Analyse von Kafkas 'Die Verwandlung': Hauptfigur, Familie und Existenzialismus
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1. Die Entwicklung der Hauptfigur
Franz Kafka erlebte tiefe Einsamkeit, oft ohne Liebe und menschliche Nähe. Kafkas Figuren mangelt es häufig an wesentlichen Eigenschaften. Das Ziel in Die Verwandlung ist grausam: Ein sensibler Mensch verwandelt sich in etwas, das für alle, auch seine Familie, unangenehm ist. Gregor Samsa verwandelt sich in ein Insekt mit menschlichen Qualitäten, ist aber unfähig zu kommunizieren. Diese Demütigung wird ihm auferlegt, bis sie zu seinem Ende führt. Es gibt keine Erklärung für die Verwandlung in einen Käfer; seine Beschreibung lässt weder Aussehen noch Größe erkennen. Wir können die Arbeit des Käfers nicht klar sehen, da die Schlafzimmertür geschlossen ist und beim Öffnen die Dunkelheit ihn verbirgt.
Gregors Reaktion auf seinen Zustand durchläuft verschiedene Phasen: Schock, Verdrängung und schließlich Akzeptanz. Er weiß nicht, was passiert ist, und sucht eine rationale Erklärung. Zuerst glaubt er, es liege an der Kälte wegen seiner harten Arbeit, dann versucht er, mit seiner Stimme zu sprechen, aber sein Körper gehorcht nicht. Als er die Tür öffnet, sieht er etwas Seltsames und beginnt, es zu akzeptieren. Sein Vater ist voller Zweifel, und Gregor wird dafür bestraft, dass er seinen Job nicht mehr ausübt.
Zu Beginn der zweiten Hälfte hat sich Gregor an seinen tierischen Zustand angepasst und fühlt sich schuldig, da er die Familie wirtschaftlich nicht mehr unterstützen kann. Im dritten Teil scheint Gregors Ende nahezurücken. Sein Vater wirft einen Apfel, der in ihm stecken bleibt und seinen Zustand symbolisiert. Als Gregor den Kontakt zu seiner Familie verliert, verliert er den Lebenswillen, hört auf zu essen und stirbt. Die Ursache-Wirkungs-Verarbeitung spiegelt eine tiefe Identitätskrise, Schuldgefühle und Entfremdung von der Gesellschaft wider.
2. Analyse der familiären Beziehungen
Die familiäre Situation ist geprägt von Höhen und Tiefen, wie Kafkas Schwester und die Krankheit des Vaters sowie die schlechte Wirtschaftslage. Dies lässt Parallelen zu Gregors Charakter erkennen.
Der erste Teil
Dieser Teil präsentiert Gregors Vater, seine Mutter und seine Schwester. Die Mutter spricht mit Sorge und Zärtlichkeit. Seine Schwester kümmert sich um Gregor, indem sie putzt und ihn füttert. Sein Vater wirkt im Gegensatz dazu herrisch und ist der Entscheidungsträger; als er Gregor als Käfer sieht, sperrt er ihn in sein Zimmer.
Der zweite Teil
In diesem Abschnitt wendet sich die Familie von Gregor ab, was Ekel hervorruft. Vor Gregors Verwandlung arbeitete er für seinen Vater, um dessen Schulden zu begleichen. Er erkannte seine Pflicht gegenüber der Familie und wurde geschätzt. Nun entdeckt er jedoch, dass sein Vater Geld zurückbehalten hat, was Gregor schuldig und betrogen fühlen lässt.
Der dritte Teil
Gregor wird zunehmend in seinem Raum isoliert. Seine Schwester sieht ihn nur noch als Käfer und meint, man müsse ihn loswerden, woraufhin Gregor geht. Diese Veränderung in der Persönlichkeit seiner Schwester weist Parallelen zu Kafkas Schwester und dem Gedanken an Selbstmord auf. In Die Verwandlung repräsentiert der Brief an den Vater dessen Macht. Gregor stirbt infolge seiner Minderwertigkeit. Gregors Tod führt zur Wiederherstellung des Familienlebens.
5. Philosophische und stilistische Aspekte
- Existenzialismus: Niemand kann die Menschheit vor sich selbst retten.
- Moderne Angst und Pessimismus: Das Böse und der Schmerz können nicht überwunden werden.
- Rebellion gegen Gott: Der Kampf zwischen dem Wunsch nach Unsterblichkeit und der Sterblichkeit.
- Unsinn: Man kann nicht verstehen, was geschieht, und alles kann passieren.
- Allgemeine Entmutigung.
- Verwendung von Wissenschafts- und Rechtssprache: Sorgt für Präzision und Klarheit (korrekter Ton).
- Parallelität Kafka-Gregor: Die Rolle der Familie.