Agrarstruktur und Bodennutzung in Spanien: Eigentum und Techniken

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Die Eigentumsstruktur und Besitzverhältnisse (Tenure)

Ein Grundeigentümer kann seine Flächen selbst nutzen oder die Bewirtschaftung an andere Unternehmer delegieren. Daher muss zwischen Eigentum (rechtlicher Besitz) und Ausbeutung/Betrieb (wirtschaftliche Nutzung) unterschieden werden. Der Betrieb ist die wirtschaftliche Einheit der landwirtschaftlichen Erzeugung, für die der Unternehmer verantwortlich ist.

Definition der Besitzverhältnisse (Tenure)

Tenure beschreibt den Grad der Herrschaft über den Boden.

  • Direkte Besitzverhältnisse: Eigentümer und Unternehmer sind identisch.
  • Indirekte Besitzverhältnisse: Eigentümer und Unternehmer sind nicht identisch. Hier gibt es zwei Hauptformen:
    • Pacht/Miete: Der Unternehmer nutzt das Land und zahlt Miete (Pachtzins) an den Eigentümer (Verpächter).
    • Teilbau: Der Pächter betreibt das Land und gibt einen Teil der Gewinne oder der Ernte an den Eigentümer ab.

Agrarstruktur und Betriebsgrößen in Spanien

Die durchschnittliche Größe der landwirtschaftlichen Betriebe in Spanien ist durch eine starke Zersplitterung in viele kleine Parzellen gekennzeichnet, was die Effizienz beeinträchtigt. Das Land Consolidation Act (Flurbereinigungsgesetz) versucht, dieses Problem durch die Vergrößerung der Betriebe und die Reduzierung der Parzellenanzahl zu beheben.

Charakteristika der Betriebsgrößen

Die spanische Agrarstruktur weist einen Mangel an mittelgroßen Betrieben auf:

  • Latifundio (Großgrundbesitz): Betriebe über 100 Hektar. Diese sammeln 50 % der gesamten landwirtschaftlichen Fläche, gehören aber nur 0,8 % der Eigentümer (typisch in Andalusien, Kastilien-La Mancha).
  • Minifundio (Kleinbetriebe): Betriebe unter 10 Hektar (vor allem in Galizien, Kastilien-León).

Probleme des Latifundio und Minifundio

Das Latifundio ist oft mit niedrigen landwirtschaftlichen Erträgen und hoher Arbeitslosigkeit verbunden. Das Minifundio erschwert die Modernisierung und wettbewerbsfähige Landwirtschaft, da die geringen Einkommen keine Investitionen zulassen.

Technische Fortschritte und Anbausysteme

Die Landwirtschaft hat ihre Erträge durch technische Verbesserungen gesteigert, darunter der Einsatz von Düngemitteln, Mechanisierung, die Biorevolution (neue Züchtungen) und die Einführung von Ursprungsbezeichnungen.

Spezielle Anbaumethoden

  • Gewächshausanbau
  • Geschliffener Anbau: Eine Schicht aus Mist und Sand zur Optimierung der Temperatur.
  • Hydroponik: Anbau ohne Boden.

Anbausysteme: Trocken- und Bewässerungslandwirtschaft

Die Anbausysteme werden nach der Wasserversorgung unterschieden:

  • Trockenlandwirtschaft (Rainfed): Die Bewässerung erfolgt ausschließlich durch Regen. Ein Großteil Spaniens ist Trockenlandwirtschaft.
  • Bewässerungslandwirtschaft: Die Bewässerung erfolgt durch künstliche Methoden.

Obwohl Spanien traditionell Trockenlandwirtschaft betreibt, wurden Bewässerungstechniken stetig weiterentwickelt, wobei wissenschaftliche Fortschritte neue Formen der Bewässerung ermöglichten.

Quellen der Bewässerung

Die Bewässerung kann erfolgen durch:

  • Oberflächenwasser: Aus Stauseen und durch architektonische Bauwerke (Kanäle, Dämme).
  • Grundwasser: Aus Aquiferen (Grundwasserleitern).
  • Aufbereitetes Wasser: Entsalztes oder geklärtes Wasser.

Vor- und Nachteile der Bewässerung

Vorteile: Steigerung der Ernteerträge, Schaffung von Arbeitsplätzen, Förderung der Lebensmittelindustrie.

Nachteile: Hohe volkswirtschaftliche und ökologische Kosten, Konflikte um die Wassernutzung.

Klassifikation der Agrarflächen

Die landwirtschaftlichen Flächen (Agrarländer) lassen sich wie folgt unterteilen:

  1. Kultiviertes Land:
    • Holzgewächse: Olivenhaine (Olivar), Weinberge, Mandelhaine.
    • Ackerbau: Getreide, Futterpflanzen, Industriepflanzen, Gemüse (von grundlegender Bedeutung für die spanische Wirtschaft, da es den Export bestimmt), Kartoffeln, Obst.
  2. Forstflächen: Natürliche oder gepflanzte Bäume.
  3. Grünland und Weideland: Flächen ohne Bebauung oder Bäume.
  4. Brachland

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