Analyse des Arbeitsmarktes: Angebot, Nachfrage und Struktur

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Das Arbeitskräfteangebot verstehen

Das Arbeitskräfteangebot ergibt sich aus der Aggregation verschiedener individueller Kurven. Es zeigt die Menge an Arbeit, die Einzelpersonen bereit sind, gegen einen bestimmten Lohn auszutauschen. Dieses Angebot ist eng mit der Bevölkerungsentwicklung verknüpft:

  • Geburtenrate: Eine hohe Anzahl an Geburten führt zu einem Anstieg des Arbeitsangebots. Sinkende Geburtenraten verursachen eine stagnierende oder sogar sinkende Zahl an Arbeitskräften in der Zukunft.
  • Migration: Abwanderung führt zu einem Rückgang des Arbeitsangebots im Herkunftsland, während Zuwanderung das Angebot im Zielland erhöht.
  • Gesellschaftliche Werte: Soziale Normen spielen eine große Rolle. Die zunehmende Gleichberechtigung und die veränderte Rolle der Frau haben dazu geführt, dass mehr Frauen außerhalb des Haushalts arbeiten, was das Arbeitsangebot deutlich erhöht hat.
  • Kinderarbeit: Die gesellschaftliche Ablehnung von Kinderarbeit führt dazu, dass junge Menschen dem Arbeitsmarkt fernbleiben und stattdessen länger in der Ausbildung verbleiben.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften

Die Arbeitsnachfrage entspricht der Anzahl an Arbeitskräften, die Unternehmer zu einem bestimmten Gehaltsniveau bereit sind einzustellen. Der Grenzproduktwert ist dabei entscheidend: Er beschreibt den zusätzlichen Gewinn, den ein Unternehmen durch den Einsatz eines weiteren produktiven Faktors erzielt, während andere Faktoren konstant bleiben.

Da die Produktivität das Verhältnis zwischen den produzierten Gütern und den eingesetzten Faktoren beschreibt, gilt für den Arbeitsmarkt: Die Produktivität ist der Wert der von den Arbeitnehmern erzeugten Produktion im Verhältnis zu den Gesamtkosten ihrer Beschäftigung.

Das Marktgleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt

Ein Marktgleichgewicht entsteht dort, wo das gesamtwirtschaftliche Angebot und die Nachfrage nach Arbeit aufeinandertreffen. Wenn die Löhne das Gleichgewichtsniveau überschreiten, entsteht ein Überangebot. Dies übt einen Abwärtsdruck auf die Löhne aus, da Arbeitslose bereit wären, für ein geringeres Gehalt als das aktuelle zu arbeiten.

Liegen die Löhne hingegen unter dem Gleichgewichtsniveau, finden Unternehmen nicht genügend Arbeitnehmer, die bereit sind, ihre Arbeit zu den aktuellen Konditionen zu verkaufen. Dies führt zu einer Anpassung nach oben, bis der Gleichgewichtslohn erreicht ist. Arbeitslosigkeit entsteht durch dieses Ungleichgewicht im Markt, wenn das Arbeitsangebot die Nachfrage übersteigt.

Struktur der Gesamtbevölkerung

Die Bevölkerung (am Beispiel Spanien) lässt sich wie folgt gliedern:

  • Gesamtbevölkerung
  • Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter: Personen zwischen 16 und 65 Jahren.
  • Abhängige Bevölkerung: Personen unter 16 Jahren und über 65 Jahren.
  • Aktive Bevölkerung: Personen im erwerbsfähigen Alter, die arbeiten oder aktiv Arbeit suchen.
    • Beschäftigte: Arbeitnehmer in einem Beschäftigungsverhältnis.
    • Arbeitslose: Personen, die arbeiten wollen und suchen, aber keine Stelle finden.
  • Inaktive Bevölkerung: Personen, die nicht arbeiten wollen oder nicht suchen.

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