Analyse der Kunst und Politik der Revolutionszeit
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Analyse der Gemäldekomposition
Das 3,30 x 4,25 m große Gemälde ist das Ergebnis einer exakten Komposition:
Struktur und Raumdarstellung
Ein Netz aus senkrechten und waagerechten Linien verleiht dem Ganzen eine deutliche Struktur. Die Linien, die die Richtung der Körperhaltung, der Schwerter oder der Lanze vorgeben, sind streng parallel angelegt. Die Fluchtlinien des Bauwerks laufen alle in den Händen des Vaters zusammen. Der Raum erinnert in seiner Geschlossenheit und fehlenden Tiefe an eine Theaterbühne. Die Szene, die bewusst auf Ausschmückung verzichtet, wird von vorne gezeigt.
- Die drei Bögen eines dorischen Portikus trennen die Gruppen der wichtigsten Figuren voneinander.
Das Ganze erinnert an einen Fries im antiken Flachrelief. Die Romantiker werden David später vorwerfen, seine Gemälde so gezeichnet zu haben, als wolle er bemalte Skulpturen darstellen. David malte klare und exakte Konturen; Harmonie erreichte er durch das Gleichgewicht der Proportionen.
Farbe und Symbolik
- Die Farben bleiben im Gegensatz zur Rokokomalerei kühl; die Farbe ist gegenüber der Form von geringerer Bedeutung.
Für die Bekleidung der Männer wählt David kräftige Rottöne, während er die Frauen in sanftere Farben kleidet.
- So kommt der Farbe symbolische Bedeutung zu; sie betont den Kontrast zwischen Haupt- und Nebenfiguren, zwischen Männlichkeit und Weiblichkeit.
Jean-Paul Marat: Der Freund des Volkes
Die Zeitung „L'Ami du Peuple“
Am 12. September 1789 gab Marat erstmals die Zeitung Publiciste Parisien heraus, die er kurze Zeit später in L'Ami du Peuple (Der Freund des Volkes) umbenannte. Diese Zeitung war die einflussreichste und gefürchtetste radikale Zeitung Frankreichs. Manchmal kam es sogar vor, dass sie zweimal an einem Tag herauskam. Sie war die Stimme des Volkes in Bezug auf die Revolution. Marat griff darin mit scharfen Worten alle gemäßigten Girondisten und besonders die Bourgeoisie in der Nationalversammlung an.
Marats politische Radikalität und sein Einfluss
Marat vertrat die Absicht, dass alle Gegner der Revolution Verräter und Volksfeinde sind. Deshalb veröffentlichte er deren Namen in der L'Ami du Peuple und lieferte sie somit der Rache des Volkes aus. Im Juli 1790 befürwortete er die Enthauptung von 500 bis 600 Gegnern. Eine schmerzhafte Hautkrankheit verlieh ihm ein unangenehmes Äußeres, das von seiner schäbigen Kleidung noch unterstrichen wurde. Seine Konventsgenossen mieden ihn wegen seiner unablässigen Forderung nach Köpfen.
Nach dem Sturz der Monarchie im August 1792 schloss sich Marat den radikalen Jakobinern an. (Unter der Führung von Maximilien de Robespierre errichteten die Jakobiner ab 1793 ein Schreckensregime, das hauptsächlich durch Massenhinrichtungen politischer Gegner, energische und blutige Unterdrückung von konterrevolutionären Bewegungen in den Provinzen und durch eine Zwangswirtschaft mit Höchstpreisen gekennzeichnet war. Obwohl die Jakobiner damit ihr eigenes Ideal von Freiheit verrieten, gelang es ihnen, die inneren und äußeren Gegner der Revolution zu besiegen.) Marat wurde, mit großer Unterstützung des Volkes, ein einflussreicher Delegierter des Nationalkonvents und der Präsident der Jakobinischen Parteien.