Analyse der griechischen Skulpturen: Diadumenos und Diskobolos
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Der Diadumenos von Polyklet
a) Katalogisierung
- Titel: Diadumenos
- Autor: Polyklet (480–420 v. Chr.)
- Chronologie: ca. 430 v. Chr. (Original in Bronze, Kopien in Marmor)
- Auftraggeber: Unklar (Privatperson oder öffentliche Hand)
- Rezeption: Unbekannt
b) Externe Daten
- Technik: Wachsausschmelzverfahren (Original), Marmorkopie durch Abformung
- Material: Bronze (Original), Marmor (Kopien)
- Werkzeuge: Hammer, Meißel, Formen für Wachs
- Form: Freistehende Skulptur
- Typologie: Stehend
- Chromatik: Monochrom
- Standort: Nationales Archäologisches Museum, British Museum, Metropolitan Museum, Prado-Museum
- Dimensionen: 1,95 Meter Höhe
Formale Analyse
Der Diadumenos ist die idealisierte Darstellung eines jungen Athleten, der sich nach einem Sieg ein Band um den Kopf bindet. Er zeigt den klassischen Kontrapost: Das Gewicht ruht auf dem linken Bein, während das rechte Bein leicht gebeugt ist. Der Kopf ist gesenkt und leicht nach links gedreht. Die Muskulatur ist ausgeprägt und harmonisch proportioniert.
Der Diskobolos von Myron
Katalogisierung
- Titel: Diskobolos
- Autor: Myron von Eleutherai (ca. 490–430 v. Chr.)
- Zeitrahmen: ca. 460 v. Chr.
- Technik: Wachsausschmelzverfahren (Original), Marmorkopie
- Material: Bronze (Original), Marmor (z. B. Lancelotti-Kopie)
- Dimensionen: 1,53 m Höhe
- Standort: Museo Nazionale Romano, British Museum
Formale Analyse
Der Diskobolos zeigt einen Athleten im Moment höchster Anspannung kurz vor dem Diskuswurf. Die Komposition ist asymmetrisch und dynamisch, geprägt durch eine Zick-Zack-Linienführung. Im Gegensatz zum Diadumenos ist die Bewegung hier eingefroren, wobei der Gesichtsausdruck bemerkenswert ruhig bleibt, was für die frühe Klassik typisch ist.
Ikonographie und Kontext
Die Skulptur bezieht sich auf den Helden Hyakinthos und verkörpert das griechische Ideal der Arete (Tugend/Exzellenz). Sie entstand in der Zeit der Perserkriege und des Perikles-Zeitalters, einer Ära, in der der Mensch als „Maß aller Dinge“ in den Mittelpunkt der künstlerischen Betrachtung rückte.