1. Badinerie – Johann Sebastian Bach
- Form: Binär, 2/4-Takt, Allegro.
- Rhythmus: Auftaktiger (anakrusischer) Takt, regelmäßiger Rhythmus, wichtiges Element des Stücks.
- Melodie: Wellenförmige Melodie mit Trillern, vor allem in der Hauptmelodie.
- Textur: Begleitete Melodie (Melodia acompañada). Das gesamte Orchester begleitet die Soloflöte.
- Instrumentierung: Die Flöte ist das wichtigste Instrument; sie führt die Melodie über dem Basso Continuo.
- Kontext: Teil der Orchestersuite Nr. 2 in h-Moll (BWV 1067). Es ist der letzte Tanz der Suite.
- Charakter: Profan, rein instrumental, gehobene Kulturmusik (Culta).
- Epoche: Barock, 18. Jahrhundert.
- Komponist: Johann Sebastian Bach.
2. Symphonie Nr. 5 – Ludwig van Beethoven
- Form: Binär, 2/4-Takt, Allegro con brio.
- Rhythmus: Akephalisch (kopflos) beginnender Takt. Das markante Motiv aus vier Noten ist charakteristisch für das gesamte Werk.
- Melodie: Sprunghafte Wellenbewegung, besonders in der 3. und 4. Note in c-Moll. Die Arbeit arbeitet stetig mit Crescendo-Effekten.
- Textur: Alle Texturen sind möglich: homophon, kontrapunktisch und begleitete Melodie. In der Durchführung erkennen wir verschiedene motivische Verarbeitungen.
- Instrumentierung: Sinfonieorchester. Besondere Bedeutung haben die Bläser (Flöten, Oboen, Klarinetten, Fagotte).
- Struktur: Erster Satz der Symphonie in Sonatenhauptsatzform. Innovativ ist die Allgegenwart des rhythmischen Motivs in allen Teilen des Werks.
- Charakter: Reine Instrumentalmusik, profan, gehobene Kulturmusik.
- Epoche: Romantik (entstanden 1805–1808).
- Werk: 1. Satz (Allegro con brio) der Symphonie Nr. 5 in c-Moll, Opus 67.
- Komponist: Ludwig van Beethoven.
3. Gregorianischer Choral – Veni Creator Spiritus
- Rhythmus: Freier Rhythmus, verbal orientiert, moderates Tempo.
- Struktur: Das Werk hat einen thetischen Beginn (auf dem Taktschwerpunkt).
- Melodie: Wellenförmiger Verlauf, typisch für gregorianische Ensembles. Es handelt sich um einen syllabischen Gesang (eine Note pro Silbe), aufgebaut auf dem 8. gregorianischen Modus. Der Text ist in Latein verfasst.
- Textur: Monophonie (Einstimmigkeit), der Chor singt unisono.
- Besetzung: Männlicher Chor, Interpretation a cappella (ohne Instrumente).
- Form: Hymnus in Strophenform; die gleiche Musik wird für alle Strophen verwendet.
- Charakter: Vokalmusik, religiöser Inhalt, altes gregorianisches Lied.
- Epoche: Mittelalter (9. Jahrhundert).
- Werk: Veni Creator Spiritus, anonym überliefert, oft Rabanus Maurus zugeschrieben.
4. La donna è mobile – Giuseppe Verdi
- Takt: Ternär, 3/8-Takt, Allegretto.
- Rhythmus: Thetisch, lebhafter Cantabile-Rhythmus.
- Melodie: Gebaut auf Tonsprüngen und stufenweisen Bewegungen. Syllabische Textplatzierung, obwohl auch Melismen vorkommen.
- Textur: Melodie mit instrumentaler Begleitung durch das Orchester.
- Besetzung: Tenor-Stimme (hohe Männerstimme).
- Form: Arie mit orchestraler Einleitung.
- Charakter: Vokalmusik mit Instrumenten, gehobene Kulturmusik.
- Epoche: Romantik (1851).
- Werk: "La donna è mobile" aus der Oper Rigoletto.
- Komponist: Giuseppe Verdi.
5. La verbena de la Paloma – Tomás Bretón
- Takt: Binär, 2/4-Takt, langsames Habanera-Tempo.
- Rhythmus: Auftaktig (anakrusisch).
- Melodie: Sprunghafte Melodie mit populärem Charakter. Das Werk steht in D-Dur.
- Textur: Begleitete Melodie.
- Besetzung: Duo für Sopran und Tenor. Das Orchester umfasst Flöten, Pfeifen, Oboen, Klarinetten, Fagotte, Trompeten usw.
- Form: Duo aus einer Zarzuela (spanische Gattung).
- Charakter: Szenische und theatralische Farce, Genre Lírico Chico.
- Epoche: Nationalismus (1894).
- Werk: "¿Dónde vas con mantón de Manila?" aus La verbena de la Paloma.
- Komponist: Tomás Bretón.
6. Prélude à l'après-midi d'un faune – Claude Debussy
- Takt: Wechselnde Takte mit ternärer Unterteilung (6/8, 9/8, 12/8).
- Tempo: Sehr moderat. Der Rhythmus ist hier das am wenigsten dominante Element.
- Melodie: Breit angelegt mit einer Dominanz von Tonschritten. Die Melodie ist eines der prägendsten Elemente des Werks.
- Textur: Verschiedene Arten, vorherrschend luftige Klangfarben. Die harmonische Sprache galt als revolutionär.
- Instrumentierung: Die Orchestrierung ist paradigmatisch für den Impressionismus.
- Form: Frei gestaltet, folgt einem leitenden Gedanken (Idée conductrice). Es wirkt wie eine Abfolge flüchtiger Momente.
- Charakter: Instrumentale Programmmusik, gehobene Kulturmusik, orchestrale Dichtung.
- Epoche: Impressionismus (1892–1894).
- Werk: Prélude à l'après-midi d'un faune (Vorspiel zum Nachmittag eines Fauns).
- Komponist: Claude Debussy.