Analyse: Bernarda Albas Haus und El sí de las niñas
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Bernarda Albas Haus von Federico García Lorca
Bernarda Albas Haus stellt einen weiteren dramatischen Gipfel im Werk von Federico García Lorca dar. Wie bei vielen anderen Dichtern zu beobachten ist, wirkt dieses Werk fast wie eine Warnung. Es wurde nur einen Monat vor Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs fertiggestellt und zwei Monate, bevor Lorca ermordet wurde. Ein zentrales Thema, das auch zum Suizid von Adela führt, ist der Missbrauch von Autorität.
Genre und literarische Einordnung
Obwohl das Stück den Untertitel „Drama von Frauen in den Dörfern“ trägt, stellt sich die Frage, ob es sich – wie Yerma oder Bluthochzeit – um eine Tragödie handelt. Gemeinsame Merkmale dieser drei Werke sind:
- Die Handlungen werden primär von Frauen getragen.
- Das sexuelle Element ist der Motor der Handlung.
- Sie haben ein tragisches Ende (Tod).
- Die Landschaft ist typisch andalusisch.
In diesem Werk gibt es jedoch keine Vermischung von Prosa und Versen (es existieren lediglich zwei kleine Lieder), keinen Chor und keine rein symbolischen Zeichen. Es ist ein Drama zwischen Tragödie und Komödie, das dem Realismus nahesteht. Lorca wollte ein „fotografisches Dokument“ schaffen. Es zeigt das ländliche Spanien, geprägt von Traditionen und dem starken Charakter der Bewohner Andalusiens oder der Extremadura. Das Buch verdeutlicht den Einfluss der gesellschaftlichen Meinung auf familiäre Entscheidungen.
El sí de las niñas: Die Mädchen von Moratín
Leandro Fernández de Moratín schuf im 18. Jahrhundert mit diesem Werk eine klassizistische Komödie der Aufklärung. Es wurde 1805 veröffentlicht, 1806 uraufgeführt und 1815 von der Inquisition verboten. Es gilt als das bedeutendste Werk Moratíns.
Struktur und Thematik des Werks
Das Stück ist in drei Akte gegliedert (Einleitung, Mittelteil und Ende) und respektiert die drei Einheiten des klassischen Dramas. Das Thema der ungleichen Ehen wurde bereits von Cervantes im Don Quijote behandelt, hier jedoch neu interpretiert. Mit nur sieben Charakteren (vier Männer und drei Frauen) kritisiert das Werk den Brauch, dass Eltern über die Heirat ihrer Töchter entscheiden, sowie die mangelhafte Erziehung, die den Mädchen zuteilwurde.
Stil und persönliche Bewertung
Der Sprachstil ist für die Epoche unkompliziert, voller umgangssprachlicher Wendungen (inklusive Laísmo und Leísmo) und wirkt sehr glaubwürdig. Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten mit der historischen Sprache ist die Geschichte sehr interessant, realistisch und nachvollziehbar. Die vorliegende Ausgabe enthält zudem Informationen über das Leben von Moratín und die Probleme mit der Zensur durch die Inquisition. Die Protagonistin Francisca weigert sich klar und scharf, sich den Heiratsplänen zu beugen. Obwohl solche Ehen damals an der Tagesordnung waren, lehnt sie sich gegen die Gesellschaft und ihre Mutter auf, um über ihre eigene Zukunft zu entscheiden.