Agrarwirtschaft, Industrie und Arbeit im Wandel

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Agrar- und demografische Veränderungen

  • Sinkende Geburtenraten führten zu einer Verlangsamung des Bevölkerungswachstums.
  • Diese Verlangsamung hatte keinen Einfluss auf die interkontinentale Migration.
  • Verstärkte Migration in städtische Zentren führte zu Landflucht.
  • Die Landwirtschaft litt unter einer Krise, die durch die Transportrevolution verursacht wurde.
  • Dank der Leichtigkeit der Kommunikation trafen in Europa preiswerte Lebensmittel ein, die mit der europäischen Landwirtschaft konkurrierten.
  • Die neue Landwirtschaft entstand in den modernsten Ländern Europas, während die traditionelle Landwirtschaft ohne Technik zurückblieb.
  • Das Ergebnis war, dass die europäischen Staaten und der Kapitalismus protektionistische Maßnahmen ergriffen.

Schwankungen und Zyklen

  • Die kapitalistische Wirtschaft ist durch den zyklischen Wechsel verschiedener Phasen gekennzeichnet.
  • Es gibt Phasen des Wohlstands, auf die hohe Krisen folgen und die mit einer Erholungsphase enden.
  • Man unterscheidet zwischen kurzfristigen Schwankungen (alle 10 Jahre) und langfristigen Schwankungen (alle 50 Jahre).
  • Man kann von einem ersten Zyklus sprechen, der auf Baumwolle und Dampf basiert, einem zweiten Zyklus, der auf Eisenbahn und Stahl basiert, und einem dritten Zyklus, der auf dem Verbrennungsmotor, Erdöl und der chemischen Industrie basiert.
  • Die Ursachen für langfristige Zyklen hängen mit technologischen Innovationen und Edelmetallen zusammen, während kurzfristige Schwankungen mit Produktion, Handel, Investitionen und Beschäftigung zusammenhängen.
  • Es gibt drei Arten von Krisen:
    • Agrarkrisen: Übertragen sich auf die Industrie durch Preiserhöhungen. Auf reichliche Nahrungsmittel aufgrund guter Ernten folgten niedrigere Preise, um die Krise zu überwinden.
    • Intermediäre Krisen: Krisen landwirtschaftlichen Ursprungs, die sich auf andere Wirtschaftszweige ausbreiten.
    • Industrielle Krisen: Überproduktionskrisen, die oft mit einer Finanzkrise verbunden sind.

Die Formen der Konzentration

  • Es gibt zwei Formen der industriellen Konzentration:
    • Vertikal: Mehrere Unternehmen, die verschiedene Schritte des Verarbeitungsprozesses durchführen, werden unter einem Dach zusammengefasst.
    • Horizontal: Mehrere Unternehmen, die das gleiche Produkt herstellen, schließen sich zusammen.
  • Auf einer anderen Ebene gibt es:
    • Kartelle: Unternehmen, die sich absprechen, um nicht miteinander zu konkurrieren.
    • Trusts: Mehrere Unternehmen unterstehen einem einzigen Verwaltungsrat.
    • Holdings: Eine Bank kontrolliert mehrere Unternehmen.

Entwicklungen in der Industrie

  • Am Ende des 19. Jahrhunderts war Dampf immer noch die wichtigste Energiequelle, stellte aber ein Hindernis für die industrielle Expansion dar.
  • Die Erfindung des Elektromotors und des Verbrennungsmotors löste diese Schwierigkeiten.
  • Die wissenschaftliche und technische Forschung konzentrierte sich auf neue Bereiche und begann, sich mehr für Atome, Viren usw. zu interessieren.
  • Drei Sektoren entwickelten sich schnell:
    • Strom: Die einzige Energieform, die leicht transportiert werden kann und für verschiedene Zwecke verwendet werden kann. Der große Vorteil war, dass er über große Entfernungen genutzt werden konnte.
    • Mineralölindustrie und Automobil: Um 1900 war die Automobilindustrie noch ein Handwerksbetrieb. 1906 kostete ein Fahrzeug das Sechsfache des Monatsgehalts eines Arbeiters. Die Massenproduktion ermöglichte einen spektakulären Preisrückgang und einen Anstieg der Verkaufszahlen. Der paradigmatische Fall war die Firma Ford, die in den 1920er Jahren die Hälfte aller Autos der Welt herstellte. Die neue Industrie wurde zum Motor des industriellen Wachstums, da sie ganze Branchen in den Ausbau der Fahrzeuge einbezog.
    • Chemische Industrie: Erlebte eine starke Expansion in einem breiten Spektrum von Anwendungen, wie z. B. Sprengstoffen.

Arbeitsorganisation

  • Ziel war es, die Effizienz der Arbeit zu maximieren und unnötige Unterbrechungen zu vermeiden.
  • Der Taylorismus war die Antwort darauf. Seine These war die Kontrolle des Arbeitsprozesses durch Zeitmessgeräte und die Vermeidung unnötiger Bewegungen. Die Arbeit musste in nützliche Aufgaben zerlegt werden, die jeder ausführen konnte.
  • Bei Ford wurden die neuen Theorien in vollem Umfang angewandt.
  • Der Fordismus strebte eine extreme Standardisierung der Produktion an, die in einer logischen Abfolge organisiert und auf das Maximum ausgerichtet war. Die Instrumente, die eingesetzt wurden, um dieses Ziel zu erreichen, ermöglichten außerordentliche Gewinne und eine Senkung der Kosten.
  • Um dies zu erreichen, war es notwendig, die Produktivität durch ein schnelleres Arbeitstempo zu steigern.
  • Der Taylorismus hatte positive Auswirkungen, wie z. B. die Senkung der Lohnnebenkosten und niedrigere Löhne.
  • Babbage: Eine andere Methode, bei der der Produktionsprozess so segmentiert wird, dass für jeden Teil die erforderliche Menge an spezialisierter Arbeit eingesetzt werden kann.

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