Analyse von Bécquers Rimas: XXXI, XXXV und XXXVIII

Eingeordnet in Sprache und Philologie

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 6,26 KB

Analyse der Rima XXXI von Gustavo Adolfo Bécquer

Kommentar:

Rima XXXI

Unsere Leidenschaft war eine tragische Farce,
deren absurde Fabel
das Komische und die schwere Verwirrung nutzte,
um Lachen und Weinen zu provozieren.
Aber das Schlimmste an der Geschichte war,
dass am Ende des Tages
sie Tränen und Lachen berührten,
und mich nur die Tränen.

1. Einordnung

  • Jahrhundert: XIX (19. Jahrhundert)
  • Literaturgattung: Romantische Poesie
  • Autor: Gustavo Adolfo Bécquer
  • Werk: Rimas

2. Thematik

  1. Einführung in das Schöne.
  2. Der Kontrast der Gefühle: In einigen Fällen Lachen, in anderen Weinen.
  3. Die Frustration über ein gebrochenes Herz.
  4. Das tragische Ende und der Schmerz einer erträumten Liebe.

3. Formale Analyse

In diesem Gedicht werden elfsilbige (Endecasílabos) und achtsilbige (Octosílabos) Verse kombiniert. Es liegt ein unreiner Reim bzw. eine Assonanz vor.

1 - Frei2 - Frei3 - Frei4 - a5 - B6 - a7 - B8 - a

In diesem Reim finden sich viele Antithesen und Kontraste (Lachen und Weinen). Eine Metapher identifiziert „unsere Leidenschaft“ mit einer „tragischen Farce“. Zudem spiegelt sich in den letzten beiden Versen ein Parallelismus wider, indem erst die Person und dann das Bild gegenübergestellt werden.

4. Interpretation und Stellungnahme

  • Literarische Einordnung: Das Thema Liebe wird als essentielles Element der Lebensqualität genutzt, mit all seinen Vor- und Nachteilen. Bécquer verwendet Techniken der romantischen Poesie, wie einen extrem einfachen Stil, um die Lektüre zu erleichtern.
  • Persönliche Meinung: Es ist die Geschichte einer verlorenen Liebe und eines gebrochenen Herzens. Während die Welt den Schmerz vielleicht als gewöhnlich betrachtet, ist die Aufrichtigkeit in diesem Reim einzigartig. Nur wenige konnten den Schmerz einer Trennung so tiefgreifend verstehen wie Bécquer.

Analyse der Rimas XXXV und XXXVIII

Rima XXXV

Ich bewunderte dein Vergessen! Obwohl ich eines Tages
deine Liebe noch mehr bewunderte,
denn das, was in mir ist, ist etwas wert,
etwas, das du nicht einmal erahnen konntest.

Rima XXXVIII

Seufzer sind Luft und gehen in die Luft,
Tränen sind Wasser und fließen zum Meer.
Sag mir, Frau, wenn die Liebe vergessen wird,
weißt du, wohin sie geht?

1. Ort der Arbeit

Die Rimas XXXV und XXXVIII stammen aus dem berühmten Werk „Rimas y Leyendas“ von Gustavo Adolfo Bécquer.

2. Thema

Diese Reime behandeln die Gleichgültigkeit und die Vorstellung, dass Liebe ein immaterielles Ideal ist.

3. Inhaltliche Gliederung

  • Rima XXXV: Der Dichter zeigt sich überrascht darüber, wie leicht es für die Frau war, ihn zu vergessen.
  • Rima XXXVIII: Hier wird die Liebe als poetischer Zustand beschrieben, der im Gedächtnis gespeichert ist. Es wird versucht zu verstehen, dass wahre Liebe über bloße Verse hinausgeht.

4. Formale Analyse

Metrik

Es handelt sich um kurze Verse mit Assonanzreim (nur die Vokale reimen sich). Es sind überwiegend elfsilbige Verse.

Reimschema Rima XXXV:

1 - Frei2 - Reim3 - Frei4 - Reim

Reimschema Rima XXXVIII:

1 - Frei2 - Reim3 - Frei4 - Reim

In Rima XXXV wurden Enjambements (Zeilensprünge) verwendet, zum Beispiel: „...Aber eines Tages bewunderte ich deine Liebe mehr...“.

In Rima XXXVIII finden sich Vergleiche und Parallelismen:

  • Seufzer sind Luft (Vergleich)
  • Tränen sind Wasser (Vergleich)
  • „Seufzer sind Luft und gehen in die Luft“ / „Tränen sind Wasser und gehen zum Meer“ (Parallelismus)

5. Stellungnahme

  • Schriftstellerische Absicht: Der Dichter drückt seine Enttäuschung gegenüber Frauen aus. Er thematisiert den Wunsch zu vergessen und möchte seine Gefühle für den Leser greifbar machen.
  • Persönliche Meinung: Man fühlt den Schmerz des Autors über eine unglückliche Liebe. Es zeigt die Enttäuschung über die Plötzlichkeit des Vergessens. In Rima XXXVIII stellt er die philosophische Frage, wohin ein so reines Gefühl wie die Liebe verschwindet, wenn es endet.

Der Postromantismus und Bécquers Werk

Die Epoche

Die Postromantik (Posromanticismo) findet in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts statt. Die Literatur entwickelt sich hierbei weg von der reinen Romantik hin zum Realismus. Diese Strömung betont das Gefühl: Einsamkeit, Tod, Liebe und Herzschmerz stehen im Fokus, während historische und legendäre Themen in den Hintergrund rücken.

Allgemeine Themen der Rimas von Bécquer

Das Hauptthema ist die Liebe, unterteilt in vier Unterthemen:

  • Die ideale Frau
  • Die unzugängliche Frau
  • Die empfundene Frau
  • Die Entrealisierung der Frau

Das Buch ist strukturell in vier Gruppen unterteilt:

  1. Texte über die Poesie selbst.
  2. Reime über die Liebe in ihrer positiven, freudigen Form.
  3. Reime über Herzschmerz und Enttäuschung.
  4. Gedichte über die psychologische Moral, Einsamkeit und Unsicherheit des Dichters.

Verwandte Einträge: