Pädagogische Kommunikation und professionelles Wissen
2. Pädagogische Kommunikation
Bildung ist ein Prozess, der die Subjektivität des Lernenden fördert. Die Lektion als Resultat der Erziehung ist eine perfekte Aktion, wenn sie den Lernenden weiterentwickelt. Humanistische Bildung ist eng mit Kommunikation und sprachlicher Entwicklung verknüpft.
Kommunikation ist der Austausch von Informationen, wobei der Kern die Teilnahme ist. Sie kann als philosophische Beziehung zwischen zwei oder mehr Wesen definiert werden, bei der ein Austausch stattfindet, der zu einer gegenseitigen Bereicherung führt.
Objektive vs. subjektive Kommunikation
- Objektive Kommunikation: Hierbei handelt es sich um den Austausch von Informationen über Wissen und Gegenstände, mit geringem Einfluss von Subjektivität.
- Subjektive Kommunikation: Diese existenzielle oder persönliche Form ist durch eine intensivere Gegenseitigkeit geprägt. Sie beeinflusst die Intelligenz und die Affektivität der Beteiligten.
Das Gespräch ist der freie Austausch von Worten, der im Bildungsbereich sowohl objektive als auch subjektive Elemente vereint. Die Sprache ist dabei das essenzielle Medium für den Unterricht.
Pädagogische Kenntnisse
1. Arten des Wissens in der Pädagogik
Menschliches Wissen unterteilt sich in theoretisches und praktisches Wissen. Aristoteles unterschied bereits zwischen dem uneigennützigen Streben nach Wahrheit (theoretisch) und dem Wissen, das menschliches Handeln leitet (praktisch).
Wir unterscheiden drei Ebenen des Wissens:
- Theoretisches oder spekulatives Wissen: Suche nach Wahrheit als Korrespondenz zwischen Vernunft und Realität.
- Praktisches oder ethisches Wissen: Anleitung zum moralischen Handeln.
- Technisches Wissen: Streben nach Effizienz und der Umsetzung von Modellen.
Pädagogik ist eine integrierte Wissensform, die eine künstlerische oder technische Komponente besitzt. Bildung ist eine produktive Tätigkeit, die das ethische Handeln des Lernenden unterstützt.
A) Merkmale der Professionalität
Nach W. Carr und S. Kemmis gibt es drei Merkmale der Professionalität in der Lehre:
- Wissen: Fundiert auf theoretischer Basis.
- Interessen: Unterordnung des beruflichen Interesses unter das Wohl des Kunden.
- Autonomie: Das Recht auf unabhängige Urteile, frei von externer Kontrolle.
B) Herausforderungen im Lehrerberuf
Die pädagogische Praxis lässt sich nicht allein aus theoretischem Wissen ableiten. Während in Berufen wie Medizin oder Technik theoretisches Wissen durch Praxis moduliert wird, ist die pädagogische Situation durch ihre Einzigartigkeit geprägt.
Ein zentrales Problem ist die Definition des Kunden: Sind es die Lernenden oder deren Eltern? Da der Lehrer den Lernprozess nicht vollständig kontrollieren kann, unterscheidet sich der Lehrerberuf von klassischen freien Berufen. Zudem unterliegen Lehrer einer institutionellen Kontrolle, was ihre Autonomie im Vergleich zu anderen Professionen einschränkt.