Analyse von Enrique Jardiel Poncelas Werk und dem Humoristischen Theater
Eingeordnet in Sprache und Philologie
Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 3,94 KB
Enrique Jardiel Poncela und das Humoristische Theater
Enrique Jardiel Poncela (Madrid 1901–1952) war ein spanischer Dramatiker. Sein Streben nach Unglaubwürdigkeit und Absurdität rückt ihn in die Nähe des Theaters des Absurden. Zu seinen weiteren bekannten Werken, neben Heloise unter einem Mandelbaum, gehören Die Liebe ist ohne schriftliche H und Die Diebe sind ehrliche Leute.
Sein Werk zeichnet sich insbesondere durch folgende Merkmale aus:
- Die Kette unwahrscheinlicher Situationen, die ihn dem Theater des Absurden annähert.
- Das Ausmaß und die konsequente Anwendung von Komik in der Sprache, ohne offensichtlichen Missbrauch von Witzen.
- Die straffe dramaturgische Konstruktion, die eine geschickte Dosierung von Überraschungseffekten und eine kluge Abwechslung zwischen reiner Intrige und Humor ermöglicht. Oft in der Form eines Kriminalromans oder als literarisches Pasticcio.
- Die Kultivierung eines intellektuellen Humors, der witzig, scharf und sarkastisch ist und oft aphoristische Züge trägt.
Hinter den oft lächerlichen oder absurden Situationen verbirgt sich stets eine harte und bittere Gesellschaftskritik, die seine enttäuschte Sicht der Realität widerspiegelt.
Teatro del Humor: Eine literarische Bewegung
In der modernen Nachkriegsliteratur entstand eine Gruppe von Dramatikern, die mit der Zeitschrift La Codorniz verbunden waren und einen eher intellektuellen, satirischen Humor pflegten. Neben Jardiel Poncela war Miguel Mihura (1906–1977) ein führender Vertreter dieser Art von humoristischem Theater. Mihura nutzte in seinen Stücken die komischen Möglichkeiten der Sprache durch irreführende und unsinnige Wortspiele. Oft verbirgt sich hinter dem Humor jedoch ein bitterer und skeptischer Blick auf die Realität.
Szenenbild und Atmosphäre
Im Prolog wird ein Theater-Viertel beschrieben. Es wirkt schmutzig und heruntergekommen. Im 1. Akt werden die Zimmer im Haus von Marianas Vater beschrieben. Die ungewöhnliche Kombination der Möbel und die Tatsache, dass kaum Platz zum Bewegen ist, erzeugen ein Gefühl des Absurden und Beklemmenden. Im 2. Akt, der das Anwesen der Familie Ojeda beschreibt, vermittelt die Lobby ein Gefühl von Alter und Verfall; die Tische sind abgenutzt, die Möbel antik, etc.
Charakterisierung durch Dialoge
Angesichts des Wahnsinns der Charaktere sind die meisten Dialoge völlig absurd. Die Sprache ist kultiviert, da die Charaktere aus wohlhabenden und angesehenen Familien stammen. Besonders hervorzuheben sind die ironischen Bemerkungen zwischen Fermín und Leoncio über die Verrücktheit der Charaktere sowie die Monologe von Praxedis und Fräulein Micaela. Beispiele hierfür sind:
- (Seite 100) Leoncio (beiseite): „...und reise und entgleise nie klar...“
- (Seite 97) Praxedis: „Können Sie? Ja, weil niemand da ist. Was niemand? Nun, da ist jemand, aber als ob niemand da wäre. Hallo, was ist das? Was machen Sie hier? Zeit verschwenden, nicht wahr? Sie sagen nein, aber ich sage ja. Was? Ah! Okay, so...“
Sprachliche Vielfalt und Stil
Im Prolog wird sowohl eine kultivierte als auch eine volkstümliche Sprache verwendet. Clotilde und Mariana verwenden aufgrund ihrer sozialen Klasse eine gehobene und bildungsnahe Sprache. Zum Beispiel: Mariana: „Verschwenden Sie Ihren Witz nicht, Tante Clotilde, das ist nicht Ihr Publikum.“ (Seite 67). Die anderen Charaktere, die den Film sehen wollen, verwenden hingegen eine Sprache voller populärem Slang. Ein Beispiel hierfür ist der Platzanweiser: „Schneller! Es stimmt... Nun, ich bin gut! Entschuldigen Sie, Fräulein. Mal sehen, die Stadt?“ (Seite 64). In den beiden Akten wird ausschließlich eine kultivierte Sprache verwendet, da die Charaktere entweder miteinander oder mit ihren Bediensteten sprechen.