Der Mensch als soziales Wesen: Natur und Kultur
Der Mensch: Ein soziales Wesen
Menschsein bedeutet, unter Menschen zu sein. Was uns „menschlich“ macht, ist die Beziehung zu anderen, zu unseren Mitmenschen. Wir werden in eine Gemeinschaft hineingeboren und übernehmen deren Bräuche, Sprache und Regeln. Mit zunehmendem Alter identifizieren wir uns mit den Menschen in unserem Umfeld. Laut Sigmund Freud ist Identifizierung „die früheste Äußerung einer affektiven Bindung an eine andere Person“.
Biologische Grundlagen und Abhängigkeit
Aus biologischer Sicht ist der Mensch das schwächste Tier. Die menschliche Kindheit ist deutlich länger als die der meisten Tiere, weshalb wir auf andere angewiesen sind, um zu überleben.
Natur und Kultur
Der Mensch ist ein Natur- und Kulturwesen. Um sich zu schützen und zu überleben, musste er seine Intelligenz weiterentwickeln und sich in Gruppen organisieren. In diesem Prozess entwickelte er etwas, das ihn grundlegend von Tieren unterscheidet: die Kommunikation über Symbole.
- Der Mensch nutzt eine komplexe Sprache, um sich auszudrücken, zu drohen oder Versprechen zu geben.
- Durch diese Entwicklung ist der Mensch vom reinen Naturwesen zum kulturellen Wesen geworden.
- Wir reagieren auf kulturelle Codes, die wir erlernen.
Sprachen können erlernt und übersetzt werden. Auch wenn Sprachen wie Japanisch und Spanisch völlig unterschiedlich strukturiert sind, ist keine Sprache „fremd“, da sie grundsätzlich übersetzbar bleibt.
Individualität und Gemeinsamkeiten
Trotz der Gemeinsamkeiten zwischen Menschen besitzt jeder Einzelne Eigenschaften, die ihn von anderen unterscheiden – sei es durch das Gesicht, die Stimme, körperliche Merkmale oder die Persönlichkeit. Niemand ist identisch mit einem anderen, da jeder Mensch die Freiheit hat, seine eigene Persönlichkeit zu entwickeln und einen individuellen Lebensstil zu wählen.
Dennoch gibt es wesentliche Gemeinsamkeiten:
- Wir sind uns einig, dass bestimmte Verhaltensweisen gut oder schlecht sind.
- Wir brauchen einander, da jedes Leben einen Sinn hat.
- Wir sind fähig zur Empathie: Wir können uns in die Lage eines anderen versetzen, ihn als Person behandeln und als solche anerkennen.