Analyse von Historia de una Escalera: Buero Vallejos Werk

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Analyse von "Historia de una Escalera"

"Historia de una Escalera" ist weit mehr als nur ein Theaterstück; es ist eine umfassende Kritik und Reflexion der spanischen Gesellschaft der Nachkriegszeit, die Antonio Buero Vallejo darstellen wollte. Das Stück thematisiert die Unfähigkeit der unteren Klassen, ihre Ideale zu verwirklichen – sowohl aufgrund mangelnder Entschlossenheit als auch durch die einschränkenden Umstände, die sie umgeben.

Die Treppe als Symbol der sozialen Unbeweglichkeit

Das szenische und dramatischste Symbol dieser Unmöglichkeit ist die Treppe eines Mietshauses, die die Bewohner über 30 Jahre lang steigen, ohne ihr jemals entrinnen zu können. Die Treppe fungiert als Zeichen einer sozialen Unbeweglichkeit, die letztlich nirgendwohin führt.

Die Handlung spielt in einem Treppenhaus, das der zentrale Treffpunkt für alle Bewohner ist. Jeder von ihnen hat eine eigene Geschichte und einen Traum, der jedoch durch die widrigen Umstände der Gegenwart frustriert wurde. Auf dieser Treppe vergeht die Zeit: Man sieht die Kinder aufwachsen und beobachtet, wie die Träume der Jugend allmählich entgleiten. Die Charaktere schaffen es nicht, diese Träume zu verwirklichen, was den Einzelnen unbeweglich macht und zu einer tiefen Entzauberung gegenüber der Umgebung führt.

Charaktere und gesellschaftliche Konventionen

Es gibt eine Vielzahl von Charakteren, zwischen denen nachbarschaftliche Beziehungen und Liebesverhältnisse entstehen, die jedoch oft den gesellschaftlichen Konventionen weichen müssen:

  • Fernando: Er liebt Carmina, heiratet jedoch letztlich Elvira, weil er ihr Geld benötigt und Sicherheit sucht. Da er ein schwacher Mensch ohne eigene Kriterien ist, wird er nie glücklich. Er versteht es nicht, für seine Träume zu kämpfen, passt sich einfach an und zieht Komfort dem Glück vor, was ihn zu einem bitteren Menschen macht.
  • Carmina: Sie muss leidvoll mitansehen, wie Fernando eine andere wählt. Später heiratet sie seinen ehemals besten Freund, doch die Situation bleibt ausweglos.

Infolgedessen zerbricht die Freundschaft zwischen den Männern, und die beiden Familien beginnen sich zu hassen. Es ist ein Hass, der nicht akzeptiert, dass sich ihre Kinder (die nächste Generation) ineinander verlieben – vielleicht, weil die Eltern voller Neid sehen, dass die Jüngeren ihre Träume noch verwirklichen könnten.

Die neue Generation und der Kampf um Ideale

Die neue Generation besitzt mehr Mut oder kämpft zumindest entschlossener für ihre Ideale. Sie versuchen, voranzukommen und mit dem herrschenden Konservatismus zu brechen. Dies ist jedoch schwierig, da die damalige Gesellschaft es verhinderte: Es waren die harten Jahre nach dem Bürgerkrieg, und das Franco-Regime ließ keinen Raum für Veränderung.

Dieser Kampf spiegelt die Ideologie von Buero Vallejo wider, der selbst Republikaner war. Da er seine Ideen unter der Zensur nicht frei äußern konnte, versuchte er dies durch seine Figuren zu tun, indem er seine Kritik in den Persönlichkeiten von Fernandito und Carmina verschleierte.

Existenzialismus und kritische Reflexion

Kritiker haben dieses Werk von Buero Vallejo als existenzialistisch und gesellschaftskritisch beschrieben. In Anlehnung an Jean-Paul Sartre vermittelt das Stück die Botschaft: Der Mensch muss sein Schicksal selbst in die Hand nehmen und sich bemühen, seine Träume zu erfüllen.

Das Werk ist hervorragend gealtert. Obwohl es ein Theaterstück ist, ist es nicht schwer zu lesen. Im Gegenteil: Man lernt viel über die damalige Gesellschaft und kann versuchen, sich das Leben so vorzustellen, wie Buero Vallejo es als getreues Abbild der Zeit reflektiert hat.

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