Akutes Nierenversagen: Ursachen, Symptome und Diagnose

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Akutes Nierenversagen (ANV)

Zeichen und Symptome

ANV ist gekennzeichnet durch Oligurie (Urinausscheidung von weniger als 400 ml), erhöhte Stickstoffprodukte sowie Elektrolyt- und Säure-Basen-Anomalien. Es kann asymptomatisch verlaufen.

Klassifizierung des akuten Nierenversagens

1. Prärenales Nierenversagen

Hierbei handelt es sich um eine durch Nierenminderdurchblutung bedingte Abnahme der glomerulären Filtrationsrate (GFR). Es sind keine direkten Schäden am Nierenparenchym vorhanden. Prärenales Nierenversagen ist mit 55 % die häufigste Form des ANV. Es ist oft reversibel, wenn die Ursache schnell behoben wird. Bei länger andauernder Minderdurchblutung kann es jedoch zu Ischämieschäden und akuter Tubulusnekrose kommen. Besonders betroffen sind die Tubuli und die Henle-Schleife.

Phasen des prärenalen Nierenversagens:

  • Ausbauphase: Schwellung und Ischämie treten auf.
  • Erhaltungsphase: 1-2 Wochen nach Beginn, gekennzeichnet durch eine anhaltend niedrige GFR von 5-10 ml/min.
  • Regenerationsphase: Epithelzellen der Nierentubuli regenerieren sich, die GFR erholt sich allmählich.

Klinisches Bild des prärenalen Nierenversagens:

Hypovolämie mit trockenen Schleimhäuten, Schwindel, Kopfschmerzen, Durst, Hypotonie und Tachykardie.

2. Intrinsisches Nierenversagen

Hierbei handelt es sich um Erkrankungen, die das Nierenparenchym direkt schädigen. 40 % der Fälle sind auf äußere Ursachen zurückzuführen, z. B. Medikamente wie Ketorolac (bei Einnahme über mehr als 10 Tage) oder Antibiotika wie Aminoglykoside (z. B. Amikacin), die nephrotoxisch wirken und die Epithelzellen der Nierentubuli schädigen.

Klinisches Bild des intrinsischen Nierenversagens:

Asymptomatisch, mit allgemeinem Unwohlsein, Asthenie, Schwäche, Hämaturie und möglicherweise Schmerzen.

3. Postrenales Nierenversagen

Hierbei handelt es sich um Erkrankungen, die mit einer Harnabflussbehinderung einhergehen (ca. 5 % der Fälle). Ursachen können Blutgerinnsel, Nierensteine oder Entzündungen sein.

Klinisches Bild des postrenalen Nierenversagens:

Asymptomatisch, mit möglichen Schmerzen im Genitalbereich.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch:

  • Klinisches Bild
  • Laboruntersuchungen: Erhöhte Harnstoff- und Kreatininwerte (normal ist <1 mg/dl), Hyperkaliämie, Hyperphosphatämie, Hyponatriämie. Im Urinbefund (EGO) finden sich Proteine, granulierte Zylinder, Hämoglobin und Erythrozyten. Die Kreatinin-Clearance ist erniedrigt.
  • Bildgebende Verfahren: Ultraschall, Magnetresonanztomographie (MRT), retrograde Pyelographie, Ausscheidungsurographie.

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