Afrikanische und Arabische Musik: Merkmale, Regionen und Instrumente

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Geografische und Kulturelle Zonen Afrikas

Der Maghreb

Der Maghreb bildet den nördlichen Rand des Kontinents. Er umfasst Länder der arabischen Kultur und erstreckt sich von Marokko bis Ägypten.

Subsahara-Afrika

Subsahara-Afrika liegt südlich der Sahara und wird musikalisch in drei Hauptzonen unterteilt:

  • Westliche Zone: Entlang der Küste Guineas existierten mächtige Reiche vor der europäischen Vorherrschaft. Ein typisches Instrument dieser Region ist die Kora.
  • Zentrale Zone: Beinhaltet Gebiete wie Zaire, Uganda und Tansania. Die gemeinsame Muttersprache ist Ilimba, das am weitesten verbreitete Instrument in der Region.
  • Südliche Zone: Die Musik dieser Region ist stark von den Traditionen der Khoisan (Hottentotten und Buschmänner) geprägt.

Allgemeine Merkmale Afrikanischer Musik

  • Anonymität: Der Name des Autors ist oft unbekannt.
  • Kollektiv und Partizipatorisch: Die Musik gehört der Gemeinschaft, die sich aktiv daran beteiligt.
  • Funktionalität: Musik wird für spezifische Zwecke eingesetzt, sowohl im Lebenszyklus des Einzelnen als auch bei Aktivitäten im Rahmen des Jahreszyklus.
  • Mündliche Überlieferung: Die Musik wird von Ohr zu Ohr, von Mund zu Mund weitergegeben und ist die einzige musikalische Erinnerung.
  • Rituelle Nutzung: Musik wird häufig bei Zeremonien verwendet.

Arabische Musik: Ursprung und Religiöser Einfluss

Die Ursprünge der arabischen Musik liegen auf der Arabischen Halbinsel während der vorislamischen Ära. Ab dem 7. Jahrhundert, mit der muslimischen Expansion nach Nordafrika, entwickelte und verbreitete sich diese Musik im Maghreb und auf der Iberischen Halbinsel.

Der Einfluss des Islam

Der spirituelle Einfluss des Islam auf alle musikalischen Ereignisse in der arabischen Welt ist unbestreitbar:

  • Feierlichkeiten in Moscheen basieren auf gesungenen Worten.
  • Der Koran wird in einer singenden Form rezitiert, obwohl die Vortragenden oft als Redner betrachtet werden.
  • Der Ruf zum Gebet (Adhān) wird vom Muezzin vom Minarett aus gesungen. Dieser langsame Ruf besteht aus einer festen Anzahl musikalischer Phrasen, in denen die kunstvolle Melodie stark dominiert.

Musikalische Eigenschaften der Arabischen Musik

  1. Mikrotonalität (24 Intervalle): Die Oktave wird in 24 gleiche Intervalle unterteilt, im Gegensatz zur westlichen chromatischen Tonleiter mit 12 Halbtönen. Dies ist auf die 24 Bünde auf dem Griffbrett der Laute zurückzuführen.
  2. Stimmungssystem: Es wird ein anderes Stimmungssystem verwendet als im Westen, das Vierteltöne einschließt.
  3. Melodien und Modi: Die Melodien sind homophon und hoch verziert, basierend auf Skalen von 7 Noten. Diese Skalen oder Modi werden Maqam genannt. Es gibt über 70 verschiedene Arten von Maqamat, jede mit einem eigenen Namen.

Besonderheiten der Subsahara-Musik

  • Dominanz der Perkussion: Die Musik wird durch Rhythmus und eine große Anzahl von Schlaginstrumenten bereichert.
  • Tanz und Bewegung: Instrumentale Darbietung und Gesang führen direkt zu Körperbewegungen.
  • Pentatonik: Reichliche Verwendung von Pentatonik (Fünftonleitern).
  • Komplexe Polyphonie: Beispiele für komplexe Polyphonie (gleichzeitige Ausführung von zwei oder mehr melodischen Linien).
  • Wiederholung und Call-Response: Wiederholung als wichtigstes musikalisches Element, oft in Form von sogenannten Call-Response-Gesängen (Wechselgesang).

Einfluss auf die Musik der Amerikas

Diese musikalischen Elemente übten einen erheblichen Einfluss aus: Afrikanische Sklaven übertrugen ihr Rhythmusgefühl auf die Musiker Amerikas (Kuba, Brasilien etc.). Das Ergebnis war die Entstehung von Musikstilen wie Samba, Jazz und African Blues. Die afrikanische Musik erfreut sich heute großer Vitalität, wobei moderne Trends mit traditionellen Rhythmen vermischt werden.

Wichtige Begriffe und Instrumente

Rai-Musik

Eine in Algerien entstandene Musikbewegung, die traditionelle Elemente mit westlichen Rhythmen wie Rock und Funk verbindet.

Reggae

Ein Musikstil, der vor allem aus Jamaika stammt und traditionelle Elemente mit modernen Rhythmen verbindet.

Darbuka

Eine becherförmige Trommel mit einem einzigen Fell. Der Unterschied im Klang zwischen dunklen (Bass) und klaren (Slap) Schlägen ist rhythmisch sehr wichtig.

Ud (Laute)

Ein birnenförmiges Saiteninstrument, das sich durch einen kurzen Hals und das Fehlen von Bünden auszeichnet.

Daff

Ähnlich einem Tamburin. Es wird mit der linken Hand gehalten und mit der rechten gespielt. Manchmal wird es geschüttelt, um die Rasseln klingen zu lassen, manchmal wird auf das Fell geschlagen.

Griots

Dichter und Musiker, die eine wichtige Rolle als Chronisten der afrikanischen Geschichte spielten. Ihre Ursprünge liegen in den mittelalterlichen Königreichen. Die Griots vermitteln wichtige Überlieferungen, oft begleitet von Liedern in Pentatonik, gespielt auf der Kora.

Kora

Eine Mischung aus Harfe und Laute. Der Resonanzkörper wird aus einem großen Kürbis gebaut. Am Mast sind bis zu 21 Saiten (oft Darmsaiten) befestigt, die mit den Daumen gespielt werden.

Atumpan

Zwei Trommeln, die immer zusammen gespielt werden: eine männliche (tiefe Tonlage) und eine weibliche (hohe Tonlage). Sie werden mit spitz zulaufenden und abgerundeten Holzstöcken geschlagen.

Muheme

Eine Sanduhrtrommel mit Membran, die mit den Händen geschlagen wird, während sie zwischen den Beinen gehalten wird.

Balafon

Gehört zur Familie der Idiophone. Es wird mit Stöcken mit Köpfen aus Naturkautschuk gespielt. Unter den Holzplatten sind Kürbisse platziert, die als Resonatoren dienen.

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