Analyse der Beziehung von Michael und Hanna in „Der Vorleser“

Eingeordnet in Sprache und Philologie

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 4,23 KB

Michaels Entwicklung und die Beziehung zu Hanna

Michael strengt sich an, um das Schuljahr erfolgreich abzuschließen, da er wegen seiner Krankheit sehr viel Unterrichtsstoff verpasst hatte. Er stellt sich viele Fragen zum Thema Ehe und Glück und fragt sich, ob beides bis in die Ewigkeit halten könne. Zudem sieht er sich selbst vor sich, als er an die glückliche Zeit zurückdenkt: als zerzauster Junge mit zu langen Armen und Beinen. Auch erzählt er, dass er in der Schule weder gut noch schlecht war, sich selbst aber auch nicht mochte.

Er berichtet weiter von Hanna, die aus der Situation heraus lebte und wenig von ihrer eigenen Vergangenheit erzählte. Genauso verhielt es sich mit der Zukunft; sie mochte kaum nach vorne denken. Michael erzählt zudem, dass er nicht gerne zusammen mit seiner Mutter gesehen wurde, es ihm mit Hanna jedoch egal war – er war sogar stolz darauf. Michael beschreibt außerdem, dass er sich damals wie ein Erwachsener mit Hanna gefühlt hat, heute aber einen 15-Jährigen als Kind sehen würde.

Der rituelle Ablauf ihrer Treffen

  • Michael liest Hanna vor.
  • Sie duschen gemeinsam.
  • Anschließend schlafen sie miteinander.

Hanna liebte es, wenn Michael vorlas. Sie war eine aufmerksame Zuhörerin und reagierte genau richtig an den entsprechenden Stellen. Beide genossen ihre gemeinsame Zeit.

Konflikte und die Reise nach Ostern

Am ersten Tag der Osterferien steht Michael extra früh auf und steigt in den Zug ein, in dem Hanna als Schaffnerin mitfährt. Er weiß, welche Schichten sie hat und auf welchen Strecken sie fährt. Michael steigt in den zweiten Waggon ein und wartet darauf, dass Hanna zu ihm kommt. Sie befindet sich im ersten Waggon und unterhält sich mit dem Fahrer.

Hanna kommt nicht zu ihm. Nach mehreren Stationen vergebenen Wartens steigt Michael schließlich traurig aus. Er geht den Weg nach Hause zurück und weiß nicht, was er von Hannas Verhalten halten soll. Zum üblichen Zeitpunkt erscheint er dann wieder vor ihrer Wohnung und will sie fragen, warum sie ihn in der Straßenbahn ignoriert hat. Sie weist ihn ab und behauptet, er habe sie gekränkt, weil er sie nicht habe kennen wollen. Traurig geht Michael nach Hause, besucht Hanna aber eine halbe Stunde später erneut, da er das Gefühl nicht aushalten konnte. Er fragt sie, ob sie ihm verzeihen kann. Hanna stimmt zu. Anschließend schlafen sie miteinander. Jedes Mal, wenn die beiden sich streiten, lässt sich Michael zu einer Entschuldigung erniedrigen und gibt so Dinge zu, die er niemals getan hat.

Die Fahrradtour und der Gürtel-Vorfall

Im 11. Kapitel des Buches „Der Vorleser“, geschrieben von Bernhard Schlink, entscheiden sich Hanna und Michael, in der Woche nach Ostern eine Fahrradtour zu machen. Michael erzählt, dass er nicht mehr weiß, was er seinen Eltern genau gesagt hat, bevor er mit Hanna weggefahren ist. Michael möchte für Hanna bezahlen, hat aber nicht genug Taschengeld, obwohl er während seiner Krankheit nichts ausgegeben hatte. Er verkauft also seine Briefmarkensammlung für siebzig Mark. Obwohl er sich betrogen fühlt, sagt er nichts.

Hanna und Michael sind beide aufgeregt. Er berichtet von der schönen Fahrt entlang der Wälder an der Rheinebene; sie haben sich zusammen diese Landschaft angeschaut und viel erzählt. In der ersten Nacht kuscheln sich beide aneinander und Michael stellt sich so jede Nacht mit ihr vor. Die nächsten Nächte schlafen sie aber vor Erschöpfung durch. Hanna lässt Michael die Route bestimmen; für sie sei es auch mal schön, nicht die Verantwortung zu haben.

Eines Morgens möchte Michael Hanna mit Frühstück und Blumen überraschen. Er schreibt ihr einen Zettel, dass er gleich wieder zurückkommt. Hanna ist sehr zornig, als er zurückkehrt. Sie schlägt seine Lippen mit ihrem Gürtel blutig und bricht heulend zusammen. Michael sucht nach dem Zettel, als er sie beruhigt hat, doch er findet ihn nicht. Hanna sagt, sie würde ihm gerne glauben, sehe aber keinen Zettel. Anschließend las er ihr wieder etwas vor und fand es schön, eine andere Seite von Hanna kennengelernt zu haben: nicht nur die starke, sondern auch die sanfte.

Verwandte Einträge: