Spanische Literatur: Moderne und Generation von 98
Juan Ramón Jiménez
Die reine Poesie ist die Essenz, die Abstraktion und die Beseitigung aller anekdotischen Elemente. Für Juan Ramón Jiménez ist Poesie Schönheit, Wissen und der Wille zur Ewigkeit.
Die drei Säulen seines Werks
- Schönheit: Die Suche und der Ausdruck von Schönheit machen ihn zu einem bewussten Dichter für eine Minderheit.
- Wissen: Seine Lyrik umfasst ein intensives Verlangen, in das wahre Wesen der Dinge einzutauchen.
- Sehnsucht nach Ewigkeit: Das Gedicht, zeitlos und dauerhaft schön, überlebt den Tod. Der Dichter wird durch sein Werk unsterblich.
Phasen seines Schaffens
- Sensible Phase: Werke wie „Der einsame Klang“, „Gedichte“ und „Platero und ich“ zeigen die typischen Probleme der Moderne, aber auch eine harmonische Vision von Mensch und Natur.
- Geistige Phase: Poesie wird konzeptioneller und komplexer (z. B. „Tagebuch eines Jungvermählten“, „Ewigkeit“). Es ist eine symbolistische Lyrik, die nach der ursprünglichen Reinheit der Dinge sucht.
- Phase der Vollendung: Werke wie „Animal de fondo“ und „Dios deseado y deseante“ sind besessen vom Thema des poetischen Lebens und der Transzendenz.
Valle-Inclán
Er gilt als einer der wichtigsten spanischen Autoren. Seine Sonaten werden als der beste Beitrag der Moderne zur Prosa angesehen. Sein Theater zeichnet sich durch das stete Bemühen aus, die spanische Szene zu erneuern.
Zyklen seines Schaffens
- Mythos-Zyklus: Bestehend aus Werken wie der „Göttlichen Komödie“ oder der „Barbarischen Trilogie“.
- Farce-Zyklus: Werke wie „Die Marquesa Rosalinda“ oder „Schein und Königin“ wählen eine schlankere, fast lächerliche Ästhetik.
- Grotesker Zyklus (Esperpento): Die Entzauberung der Wirklichkeit steht im Vordergrund, wie in „Die Hörner des Don Friolera“.
Das Werk „Lichter von Böhmen“ eröffnet den grotesken Zyklus und schildert die letzte Reise des tragischen Helden Max Estrella durch ein entmenschlichtes Madrid.
Pío Baroja
Einer der bedeutendsten Romanautoren der Generation von 98. Sein Stil ist präzise, einfach und düster.
- Charakterromane: Alles ist auf eine Hauptfigur aufgebaut, deren Evolution im Zentrum steht.
- Stil: Virtuos in der impressionistischen Beschreibung und im Dialog, geprägt durch kurze Sätze.
- Wichtige Werke: „Der Weg der Vollkommenheit“ und „Der Baum der Erkenntnis“.
Merkmale der Moderne
- Ablehnung der Realität: Flucht in die Vergangenheit oder in exotische Räume.
- Aristokratische Haltung: Streben nach formaler Perfektion und Individualismus.
- Ästhetik: Einsatz von lebendigen Bildern, Synästhesie, Alliteration und Rhythmus.
- Metrik: Erneuerung klassischer Strophenformen und Anpassung an das Spanisch-Amerikanische.
Themen der Moderne
- Weltschmerz: Melancholie, Angst und die Langeweile des Lebens.
- Eskapismus: Flucht vor der Realität.
- Liebe und Erotik: Idealisierung der Frau und das Thema der unmöglichen Liebe.
- Kosmopolitismus: Bewunderung für Paris und internationale Einflüsse.
- Historischer Hintergrund: Suche nach Harmonie in einer unharmonischen Welt.