Struktur und Typen Argumentativer Texte: Leitfaden zur Überzeugung
Argumentative Texte: Definition und Zweck
Argumentative Texte sind solche, bei denen der Emittent (Verfasser) seine subjektive Sicht auf ein Thema darlegt und den Leser mittels Argumenten von seiner Position überzeugen möchte. Beispiele hierfür sind Stellungnahmen in Zeitungen oder wissenschaftliche Artikel, die eine Hypothese beweisen sollen. Es sind Texte, in denen der Verfasser durch eine logische Argumentation die Gültigkeit seiner Idee zu einem Thema aufzeigt. Argumentierbare Themen sind Ideen, die sowohl verneint als auch bejaht werden können.
Die innere Struktur eines Arguments
Um andere zu überzeugen, muss das Argument eine innere Struktur aufweisen. Argumentative Texte zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:
- These: Die zu verteidigende Hauptidee, die allgemeine Akzeptanz finden soll. Hier liegt ihre Brisanz. Sie wird oft mit Formulierungen wie: "Meiner Meinung nach..." eingeleitet. Beispiel: "Ich denke, es ist gut, ein Gesetz zum Verbot des Rauchens an öffentlichen Orten zu haben."
- Basis (Grundlage): Das Argument, das Informationen zur Unterstützung der These liefert. Es stützt sich auf logisch-rationale oder emotional-affektive Aspekte. Es sind leicht akzeptable und überprüfbare Ausgangsdaten. Beispiel: "Manche Leute hassen den Geruch von Zigarettenrauch."
- Garantien (Begründung): Die Gründe, welche die These stützen. Sie verknüpfen die These und die Basis und stellen die Beziehung zwischen ihnen her. Beispiel: "Zigarettenrauch erstickt und schadet nicht nur dem Raucher selbst."
- Stützung (Belege): Ideen, die die Garantien untermauern, wie Fakten, Zahlen, Studien etc. Beispiel: "Ich stütze mich auf Daten des Ministeriums für Gesundheit."
Strukturtypen Argumentativer Texte
Der Text sollte klar und organisiert strukturiert sein. Argumentative Texte können schwierig zu verstehen sein, da sie keine objektive Realität widerspiegeln, sondern eine Interpretation davon. Jeder argumentative Texttyp zeichnet sich durch seine eigene Struktur aus:
1. Sequenzielle Struktur
In diesem Fall werden Argumente für eine einzige These gesammelt. Zuerst wird die These präsentiert und dann durch Argumente gestützt. Es gibt zwei Arten:
Deduktive Argumentation
Die These wird zuerst vorgestellt, und anschließend werden die Grundlagen geliefert, die sie unterstützen. (Reihenfolge: These → Grundlage 1, Grundlage 2, Grundlage x)
Induktive Argumentation
Zuerst werden die Grundlagen dargelegt, und die These wird in der Schlussfolgerung platziert. (Reihenfolge: Grundlage 1, Grundlage 2, Grundlage x → These)
(Einige Texte kombinieren beide Möglichkeiten, indem sie die These am Anfang präsentieren und am Ende als Verstärkung wiederholen.)
2. Dialektische Struktur
In diesem Fall werden sowohl Argumente als auch Gegenthesen (Contratesis) berücksichtigt (für jene, die nicht die Meinung des Autors teilen). Es ist eine Argumentation, in der der Autor seine eigene Meinung kritisch untersucht. Zuerst wird das Problem vorgestellt, dann die These und die Gegenthese, gefolgt von der Demonstration/Widerlegung.
Argumentationsmodi und Schlussfolgerungen
Der argumentative Argumentationsmodus ist die geistige Operation, die zur gewünschten Schlussfolgerung führen soll. Das heißt, er beschreibt das Verhältnis zwischen der These und den Grundlagen.
Arten der Argumentation
- Schlussfolgerung durch Analogie: Es wird eine Ähnlichkeit zwischen zwei Situationen hergestellt. Daraus wird gefolgert, dass das, was für die eine gilt, auch für die andere zutrifft. Beispiel: Maria und Josef arbeiten in derselben Firma, haben die gleichen Aufgaben und sind beide Elektroingenieure. Josef erhielt eine Gehaltserhöhung. These: Maria sollte ebenfalls eine Gehaltserhöhung erhalten.
- Schlussfolgerung durch Verallgemeinerung: Aus mehreren ähnlichen Fällen wird eine gemeinsame Argumentation abgeleitet, die auf eine neue Instanz angewendet wird. Beispiel: Pablo Neruda, Gabriela Mistral und Vicente Huidobro sind große Dichter und alle Chilenen. These: Chilenische Dichter sind ausgezeichnet.
- Schlussfolgerung durch Zeichen: Zeichen werden verwendet, um die Existenz eines Phänomens festzustellen. Beispiel: Maria ist nicht mehr an Treffen interessiert, verbringt viel Zeit zu Hause und liest viele Liebesromane. These: Maria ist verliebt.
- Kausale Überlegungen (Ursache und Wirkung): Ein kausaler Zusammenhang zwischen zwei Tatsachen wird hergestellt, um die These zu stützen. Beispiel: Walfleisch ist stark nachgefragt, Wale wurden wahllos gejagt, und trotz Schutzgesetzen wird immer noch gejagt. These: Wir müssen den Walfang stoppen.
- Argumentation durch Autorität: Die These wird durch die Meinung von Experten auf dem Gebiet gestützt. Beispiel: Pater Howard sagte: "Wir müssen helfen, bis es weh tut." These: Wir müssen mit der Hilfsorganisation zusammenarbeiten.
- Emotional-affektive Argumente: Sie zielen auf die Gefühle des Publikums ab, insbesondere auf deren Zweifel, Ängste und Wünsche, um Sympathie oder Ablehnung hervorzurufen.
- Argumente für das Konkrete: Bekannte Beispiele dienen dazu, die Zuhörer unmittelbar zu berühren.
- Vertrauen des Sprechers (Ethos): Es wird an das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit appelliert, die der Verfasser inspiriert.
- Argument "Slogan": Eine ständig wiederholte Phrase, die ein Thema zusammenfasst oder die Überzeugung des Autors wiedergibt.
- Ressourcen des Ruhms: Die Nutzung des öffentlichen Bildes einer berühmten Persönlichkeit oder eines sozial hoch bewerteten Wortes.
- Fetisch der Massen: Basiert auf der Idee, dass die Mehrheit die richtige Sache wählt.
- Verwendung von Vorurteilen: Ein Vorurteil wird als Argument für eine These verwendet.
- Appell an die Tradition: Die vorgestellte Idee wird auf der Grundlage einer Tradition diskutiert, deren Wert nicht in Frage gestellt wird.
Wichtige Konnektoren in Argumentativen Texten
Solche Argumente werden durch verschiedene lexikalische Einheiten ausgedrückt, darunter deklarative Regeln, syntaktische Redemittel und Konnektoren. Die wichtigsten Konnektoren sind:
- a) Kontrast und Konzession: (aber, jedoch, dennoch, obwohl, etc.)
- b) Kausalität (Grund): (weil, da, denn, aufgrund, etc.)
- c) Folge oder Wirkung: (natürlich, dann, also, somit, folglich, etc.)
- d) Restriktion: (einschließlich, zumindest, noch, nach allem, usw.)