Internationaler Handel, Zahlungsbilanz und Devisenmärkte
1. Internationaler Handel
- Autarkie: Keine Geschäftsbeziehungen mit dem Ausland.
- Internationaler Handel: Handel mit Waren, Dienstleistungen und Kapital zwischen verschiedenen Ländern.
1.1 Faktoren zur Förderung des Handelswachstums
- Mangel an Ressourcen innerhalb des eigenen Landes.
- Waren und Dienstleistungen sind in anderen Ländern zu geringeren Kosten verfügbar.
- Absoluter Vorteil: Ein Land handelt mit einem anderen Staat nur dann, wenn die gelieferte Ware dort zu einem günstigeren Preis erhältlich ist.
- Komparative Vorteile: Spezialisierung auf Basis der nationalen Notwendigkeit und der Opportunitätskosten.
1.2 Der Protektionismus
- Eine Reihe von Maßnahmen, die von einem Staat ergriffen werden, um die eigene Wirtschaft und Industrie vor ausländischer Konkurrenz zu schützen.
- Instrumente des Protektionismus:
- Quoten: Festlegung von Höchstmengen für Leistungen oder Importe.
- Subventionen für die inländische Produktion.
- Qualitative Maßnahmen (z. B. technische Normen).
1.3 Freihandel vs. Protektionismus
Freihandel
Abbau von Barrieren für den internationalen Handel. Unterstützer betonen folgende Vorteile:
- Förderung von Produktion und Beschäftigung.
- Verbesserter Preiswettbewerb.
- Größere Vielfalt an Produkten.
- Expansion der Märkte.
Protektionismus
- Unterstützung der nationalen Industrien.
- Erhaltung nationaler Beschäftigung.
- Vermeidung unnötiger Importe.
- Vermeidung von Abhängigkeiten vom Ausland.
1.4 Bestehende Regeln des internationalen Handels
- Stetiges Wachstum: Der Handel zwischen den Nationen wächst seit Jahrhunderten kontinuierlich an.
- Wandel der Handelskomponenten: Früher dominierte der Handel mit materiellen Gütern, heute gewinnen unsichtbare Waren (Dienstleistungen, Sektor 3) an Bedeutung.
- Prominenz internationaler Unternehmen: Wachsender Einfluss global agierender Firmen.
- Ungleichheit: Reiche Länder profitieren stärker durch den Austausch wertvoller Güter.
- Protektionismus und wirtschaftliche Macht: Reiche Länder sichern sich Vorteile durch spezifische Tarife.
2. Die Zahlungsbilanz
Ein Dokument, in dem jede wirtschaftliche Tätigkeit mit dem Ausland innerhalb eines Jahres aufgezeichnet wird.
Leistungsbilanz (Current Account Balance)
- Handelsbilanz: Umsatzerlöse aus Exporten (X) und Zahlungen für Importe (Imp).
- Dienstleistungsbilanz: Transaktionen von Dienstleistungen.
- Einkommensbilanz: Erwerbs- und Kapitaleinkommen aus dem Ausland.
- Übertragungsbilanz (Transfers): Einseitige Geldflüsse, die in das Land fließen.
Kapitalbilanz und Finanzkonto
- Vermögensübertragungen: Z. B. Spanien erhält Gelder von der EU.
- Finanzkonto: Direktinvestitionen (Käufe) und Portfolioinvestitionen (Aktien).
- Reserven: Währungsreserven, mit denen ein Land Zahlungen leisten kann.
3. Internationale Zahlungen
- Devisen: Ausländische Währungen.
- Angebot und Nachfrage von Währungen:
- Inlandsmarkt: Die Nachfrage steigt, wenn der nationale Bedarf zunimmt.
- Relative Preise: Wenn die Preise sinken, steigt die Nachfrage und umgekehrt.
- Zinsen: Eine Erhöhung der Zinsen zieht ausländische Investoren an.
- Wechselkurs: Wenn dieser niedrig ist, steigt die Nachfrage.
Einflussfaktoren auf Angebot und Nachfrage
- Internes Einkommen: Steigt das Einkommen, werden mehr Transaktionen auch außerhalb eines Landes durchgeführt.
- Relative Preise: Wenn der Preis der inländischen Währung steigt, sinkt die Nachfrage.
- Zinsen: Wenn die Zinsen sinken, ziehen Investoren ihr Kapital zurück.
- Wechselkurs: Ein niedriger Wechselkurs lässt die Nachfrage steigen und umgekehrt.
3.3 Bildung des Wechselkurses
- Der Wechselkurs ist der Preis einer Währung, der sich wie bei jedem anderen Gut durch Angebot (Ö) und Nachfrage (D) auf dem Markt bildet.
- Bei hoher Nachfrage steigt der Preis; bei einem Überangebot sinkt der Preis.
- Aufwertung: Erhöhung des Wechselkurses einer Währung gegenüber einer anderen.
- Abwertung (Abschreibung): Verringerung des Wechselkurses.
3.4 Interventionen am Devisenmarkt
Wenn eine Währung sehr hoch bewertet (geschätzt) wird, hat dies Auswirkungen auf die Volkswirtschaft:
- Ausfuhren (Exporte) werden für das Ausland teurer.
- Einfuhren (Importe) werden billiger.
- Dies kann die Handelsbilanz verschlechtern.
- Investitionen im Land werden teurer.
Wirtschaftsbehörden können durch vier Arten von Interventionen eingreifen:
- Kauf oder Verkauf von Währungen auf dem Markt.
- Beschränkung der Nachfrage nach ausländischen Währungen (z. B. Verbot des Kaufs ausländischer Produkte, um Kapitalabfluss zu verhindern).
- Wirtschaftspolitische Maßnahmen zur Stabilisierung des Währungspreises (z. B. Steuererhöhungen zur Reduzierung von Importen).
- Festlegung eines anderen Wechselkurses (Abwertung oder Aufwertung durch die Zentralbank).
3.5 Finanzspekulation
Nutzung der Finanzmärkte für den gezielten Kauf und Verkauf von Devisen zur Erzielung von Gewinnen.
3.6 Wechselkurssysteme
- Währungssystem: Ein Satz von Regeln und Institutionen, die Devisenmärkte organisieren und den internationalen Zahlungsverkehr regeln.
- System flexibler Wechselkurse: Der Markt bestimmt den Wert der Währungen ohne staatliche Eingriffe.
4. Regionale Integration
- Präferenzabkommen: Mehrere Länder erleichtern gegenseitig die Zollverfahren (z. B. ALADI).
- Freihandelszone: Wegfall von Zöllen zwischen den Mitgliedsländern (z. B. NAFTA).
- Zollunion: Gemeinsamer Zolltarif gegenüber Drittstaaten.
- Gemeinsamer Markt: Freizügigkeit von Arbeitnehmern und Kapitalverkehr zwischen den Mitgliedern.
- Währungsunion: Einführung einer gemeinsamen Währung.
- Wirtschaftsunion: Vollständige Koordinierung der Wirtschaftspolitik der beteiligten Staaten.