Notizen, Zusammenfassungen, Arbeiten, Prüfungen und Übungen für Philosophie und Ethik für Weitere Kurse

Platons Ethik und die Theorie des idealen Staates

Philosophie und Ethik4,44 KB

Die platonische Ethik

Für Platon ergibt sich die Bestimmung des Menschen aus der Aktivität der einzelnen Seelenfunktionen, die jeweils durch eine spezielle Tugend geprägt sind. Tugend bedeutet hierbei eine „Ausbildung“ der Seele. Alle Gewohnheiten, die uns zum Guten führen, sind Tugenden; jene, die zum Bösen führen, sind Laster.

Für Platon ist die Idee des Guten ein Selbstzweck, der auf der Grundlage des Prinzips „Erkenne dich selbst“ beruht. In der Theorie wie in der Praxis ist die zentrale Fähigkeit die Klugheit (Phronesis), die uns dazu bringt, das richtige Maß zu finden, sodass weder Exzesse noch Mängel entstehen. Das sittlich Gute ist für Platon eine Mischung aus dem, was dem Menschen eigen ist: Wissen verbunden mit Gefühl....

Weiterlesen "Platons Ethik und die Theorie des idealen Staates" »

Friedrich Nietzsche: Leben, Werk und Einfluss

Philosophie und Ethik17,63 KB

Historischer Kontext:

Friedrich Nietzsche wurde 1844 in Preußen geboren und starb 1900. Preußen war zu dieser Zeit eine hegemoniale Macht gegenüber Frankreich. Kaiser Wilhelm I. wurde am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles zum Deutschen Kaiser proklamiert. Bismarck kontrollierte die Innen- und Außenpolitik des neuen Deutschen Reiches. Die alten Junker, landbesitzende Aristokraten, verbündeten sich mit wohlhabenden Industriellen, um ihre Privilegien gegen die liberalen und sozialistischen Kräfte zu verteidigen, die sich als Folge der Industrialisierung und Modernisierung Deutschlands entwickelten. In dieser Zeit gab es eine Auseinandersetzung zwischen Liberalismus und Nationalismus sowie Anarchismus, Sozialismus...

Weiterlesen "Friedrich Nietzsche: Leben, Werk und Einfluss" »

Die Wissenschaftliche Methode: Deduktion, Induktion und Hypothetisch-Deduktives Vorgehen

Philosophie und Ethik2,91 KB

Wissenschaftliche Methoden: Definition und Typen

Die Wissenschaftliche Methode: Definition

Die Methode bedeutet etymologisch "Weg". Das wissenschaftliche Vorgehen ist ein festes und stabiles Prozedere, bestehend aus mehreren Schritten oder Regeln, die das Erreichen eines Ziels ermöglichen.

Die Deduktive Methode

Sie dient dazu, aus allgemeinen Grundsätzen oder Daten eine bestimmte Schlussfolgerung oder Konkretisierung abzuleiten. Die Konsistenz dieser Methode steht außer Frage: Die Schlussfolgerung ist in den Basisdaten enthalten. Wenn diese wahr sind, ist auch die Schlussfolgerung wahr. Allerdings hat diese Methode ein Problem: Genau genommen ist sie nur in formalen Wissenschaften (z. B. Logik oder Mathematik) möglich.

Die Induktive Methode

Sie...

Weiterlesen "Die Wissenschaftliche Methode: Deduktion, Induktion und Hypothetisch-Deduktives Vorgehen" »

Philosophie der Neuzeit: Hobbes, Locke, Berkeley, Spinoza & Leibniz

Philosophie und Ethik3,4 KB

Thomas Hobbes: Gesellschaftsvertrag und Leviathan

Der Gesellschaftsvertrag ist der Instinkt der Selbsterhaltung. Er zielt darauf ab, die Ursachen des zivilen Zustands als gegenseitige Vereinbarung zu bekämpfen. Der erste Schritt ist der Verzicht auf die Freiheit zugunsten des Staates, um den Frieden zu sichern.

Der Leviathan ist Hobbes' Bezeichnung für den Staat. Er wird als „künstlicher Mensch“ beschrieben, der höher und stärker als jeder andere Mensch ist. Er fungiert als Schutzmacht, wobei die Souveränität die künstliche Seele bildet, während Richter und Beamte die Exekutive und Judikative darstellen.

John Locke: Empirismus und Liberalismus

Locke unterscheidet verschiedene Arten von Ideen:

  • Einfache Ideen: Daten aus der internen oder
...
Weiterlesen "Philosophie der Neuzeit: Hobbes, Locke, Berkeley, Spinoza & Leibniz" »

Abstraktion: Definition, Bedeutung & Anwendung in Wissenschaft & Kunst

Philosophie und Ethik56,59 KB

Abstraktion

Abstraktion (Deutsch)

Substantiv, f

SingularPlural
Nominativdie Abstraktiondie Abstraktionen
Genitivder Abstraktionder Abstraktionen
Dativder Abstraktionden Abstraktionen
Akkusativdie Abstraktiondie Abstraktionen

Worttrennung:

Ab·s·t·rak·ti·on, Plural: Ab·s·t·rak·ti·o·nen

Aussprache:

IPA: [apstʀakˈʦi̯oːn]
Hörbeispiele: —
Reime: -oːn

Bedeutungen:

[1] aus einem höheren Blickwinkel betrachtet, Verallgemeinerung, Generalisierung

Herkunft:

Entlehnung vom lateinischen abstractus → la für „abgezogen“ (wie „abziehen“, „entfernen“ oder „trennen“)
Die Herkunftsangaben dieses Eintrags sind unzureichend. — Kommentar: mit Fachliteratur belegen

Beispiele:

[1] „Es beginnt ein Kampf zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit.
...
Weiterlesen "Abstraktion: Definition, Bedeutung & Anwendung in Wissenschaft & Kunst" »

Neue Politische Ökonomie: Public Choice Theorie

Philosophie und Ethik4,78 KB

Neue Politische Ökonomie

(Weitergeleitet von Public Choice Theorie)

Die Neue Politische Ökonomie (NPÖ) (auch Public Choice oder Ökonomische Theorie der Politik) umfasst jene Theorien und Forschungsgebiete, die politisches Verhalten, Entscheidungsprozesse und Strukturen mittels der Methodik der Ökonomik erklären. Betrachtet werden die politischen Akteure individuell und/oder innerhalb kollektiv handelnder Gruppen wie Wähler, Verwaltungen, Parteien und Interessenverbände.

Die Bezeichnung Neue Politische Ökonomie grenzt dieses Teilgebiet von der klassischen Politischen Ökonomie ab, einem Begriff, der dasselbe bedeutet wie Volkswirtschaftslehre. Der englischsprachige Begriff Public Choice bringt zum Ausdruck, dass sich die Neue Politische...

Weiterlesen "Neue Politische Ökonomie: Public Choice Theorie" »

Platons Philosophie: Metaphysik, Ideenlehre und der Staat

Philosophie und Ethik10,97 KB

Platon (428–347 v. Chr.): Das Sein als Unveränderlichkeit

Die Grundlegung der Metaphysik: Die zwei Seefahrten

Die Metaphysik (von Aristoteles auch als „Erste Philosophie“ bezeichnet) befasst sich mit Realitäten, die über körperliche und materielle Wahrheiten hinausgehen. Sie ist die Wissenschaft, die nach dem Seienden fragt, dem ersten Anfang des Wissens. Sie sucht nach dem, was nicht einfach bewiesen werden kann, sondern klar und unwiderlegbar verstanden werden muss – die Grundlage allen Wissens, in der das gesamte menschliche Wissen vereint ist.

Für Platon ist die Grundlage der Metaphysik mit der sogenannten „zweiten Seefahrt“ verbunden. Die erste Seefahrt, „getrieben von den Winden“ der naturalistischen Philosophen, scheiterte...

Weiterlesen "Platons Philosophie: Metaphysik, Ideenlehre und der Staat" »

Kommunitarismus: Definition, Kritik & Politische Philosophie

Philosophie und Ethik22,81 KB

Was ist Kommunitarismus? Eine Einführung

Unter dem Kommunitarismus (lat. communitas ‚Gemeinschaft‘) versteht man eine politische Philosophie, die die Verantwortung des Individuums gegenüber seiner Umgebung und die soziale Rolle der Familie betont. Der Kommunitarismus entwickelte sich um 1980 als kritische Reaktion auf die Philosophie von John Rawls in den USA. Als Hauptvertreter gelten unter anderem Alasdair MacIntyre, Michael Walzer, Benjamin R. Barber, Charles Taylor, Michael Sandel und Amitai Etzioni.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Grundlagen
  • 2 Kritik am Liberalismus
  • 3 Vorschläge des Kommunitarismus
    • 3.1 Formen von Kommunitarismus
      • 3.1.1 Religiöse Gegenkultur
      • 3.1.2 Republikanismus
      • 3.1.3 Kommunitarismus in den Sozialwissenschaften
      • 3.1.4 Kommunitarismus
...
Weiterlesen "Kommunitarismus: Definition, Kritik & Politische Philosophie" »

Nietzsches Philosophie: Kunst, Apollo, Dionysos und Nihilismus

Philosophie und Ethik2,64 KB

Nietzsches metaphysischer Kunstbegriff

Nietzsche vertritt einen metaphysischen Begriff von Kunst: Der Wert der Kunst liegt nicht bloß in subjektiven Ursachen oder der Selbstzufriedenheit des Betrachters. Er ist etwas Tieferes, weil eine Kultur durch sie eine ganze Vorstellung von der Welt und der Existenz ausdrückt.

Das griechische Volk wusste, wie man die beiden grundlegenden Dimensionen der Wirklichkeit einfängt: das Apollinische und das Dionysische.

  • Apollo: Er war der Gott des Lichtes, der Klarheit und Harmonie; er steht auch für Individuation, Gleichgewicht, Maß und Form sowie Rationalität.
  • Dionysos: Im Gegensatz zum Apollinischen steht das Dionysische, vertreten durch die Gestalt des Gottes Dionysos, den Gott des Weines, der Ernten,
...
Weiterlesen "Nietzsches Philosophie: Kunst, Apollo, Dionysos und Nihilismus" »

Ortega y Gasset: Perspektivismus und Ratiovitalismus

Philosophie und Ethik3,01 KB

Philosophische Grundlagen: Die Lehre vom Gesichtspunkt

Die Lehre vom Gesichtspunkt war das letzte Kapitel des Werkes Das Thema unserer Zeit. Das Buch erschien zum ersten Mal im Jahr 1923 mit zwei Anhängen, von denen einer sehr bedeutend für die thematische Herleitung ist und den Titel Die historische Bedeutung der Einsteinschen Theorie trägt.

Die drei Phasen im Denken Ortegas

Das Denken von Ortega y Gasset wird in der Regel in drei Phasen unterteilt:

  • Objektivismus (1902–1914)
  • Perspektivismus (1914–1923)
  • Ratiovitalismus (1924–1955)

Während zwischen dem Objektivismus und dem Perspektivismus ein deutlicher Unterschied besteht, ist dieser zwischen dem Perspektivismus und dem Ratiovitalismus kaum vorhanden. Letzterer stellt lediglich eine neue,...

Weiterlesen "Ortega y Gasset: Perspektivismus und Ratiovitalismus" »