Amerikanische Unabhängigkeit & Industrielle Revolution
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Die Amerikanische Revolution und der Aufstieg der USA
Die Nordamerikanische Revolution und die Unabhängigkeit der britischen Kolonien in Nordamerika markierten einen Wendepunkt. Der Aufstand der Kolonien gegen Großbritannien war die erste Revolution bürgerlichen Charakters und diente als Präzedenzfall für spätere Bewegungen (z. B. die Französische Revolution oder die Unabhängigkeit der spanischen Kolonien). Ihre Bedeutung liegt darin, dass erstmals eine liberale politische Organisation auf den ideologischen Grundlagen der Aufklärung konkret umgesetzt wurde.
Die 13 Kolonien vor der Revolution
Mitte des 18. Jahrhunderts besaß Großbritannien an der Atlantikküste Nordamerikas 13 Kolonien:
- Die 8 nördlichen Kolonien stützten ihre Stärke auf Industrie und Handel und wurden von einer reichen Bourgeoisie geführt.
- Die 5 südlichen Kolonien waren landwirtschaftlich geprägt (Baumwoll-, Reis- und Tabakplantagen, auf denen schwarze Sklaven arbeiteten). Die besitzende Klasse bestand hauptsächlich aus Großgrundbesitzern.
Sie unterstanden der britischen Krone unter König George III., genossen jedoch eine begrenzte Autonomie. Die britischen Gouverneure bildeten die höchste Autorität. Da sie keine Vertretung im britischen Parlament hatten, konnten sie bei wichtigen Fragen wie der Besteuerung nicht mitwirken. Dieses Fehlen politischer Partizipation erzeugte Unruhe unter den Siedlern, die nach mehr Autonomie strebten.
Ursachen und Auslöser der Revolution
Seit Mitte des 18. Jahrhunderts verschlechterten Faktoren wie wirtschaftliche Abhängigkeit und mangelnde politische Autonomie die Beziehungen zwischen den Siedlern und der Metropole. Der Auslöser für den Aufstand war die Finanzkrise Englands nach dem Siebenjährigen Krieg (1756–1763). Die Krone versuchte, das Defizit durch neue Steuern für die Siedler auszugleichen.
Eine dieser Steuern war der Stamp Act (Stempelgesetz, 1765), der Gebühren auf offizielle Dokumente und Zeitungen erhob. Nach heftigem Widerstand wurde dieses Gesetz zurückgenommen. Doch 1767 wurden mit den Townshend Acts neue Steuern auf Papier, Glas, Blei und Tee eingeführt. Dies führte schließlich zur "Boston Tea Party" (1773). Im September 1774 forderte ein Kongress in Philadelphia die Zusammenarbeit der Kolonien gegen die Briten, zunächst noch beschränkt auf Forderungen nach einer Bill of Rights.
Der Unabhängigkeitskrieg der 13 Kolonien
Der Krieg begann im April 1775 mit der Schlacht von Lexington. Er wies folgende Merkmale auf:
- Es trafen zwei militärische Konzepte aufeinander: Die reguläre britische Armee (verstärkt durch 7.000 Söldner und indianische Stämme) war technisch überlegen, litt aber unter der Entfernung zu ihren logistischen Basen.
- Auf der anderen Seite standen die Siedler, deren improvisierte Waffengewalt von George Washington in eine effektive Armee umgewandelt wurde.
Ein Krieg mit internationalem Charakter
Im Jahr 1778 (nach dem Hilferuf von Benjamin Franklin) griffen die absolutistischen Mächte Frankreich und Spanien zur Unterstützung der jungen Republik ein, um England zu schwächen. Auch die Niederlande intervenierten.
Phasen und Ausgang des Konflikts
Nach einer für Großbritannien günstigen Anfangsphase änderte sich der Kurs nach dem Sieg der Kolonisten bei Saratoga (1777). Die Schlacht von Yorktown (1781) entschied den Konflikt. 1783 wurde der Friede von Versailles unterzeichnet, in dem England die Unabhängigkeit der Kolonien anerkannte.
Die Schaffung eines neuen Staates
Der neue Staat basierte auf Werten der Aufklärung. Er garantierte natürliche, individuelle und nicht übertragbare Rechte: Leben, Freiheit, Gleichheit und Eigentum. Diese wurden in der Declaration of Independence (Juli 1776) von Thomas Jefferson und der Bill of Rights von Virginia festgeschrieben.
Thema 6: Die Industrielle Revolution
Der britische Fall
Eine Revolution bedeutet einen abrupten Wandel. Die Industrielle Revolution war ein Prozess, bei dem das System der handwerklichen Produktion durch die industrielle Massenproduktion ersetzt wurde. Sie begann im 18. Jahrhundert in Großbritannien und weitete sich im 19. Jahrhundert auf Frankreich, Belgien, Deutschland, die USA und Japan aus.
Hauptmerkmale der Industrialisierung
- 1. Ersatz menschlicher Arbeit durch Maschinen.
- 2. Ersatz tierischer Kraft durch mechanische Energie.
- 3. Nutzung neuer Rohstoffe: Kohle statt Holz sowie Eisen und Baumwolle.
Diese Änderungen transformierten die Organisation der Produktion (Serienfertigung), die Arbeitsbeziehungen (Arbeitgeber/Arbeitnehmer), die Standorte (Fabriken) und die Bevölkerungsverteilung (Urbanisierung).
Warum begann die Revolution in Großbritannien?
Mehrere Faktoren begünstigten diese Entwicklung:
- Politisches System: Kontrolle durch die Bourgeoisie.
- Agrarrevolution: Neue Gesetze (Enclosures) beendeten die Gemeinweiden (Open Fields). Dies führte zu Landflucht (billige Arbeitskräfte für die Industrie) und einer gesteigerten Nahrungsmittelproduktion.
- Bevölkerungswachstum: Zwischen 1750 und 1850 verdreifachte sich die britische Bevölkerung dank besserer Hygiene und Medizin. Dies schuf sowohl Arbeitskräfte als auch Konsumenten.
- Technologische Innovationen: Die Erfindung der Dampfmaschine revolutionierte die Textilindustrie und den Transport (Eisenbahn und Dampfschiff).
Diese Faktoren waren sowohl Ursache als auch Folge der industriellen Entwicklung und verstärkten sich gegenseitig in einem kontinuierlichen Prozess.