Analyse von Mario Vargas Llosas 'Die Welpen': Symbole & Themen
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Symbolik und Bedeutung in 'Die Welpen'
Der Name „Welpen“ (Los Cachorros) ist ein Amerikanismus, der die schlechten Aussichten der Gruppe beschreibt. Der Name leitet sich vom peruanischen Begriff für „dösen“ ab und definiert ein Leben, das leer und frei von Idealen ist. Pichulita ist zudem ein umgangssprachlicher Begriff für das Geschlechtsteil von Kindern.
Das Ritual des Fußballs
Die Fußballpraxis ist das Ritual, dem Cuéllar beitreten muss, um in die Schule und die Studentengruppe aufgenommen zu werden. Der Sport wird zu einem Mythos mit einer spezifischen Sprache. Cuéllars Kastration ist mit symbolischen Konnotationen aufgeladen:
- Der Hund Judas: Er fungiert als Informant eines erniedrigenden Bildungssystems.
- Der Käfig: Er symbolisiert die Freisetzung der tierischen Instinkte des Menschen.
- Die weißen Kaninchen: Nach dem Unfall des Hundes dienen sie als harmloser Ersatzmechanismus, der das Tier im Bild des Nagetiers tarnt.
Verletzlichkeit und die Maschine
Durch die Zusammenarbeit mit dem Schmetterling (Butterfly) manifestieren sich in Cuéllar Züge der Verletzlichkeit und der Liebe zur Freiheit. Das Zerkleinern der Fehler bezieht sich auf die Zerstörung Cuéllars, an der jeder teilnimmt. Die Interaktion mit der „Maschine“ (dem Auto) ist der Versuch, Barrieren zwischen Menschen zu löschen und die Welt unbewusst zu beherrschen. Das Auto wird so zu einem unverzichtbaren Element des Charakters.
Themen der Arbeit: Kastration und Gruppenzwang
Die Kastration markiert den Beginn von Cuéllars psychologischer Frustration. Das Problem ist nicht nur der Unfall, sondern die Unmöglichkeit, mehr als nur ein Teil der Gruppe zu sein. Die Gruppe übt Druck aus, um Dinge zu erzwingen. Sie ist selbst „kastriert“, da sie den auferlegten Werten ihrer sozialen Klasse und ihrer Eltern folgt.
Machismo und Potenz
Die Gesellschaft ist sexistisch; Angst und Schüchternheit werden verachtet. Dies erklärt den Biss von Pichulita Judas sowie das Stottern, wenn man versucht, über Machismo zu sprechen. Potenz wird durch Cuéllars Handlungen definiert: Er zeigt alle Attribute eines „Macho“, doch das wichtigste fehlt. Sein einziger Ausweg ist der Tod. Auch der Fußball ist eng mit diesem Machismo-Mythos verknüpft.
Zeitliche Struktur und Erzählperspektive
Die Erzählung erstreckt sich über 25 Jahre und umfasst 6 Kapitel, die Cuéllars Lebensphasen abbilden:
- Kapitel 1: 2 Jahre
- Kapitel 2 & 3: jeweils 5 Jahre
- Kapitel 4 & 5: jeweils 2 Jahre
- Kapitel 6: ca. 10 Jahre (die Charaktere sind am Ende 36 Jahre alt)
Die Geschichte spielt in den 1950er Jahren. Der Lauf der Zeit wird durch die Verwendung von Verben mit Präpositionen wie „trug noch kurze Hosen“ gekennzeichnet. Der Erzähler wechselt zwischen der 1. und 3. Person und identifiziert sich mal mit der Gruppe, mal mit Cuéllar. Die Verbindung zwischen Erzähler und Charakteren zeigt sich zudem in der Verwendung kindlicher Lautmalereien.