Agrarwirtschaft & Landnutzung: Ein Glossar der Fachbegriffe
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Glossar der Agrarwirtschaft und Landnutzung
Teilzeitlandwirtschaft: Definition & Bedeutung
Die Teilzeitlandwirtschaft (auch Nebenerwerbslandwirtschaft) bezeichnet eine Form der Landwirtschaft, die dank Mechanisierung und moderner Anbaumethoden die Bewirtschaftung mit einer bezahlten Arbeit in anderen produktiven Sektoren kombiniert. Sie ist ein wesentlicher Faktor zur Erhöhung des Pro-Kopf-Einkommens (Renta per capita) in vielen ländlichen Gebieten.
Merkmale des modernen Agrarmarktes
Der Agrarmarkt ist typisch für entwickelte Länder. Er hängt von der Leistung ab, die die Hersteller auf den Markt bringen können, um den Kreislauf der Autarkie zu überwinden. Er ist darauf ausgerichtet, einen hohen Prozentsatz der Bevölkerung zu versorgen, der nicht an der landwirtschaftlichen Produktion beteiligt ist. Er zeichnet sich aus durch:
- Hohe Spezialisierung
- Optimierung der Produktionskosten
- Massiver Einsatz mechanischer und biologischer Fortschritte
- Volatilität der Preise
Subsistenzlandwirtschaft: Eigenverbrauch & geringe Produktivität
Die Subsistenzlandwirtschaft ist eine Form der Landwirtschaft, deren Produktion hauptsächlich für den Eigenverbrauch bestimmt ist und sich durch geringe Produktivität auszeichnet. Die Grundnahrungsmittel werden für die Familie oder die bäuerliche Gemeinschaft produziert. Sie ist typisch für die ärmsten Länder.
Extensive Landwirtschaft: Große Flächen, geringe Erträge
Die Extensive Landwirtschaft ist ein Anbausystem, das auf der Nutzung großer Flächen basiert. Es wird in Gebieten praktiziert, in denen die Verfügbarkeit von Ackerland hoch und die Arbeitskraft knapp ist. Die Erträge pro Hektar sind gering.
Intensive Landwirtschaft: Hohe Erträge pro Hektar
Die Intensive Landwirtschaft ist ein Kultursystem in dicht besiedelten Gebieten, in denen Land knapp und teuer ist. Ziel ist es, höhere Erträge pro Hektar zu erzielen, was hohen Kapital- und Arbeitsaufwand erfordert.
Halbpacht: Pachtform mit Ernteanteil
Die Halbpacht ist eine spezielle Form der Verpachtung von Grundstücken, die derzeit rückläufig ist. Die Eigentümer stellen den Pächtern (Bauern) zumindest einen Teil der Produktionsmittel (Maschinen, Saatgut, Dünger etc.) und die gepachteten Flächen zur Verfügung, im Austausch für einen im Voraus vereinbarten Anteil an der Ernte.
Flurbereinigung: Neuordnung ländlicher Grundstücke
Die Flurbereinigung besteht aus einer Reihe von Maßnahmen zur Neuverteilung ländlicher Grundstücke, um diese in größere, reguläre und leichter zugängliche Einheiten zusammenzufassen. Dies schließt den Schutz freier Weideflächen ein. Sie kann auch große Domänen oder Flächen mit Sträuchern und Bäumen umfassen, die der Viehzucht und/oder Forstwirtschaft dienen.
Extensive Viehzucht: Geringe Kosten, natürliche Futterbasis
Die Extensive Viehzucht ist ein System der Tierhaltung, das sich durch geringe Erträge pro Hektar und pro Tier auszeichnet, selbst wenn einige Produktionsmittel eingesetzt werden. Ziel ist die kostengünstige Produktion unter Nutzung von Gras, Stoppeln und Weiden bei geringem Arbeitsaufwand. In trockeneren Gebieten erfolgt oft ein Ausverkauf (Verkauf der Herde) vor der Trockenzeit. In Spanien wird diese Form der Schaf- und Ziegenhaltung auf den beiden Sub-Plateaus und in Andalusien betrieben.
Intensive Viehzucht: Hochleistung auf engstem Raum
Die Intensive Viehzucht ist eine Form der Landwirtschaft, die darauf abzielt, möglichst viele Hochleistungstiere auf kleinstem Raum zu produzieren. Wichtige Eigenschaften sind:
- Die Wahl spezifischer Rassen
- Die Anwendung moderner Techniken
- Die Analyse der Nachfrage
- Die effiziente Nutzung der Arbeitskräfte
Kleinbetrieb (Smallholding): Niedrige Erträge
Ein Kleinbetrieb (Smallholding) ist ein kleines landwirtschaftliches Anwesen, das der Landwirtschaft oder Tierproduktion dient und sehr niedrige Erträge erzielt. Dies liegt an der geringen Größe, wodurch die Mechanisierung erschwert oder die Praxis der Stilllegung (Brachlegung) behindert wird.
Monokultur: Anbau einer einzigen Kulturpflanze
Die Monokultur ist ein Anbausystem, bei dem alle Grundstücke auf einem Bauernhof oder alle Betriebe in einer Region einer einzigen Kultur gewidmet sind.
Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU
Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP/PAC) ist die EU-Agrarpolitik, die Leitlinien für die Mitgliedsländer festlegt, welche ihre Strukturen anpassen müssen, um diesen Richtlinien zu entsprechen. Ihre Ziele sind:
- Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität
- Sicherstellung eines angemessenen Lebensstandards und der Würde der landwirtschaftlichen Bevölkerung
- Stabilisierung der Märkte
- Sicherheit der Betriebe
- Sichere Versorgung der Verbraucher zu angemessenen Preisen
- Umweltschutz
- Entwicklung rückständiger Gebiete
Bewässerung: Künstliche Wasserzufuhr in der Landwirtschaft
Die Bewässerung ist eine landwirtschaftliche Technik, die auf der künstlichen Zufuhr von Wasser zu den Feldern basiert. Sie wird in den meisten Gebieten praktiziert, in denen der Niederschlag gering oder unregelmäßig ist, z. B. im Mittelmeerraum.
Aufforstung: Schutz vor den Folgen der Entwaldung
Die Aufforstung ist die Anpflanzung von Bäumen dort, wo keine wuchsen oder wo sie verschwunden sind. Ziel ist es, die katastrophalen Auswirkungen der Entwaldung auf den Boden abzumildern.