensität, Ton, Klang und Dauer wahr. Wenn die Bilder mit Surround-Sound geliefert werden, hat dies einen wertvollen empfehlenden Charakter. So könnten die Stimmen der Akteure und Zeugen sowie die Musik eingebunden werden. Bilder transportieren mehr Emotionen und Gefühle und bringen eine gewisse Subjektivität mit sich. Sie können auch andere Funktionen wie Verstärkung, Betonung, Atmosphäre usw. erfüllen. Aus diesen Gründen ist Musik in den Nachrichten nicht ausgeschlossen, da sie ein integraler Bestandteil der Realität sein kann. Musik erscheint in rein funktionaler Form in Situationen wie dem Vorspann eines Programms, als Hintergrund für Schlagzeilen zur Differenzierung ihrer Entwicklung oder bei Übergängen zu anderen Blöcken, die mit einer umfassenden Visualisierung verbunden sind. Bilder sind in der Regel von Umgebungsgeräuschen begleitet – den Zeugen der akustischen Umwelt. Sie sind Teil der Realität und ein integraler Bestandteil der Information. Auch das Schweigen hat einen eigenen ausdrucksstarken Wert. Es unterstreicht die Wirkung der Bilder und ermöglicht die Konzentration allein auf sie.
Es handelt sich um mehr oder weniger lange Pausen, die sich aus den globalen expressiven Bedürfnissen der jeweiligen Pressemitteilung ergeben. Die Klänge werden auf bestimmten Ebenen zusammengeführt. Einerseits hebt sich jede Sound-Komponente von den anderen ab: Das Sprechen steht im Vordergrund, während Hintergrundgeräusche im Hintergrund bleiben. Andererseits wird der Geräuschpegel im Verhältnis zu den Bildebenen angepasst. Der Geräuschpegel des Ausdrucks steht im Vordergrund, unabhängig von der Größe der Bilder. Die Tonmontage hat ihre eigene Entwicklung. Es besteht eine kontinuierliche Diskrepanz zwischen dem Wechsel der visuellen Ebene und dem Wechsel des Tons. Die Montage hat ihre eigene visuelle Sequenz. Die Schnitte werden nicht durch die Kameraeinstellungen (Ebenen) verursacht, sondern durch die Szenen und Situationen. Die mündliche Ausdrucksfähigkeit betrifft den Sachverhalt einer Situation mit derselben Stimme und demselben Tonpegel, während in den Bildern die Einstellungen je nach den verschiedenen Blickwinkeln variieren. Zum Abschluss einer Situation und beim Übergang zur Beschreibung eines anderen Aspekts der Geschichte fällt der Wechsel in der Regel mit beiden Arten von Ebenen zusammen. Der Soundtrack setzt seine Sequenzierung durch die Montage fort, besitzt jedoch keine vollständige Autonomie. Es besteht eine kontinuierliche Interaktion mit den aufeinanderfolgenden Bildern, um die Verknüpfungen von Synchronität oder Asynchronität herzustellen, die im nächsten Kapitel diskutiert werden.
15.1.2. Sprechen zu Bildern: Spezifische Techniken
Erstens müssen die Bilder betrachtet und analysiert werden. Es ist immer besser, die Bilder vorab zu sehen, selbst wenn nur wenig Zeit für die Entwicklung einer mündlichen Version bleibt. Die Betrachtung hilft dabei, die Reihenfolge, Dauer, den Rhythmus und das Tempo einzuschätzen, um den mündlichen Ausdruck entsprechend anzupassen. Leider wird oft ein Text verfasst, ohne die Bilder zu kennen. Dennoch ist es notwendig, genau zu wissen, welche Bilder zur Verfügung stehen werden. Die Bilder können die Redaktion in verschiedenen Formen erreichen:
- Stummfilme: Dies ist der Status bei der Aufzeichnung von Vorträgen, Demonstrationen oder Kundgebungen, bei denen keine Tonaufnahme vorgesehen ist. Wenn diese Bilder montiert werden, muss ein mündlicher Ausdruck hinzugefügt werden.
- Dreharbeiten mit Originalton oder Kommentaren: Diese Filme haben bereits einen Text. Daher muss der Kommentar so gestaltet werden, dass verschiedene Optionen genutzt werden können: Entweder man senkt die Umgebungsgeräusche und nutzt sie als Hintergrund, oder man unterbricht den Originalton für einige Sekunden, um die Bilder komplett zu kommentieren. Man muss auch Raum für Stille lassen, in der kein mündlicher Ausdruck zu hören ist, sondern nur das Geräusch.
- Dreharbeiten mit Originaltext: Manchmal enthält das Material bereits den Kommentar des Sprechers im Original oder Bild und Ton liegen in einer anderen Sprache vor. Hierfür gibt es mehrere Lösungen:
1. Schriftliche Übersetzung (Untertitel) auf dem Bildschirm und Originalton für Fremdsprachen (außer Spanisch/Kastilisch).
2. Mündliche Übersetzung aus dem Off für Fremdsprachen, falls kein Sprecher der jeweiligen Gemeinschaftssprache vorhanden ist. Dies ist die gängige Lösung.