Achalasie, Divertikel und Gastritis: Symptome, Diagnose und Therapie
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Achalasie: Motilitätsstörung der Speiseröhre
Achalasie ist eine Störung der Motilität des Ösophagus, gekennzeichnet durch eine verminderte Peristaltik und eine unzureichende Entspannung des unteren Ösophagussphinkters (UÖS). Die Ätiologie ist unbekannt. Da sich der Schließmuskel nicht richtig entspannt, kommt es zu einer Ansammlung von Nahrung in der unteren Speiseröhre. Die Speiseröhre erweitert sich (Dilatation), die Wände hypertrophieren, und die Nahrung kann erst passieren, wenn sich genügend hydrostatischer Druck aufgebaut hat.
Klinische Manifestationen der Achalasie
Die Symptome resultieren aus der erschwerten Passage der Nahrung vom Ösophagus in den Magen (Dysphagie). Zu den häufigsten Manifestationen gehören:
- Nahrungsregurgitation (Erbrechen).
- Patienten können nach dem Essen retrosternales Brennen und Schmerzen verspüren. Die Schmerzintensität kann mit der Bewegung variieren.
Diagnoseverfahren bei Achalasie
Die Diagnose erfolgt primär mittels Manometrie. Diese weist folgende Merkmale nach:
- Fehlen der Entspannung des unteren Schließmuskels.
- Fehlen der Peristaltik der Speiseröhre.
- Erhöhter intraösophagealer Druck.
Therapie und Behandlungsoptionen
Das Hauptziel der Behandlung ist die Erweiterung (Expansion) des unteren Ösophagus zu fördern:
- Medikamentöse Therapie: Gabe von Nitraten oder Kalziumantagonisten zur Entspannung des Schließmuskels.
- Aggressive Behandlung: Ballondilatation des Ösophagussphinkters (Gefahr der Perforation der Speiseröhre: 5–15 %).
- Chirurgische Behandlung: Wenn die Ballondilatation fehlschlägt oder ein ernstes Perforationsrisiko besteht, kann eine chirurgische Ösophagomyotomie (z. B. Heller-Myotomie) durchgeführt werden. Dabei wird ein Schnitt über den Schließmuskel gemacht, um das Ösophaguslumen zu öffnen.
Ösophagus-Divertikel: Definition und Folgen
Ösophagus-Divertikel sind Ausstülpungen in Form einer Tasche in bestimmten Bereichen der Speiseröhrenwand. Durch den Verzehr sammeln sich Speisereste in diesen Taschen an, was zur Kompression der Atemwege und zu Schluckbeschwerden (Dysphagie) führen kann.
Klinische Symptome der Divertikel
- Regurgitation: Rückfluss von unverdauter Nahrung, insbesondere wenn die Divertikel gefüllt sind.
- Halitosis (Mundgeruch): Verursacht durch Fäulnis- und Gärungsprozesse der angesammelten Speisereste.
- Bitterer Geschmack im Mund.
Behandlung von Ösophagus-Divertikeln
- Bei milden klinischen Manifestationen wird eine weiche oder flüssige Nahrung empfohlen.
- Bei schweren Manifestationen können die Divertikel operativ entfernt werden (Divertikulektomie).
Gastritis: Entzündung der Magenschleimhaut
Gastritis ist eine Entzündung der Magenschleimhaut, die akut (vorübergehend) oder chronisch (langfristig) verlaufen kann.
Akute Gastritis (GA): Ursachen und Pathogenese
Die akute Gastritis kann verschiedene Ursachen haben, darunter:
- Reizstoffe wie Alkohol oder Tabak.
- Bestimmte Medikamente (z. B. Aspirin, NSAR).
- Therapeutische Verfahren (Chemotherapie, Bestrahlung).
- Kontaminierte Lebensmittel oder die Einnahme ätzender Stoffe.
Der Prozess beginnt mit Hyperämie und Ödem der Magenschleimhaut, gefolgt von oberflächlichen Erosionen. Diese können bei Kontakt mit Magensäure zu oberflächlichen Ulzerationen und Blutungen fortschreiten.
Klinische Merkmale der Akuten Gastritis
- Magenschmerzen.
- Übelkeit und Erbrechen.
- Hämatemesis (Bluterbrechen).
- Melaena (schwarzer, glänzender und übelriechender Stuhl, der auf verdautes Blut hinweist).
Chronische Gastritis (CG): Ätiologie und Verlauf
Die chronische Gastritis wird häufig durch Magengeschwüre oder Infektionen mit dem Bakterium Helicobacter pylori verursacht. Die Unterscheidung zwischen akuter und chronischer Form kann schwierig sein.
Bei der chronischen Gastritis degenerieren die Zellen der Magenschleimhaut, was zu einer Verringerung der Magensekretion führt. Die Schleimhaut wird funktionsunfähig, dünnt aus, atrophiert und die Zahl der Magenzellen nimmt weiter ab.
Symptome der Chronischen Gastritis
Die klinischen Merkmale der CG sind vergleichbar mit denen der GA: Magenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Manchmal treten zusätzlich Anzeichen eines Vitamin-B12-Mangels auf (oft in Verbindung mit perniziöser Anämie aufgrund des Mangels an Intrinsic Factor).
Diagnose der Gastritis
Die definitive Diagnose wird durch folgende Verfahren gestellt:
- Endoskopie.
- Biopsie der Magenschleimhaut.
- Magenanalyse.
- Nachweis der H. pylori-Präsenz (z. B. mittels Atemtest).