Analyse: Paul Cézannes Meisterwerk „Die Kartenspieler“
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Details des Gemäldes: „Die Kartenspieler“
- Autor: Paul Cézanne
- Titel: Der Kartenspieler (Die Kartenspieler)
- Stil: Französischer Post-Impressionismus
- Auftraggeber: Ambroise Vollard und wohlhabende Bürger
- Ursprünglicher Standort: Haus von Ambroise Vollard
- Aktueller Standort: Musée d'Orsay, Paris
Beziehungen zu anderen Werken
Es existieren weitere, nicht identische, aber ähnlich ausgeführte Kopien dieses Motivs vom selben Künstler.
Beschreibung und Technik
Technische Details
- Technik: Öl auf Leinwand
- Größe: Klein
- Pinselstrich: Kurz, akribisch und fein
Figurative Darstellung
Figürliches Porträt zweier Männer, die Karten spielen. Eine Flasche Wein steht zentral zwischen ihnen.
Licht und Farbe
Vorherrschende warme Farben. Das Licht wirkt unwirklich, da Schatten fehlen. Der Spieler mit der Pfeife ist in Braun- und Gelbtönen gehalten.
Komposition und Perspektive
- Achsen: Symmetrie, Ordnung und Höhe.
- Linien: Geometrische Volumen. Der Mann mit der Pfeife bildet einen zentralen Zylinder.
- Perspektive: Linear und flach, mit zwei Ebenen (Spieler 1, Spieler 2/Flasche).
Ausdruck und Bewegung
Die Bewegung ist sehr gering. Die Anatomie ist nicht streng proportional dargestellt. Die Gesichter strahlen Ruhe und Konzentration während des Spiels aus.
Realismus und Schlüsselelemente
Der Detailgrad ist gering. Wichtige Bildelemente sind die Weinflasche und die Hüte der Spieler.
Stilistische Einordnung und Innovation
Beziehungen zu anderen Werken Cézannes
Vergleichbare Werke des Autors sind:
- Der Heilige Berg der Victoria
- Äpfel und Orangen
Beziehungen zu zeitgenössischen Werken
Beziehungen bestehen zu anderen Werken dieser Zeit, wie Brust mit roten Blumen, Sonnenaufgang, Zimmer in Arles und Der Maler.
Künstlerische Innovation
Cézanne verzichtet auf die Verwendung von Schwarz. Er war einer der ersten Künstler, der Objekte auf geometrische Figuren reduzierte, was später den Kubismus stark beeinflusste.
Kontext und Interpretation
Genre und Ikonografie
- Genre: Sittenbild (Darstellung des Alltagslebens).
- Ikonografische Zeichen: Das Kartenspiel war in der Provence (Aix) eine verbreitete Freizeitbeschäftigung der Arbeiterklasse.
Ikonologische Bedeutung und Identität
Das Gemälde stellt eine alltägliche Szene aus der Heimatgemeinde Cézannes dar. Es ist bekannt, dass der Spieler mit der Pfeife Peter Alexander ist, der Gärtner des Vaters des Künstlers. Die Identität des anderen Spielers ist unbekannt.
Deutungen des Motivs
Verschiedene Interpretationen existieren:
- Der linke Spieler wirkt älter und erfahrener, der rechte jünger und stämmiger.
- Möglicher symbolischer Kampf zwischen dem Künstler und seinem Vater.
- Deutung als innere Auseinandersetzung oder Selbstkonfrontation des Künstlers.
Funktion und Künstlerischer Einfluss
Zweck des Werkes
Die Funktion ist primär ästhetisch und dient Cézanne zur technischen Untersuchung und Weiterentwicklung seiner Malweise.
Bezug zur Epoche
Das Gemälde spiegelt die alltägliche Situation des 19. Jahrhunderts wider. Es markiert auch den Aufstieg des modernen Kunstmarktes, der die Unabhängigkeit der Künstler durch Verwaltung und Verkauf ihrer Werke förderte.
Nachhaltiger Einfluss
Cézannes Fähigkeit, Raum und Formen zu zerlegen, wurde zu einer zentralen Inspirationsquelle. Das Werk beeinflusste maßgeblich nachfolgende Bewegungen wie den Kubismus, den Fauvismus und den Expressionismus.