Analyse: Calder's Stabile Mobile und Mondrians Neoplastizismus
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Analyse bedeutender Werke der modernen Kunst
Stabile Mobile von Alexander Calder (ca. 1965)
Autor: Alexander Calder
Entstehungszeit: 1965
Stil: Kinetisch (Kinetic Art)
Thematik: Literarische Künste (Bibel, Mythologie, Geschichte, Apokryphen, soziale, politische Themen). Inspiriert von Formen, die im Universum schweben, simuliert es die Bewegungen der Himmelskörper. Es stellt eine Allegorie des Sonnensystems dar, wobei ein Element die Sonne und zwei andere den Mond und die Erde repräsentieren, um die Bewegung der Körper zu simulieren.
Technische und Formale Elemente
- Technik: Polychrome, freistehende Skulptur aus Metallplatten und Drähten.
- Formale Elemente: Die Skulptur ist farblich reduziert: schwarzer und dunkler metallischer Sockel. Sie zeigt Formen in Bewegung, die sich um die Komposition herum bewegen.
Struktur und Wirkung
Die große Masse ist stabil und schwer, was eine breite Basis erfordert. Schlanker werdend, steigen die Drähte auf, die Kreisformen artikulieren, welche Teil des Mobiles sind und ein Gefühl der Leichtigkeit vermitteln.
Nachfolgende Abhängigkeiten und Einflüsse
Alexander Calder begann seine Karriere als Ingenieur, wobei dieses Wissen später in seine Kunst übertragen wurde. Er war der Erste, der Bewegung in die Skulptur (Mobile) einführte, was unter dem Label der Kinetischen Kunst bekannt wurde. Diese Kunst basiert auf zwei Konzepten:
- Reale Bewegung: Die tatsächliche Bewegung des Objekts.
- Virtuelle Bewegung: Die Bewegung, die der Betrachter beim Betrachten des Werkes wahrnimmt (sich nähern oder entfernen).
Später pflegte Calder eine enge Freundschaft mit Joan Miró, der von architektonischen und städtebaulichen Formen beeinflusst war, was sich in Mirós Stables widerspiegelt.
Beziehung und Funktion
Calder schuf riesige Mobiles für zahlreiche öffentliche Plätze und Gebäude in Städten wie Brüssel, Chicago, Mexiko-Stadt, Venezuela, Montreal und New York.
Bedeutung und Historischer Kontext
Die Werke wurden für den Verkauf oder zur Füllung von Räumen wie Banken, Parks, Denkmälern und öffentlichen Plätzen geschaffen. Entstanden in den 1960er Jahren, besteht eine indirekte Beziehung zu den sozioökonomischen und ideologischen Veränderungen dieser Zeit, in der eine Erweiterung der Ideen des Surrealismus stattfand.
Tableau II von Piet Mondrian (1921 – 1925)
Autor: Piet Mondrian
Datierung: 1921 – 1925
Stil: Neoplastizismus
Technik: Öl auf Leinwand
Standort: Sammlung Max Bill, Zürich
Technische Elemente
Es handelt sich um ein Ölgemälde, bei dem die Grundfarben (Rot, Gelb, Blau) und die Nicht-Farben oder neutralen Farben (Weiß, Grau, Schwarz) betont werden, die die Linienführung übernehmen. Der Pinselstrich ist kaum sichtbar und verdeckt. In Bezug auf den dreidimensionalen Raum wirkt das Feld ohne formale Tiefe.
Formale Elemente
Es ist eine Komposition aus Farbflächen, wobei einige größer sind als andere. Es ähnelt einem Kreuz mit zwei Armen, die sich diagonal kreuzen: oben links – unten rechts und unten links – oben rechts, beide durch das Zentrum verlaufend. Die Rhythmik wird durch die Farben bestimmt, wobei eine dynamische Verteilung der Farben entsteht.
Stilistische Einordnung
Dieser Stil gehört zur aktuellen künstlerischen Strömung, die Mondrian zusammen mit Theo van Doesburg und Gerrit Rietveld verfolgte. Sie untersuchten Geometrie und Farbe mit klaren, dicken Linien.
Geometrische Abstraktion und Neoplastizismus
Die Geburt des Neoplastizismus resultiert aus einem Prozess der Vereinfachung und Erforschung des grundlegenden Kunstwerks. Mondrian entwickelte sich aus der Vereinfachung des Analytischen Kubismus, seinem ersten Einfluss. Später perfektionierte er diesen Prozess, bis am Ende nur noch die horizontalen und vertikalen Linien sowie die Grund- und Nicht-Farben übrig blieben.
Ein ähnlicher Trend war auch in der sowjetischen geometrischen Abstraktion (Suprematismus, Konstruktivismus) bekannt. Es gab Verbindungen zwischen den De Stijl-Künstlern und den sowjetischen Künstlern wie El Lissitzky und gegenseitige Beeinflussung.
Bedeutung und Zielsetzung
Mondrian beabsichtigte, das Kunstwerk von der Abhängigkeit der Wahrnehmung und der Stimmung des Künstlers zu befreien, indem er sensorische Qualitäten ablehnte, um das universelle und absolute Wesen der Realität auszudrücken.
Der Neoplastizismus fand auch Anwendung in Architektur und Industriedesign (Van Doesburg, Mondrian (Malerei), Rietveld (Architektur und Industriedesign), Oud (Architekt)).
Funktion und Historischer Kontext
Die Funktion des Werkes war die Erforschung neuer Ausdruckswege, um eine universelle Ordnung zu etablieren, die sowohl für den Künstler als auch für den späteren Verkauf Bestand hatte.
In den 1920er Jahren, als die Avantgarde ihren Höhepunkt erreichte, entwickelte Mondrian seine Ideen, beeinflusst von der Theosophie, die an eine universelle Harmonie im Kosmos glaubte, die er in seinen Werken widerspiegeln wollte.
Inhalt und Botschaft
Der Inhalt reflektiert die Grundfarben und die Erforschung der Farben sowie die Formen. Die Botschaft ist der Glaube an eine universelle Harmonie im Kosmos, die in seinen Werken aufgenommen werden sollte.