Analyse: Nationalsozialistische Lyrik und Propaganda

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Analyse der dritten und vierten Strophe

Zu Beginn der dritten Strophe (V. 9) wird der erste Vers wiederholt, sodass sich die formale Struktur des Gedichtes erneut ineinander verzahnt. Es wird von den anderen kommenden und vergangenen Generationen berichtet (V. 10/11), die im Blute der Soldaten mitziehen. Diese Aussage ist sinnbildlich zu verstehen, da niemand wirklich im Blut mitzieht, sondern sie sozusagen im Erbgut der Soldaten miteinander vereint sind.

In Vers 12 wird der „Pulsschlag der Nation“ nochmals aufgegriffen. Diese Metapher wird nun zugleich zu einer Hyperbel, welche durch das Wort „ewig“ eingeleitet wird. In den Versen 11 und 12 ist von den Vätern und Enkeln, die im Blut der Soldaten mitziehen, die Rede, sowie vom „besten Blut“ gesprochen wird (V. 16). Hiermit ist vermutlich das „reine, deutsche, arische Blut“ gemeint, das von Generation zu Generation vererbt wird und das einzig wahre – „beste“ (V. 16) – ist; daher auch in Vers 12 der ewige Pulsschlag der Nation.

Stilistische Mittel und ideologische Deutung

Vers 13 beginnt mit der bereits genannten Wiederholung „Soldat! Soldat!“, woraufhin in dieser letzten Strophe „So Tritt um Tritt“ statt „Schritt um Schritt“ folgt. In den Versen 14 und 15 werden eine Anapher1 und Personifikation2 angewandt. Personifiziert wird in diesem Fall Deutschland, wobei der Name des Landes stellvertretend für sein Volk verwendet wird.

Diese Wortgruppe ist gleichzeitig eine Alliteration3. Deutschland bzw. das deutsche Volk wird wie das Opfer der befeindeten Nationen dargestellt, das Jahrhunderte um seine Freiheit kämpfen musste („stritt und litt“ (V. 14)), aber nie aufgegeben hat („ewig zieht“ (V. 15)) und nun kurz vor seinem Ziel, der alleinigen Herrschaft, zu stehen scheint. Mit dem Wort „ewig“ (V. 15) tritt erneut eine Hyperbel auf; gleichzeitig ist eine Art Hoffnung auf ewige Macht zu erkennen. Durch die am Versende verwendeten Ausrufezeichen wird die Wichtigkeit der Aussage betont, indem man beim Lesen den Eindruck eines lauten Schlachtrufes der Soldaten bekommt.

Noch einmal wird das Blut, von welchem schon in der dritten Strophe die Rede war, aufgegriffen; diesmal wird es sogar als „das beste“ (V. 16) bewertet. Hierin zeigt sich deutlich der nationalsozialistische Hang des lyrischen Wirs, welches die Gene des eigenen Volkes als die besten ansieht und offenbar von der damaligen Rassenlehre beeinflusst ist. Das Wort „Heldenlied“ (V. 16) erscheint aus heutiger Sicht eher ironisch, jedoch wird es im historischen Kontext, in dem das Gedicht verstanden werden muss, durchaus ernsthaft im heroischen Sinne verwendet.

Fazit der Analyse

Nach ausgiebiger Analyse des Werkes komme ich zu dem Schluss, dass das lyrische Wir bzw. der Autor des Gedichts eindeutig ein Kriegsbefürworter zu sein scheint. Dies zeigt sich darin, wie euphorisch er den Soldatenmarsch (V. 16: „Heldenlied“) beschreibt. Es sind auffällig viele Hyperbeln4 und Wiederholungen angewandt worden, was an die typische Art der Nazipropaganda erinnert, bei der „gehirnwäscheartig“ alles in beschönigter Form dem Volk verinnerlicht werden sollte.

Durch die klar geordnete Struktur deutet sich ebenfalls ein Hang zum Nationalsozialismus an, bei dem Disziplin und Ordnung oberstes Gebot waren. Somit kann man sagen, dass der Inhalt des Werkes durch die äußere Form unterstützt wird.

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