Analyse von Rafael Albertis Gedicht „Nocturnal“
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Nocturnal ist ein Gedicht von Rafael Alberti, einem bedeutenden Schriftsteller der Generation von ’27. Es thematisiert die Zeit des Franco-Regimes und das damit verbundene Verbot der freien Meinungsäußerung in der Nachkriegszeit. Die Merkmale des Werks umfassen die Bewunderung der Literatur, die Suche nach Schönheit durch Bilder sowie Gefühle von Hilflosigkeit und Wut. Das zentrale Thema dieses Gedichts sind die sozialen Probleme jener Zeit und die fehlende Meinungsfreiheit.
Analyse der Strophen
In der ersten Strophe wird das Leiden der Spanier deutlich; sie empfinden Wut, Hass, Rache und Ohnmacht gegenüber der Franco-Regierung. Diese Emotionen werden durch Begriffe wie Knochen, Knochenmark und Blut ausgedrückt, um das tiefe Gefühl der Wut zu verdeutlichen. In der zweiten Strophe steht die Wiederholung „Kugeln, Kugeln“ für Krieg, Schüsse und Unterdrückung. Viele Menschen wurden getötet, da die Gesellschaft ihre Ideen nicht frei äußern durfte.
Die dritte Strophe erklärt, dass alles Handeln und Schreiben sinnlos erscheint, da alles verbrannt wird und verschwindet. Die Trauer und der Schmerz über die fehlende Meinungsfreiheit werden durch Aufzählungen und Ausrufezeichen hervorgehoben. In der vierten Strophe kehrt das Motiv „Kugeln, Kugeln“ zurück. Die fünfte Strophe beschreibt das Leben und die Gefühle unter der Repression; die Menschen sind bereit zu demonstrieren, doch es bleibt unmöglich.
Nach der erneuten Wiederholung in der sechsten Strophe („Kugeln, Kugeln“) endet das Gedicht mit der siebten Strophe, die von tiefer Traurigkeit geprägt ist. Der Autor widmet seine Worte der Unfähigkeit, sich gegen das Franco-Regime aufzulehnen. Der letzte Satz bringt die gesamte Situation abschließend zum Ausdruck.
Sprachliche Mittel und Struktur
Das Gedicht nutzt eine poetische und religiöse Sprache, die den Zeitgeist widerspiegelt (z. B. Abgrund, Knochenmark). Es gibt eine Entwicklung der Tempora: Die erste Strophe ist unpersönlich gehalten, um das kollektive Gefühl der Gesellschaft darzustellen. In der fünften und siebten Strophe wechselt der Text in eine persönliche Form, die die individuellen Gefühle nach dem Kampf beschreibt.
Strukturell ist das Werk in sieben Strophen gegliedert:
- Die erste, dritte, fünfte und siebte Strophe sind Alexandriner (vierzehnsilbig).
- Die zweite, vierte und sechste Strophe bestehen aus nur vier Silben.
Diese Struktur soll die Realität repräsentieren, ohne sie direkt zu beschreiben. Zu den Redefiguren gehören:
- Aufzählungen in der dritten Strophe: Manifeste, Artikel, Rezensionen, Reden, verlorener Rauch, gestempelt, Nebel.
- Aufzählungen in der fünften Strophe: Die Armen, die Elenden, traurig, unglücklich.
- Metaphern: Ein „Etwas in der Kehle“, um Wut und Hilflosigkeit auszudrücken.
- Anaphern: Die Wiederholung von „Kugeln, Kugeln“ symbolisiert Gewalt und den Mangel an Dialog.
Fazit zur Generation von ’27
Zusammenfassend vereint dieses Gedicht Merkmale der Generation von ’27, insbesondere in Bezug auf soziale Fragen und die herrschende Unterdrückung. Der Zweck des Werkes ist es, den Mangel an Meinungsfreiheit und die Hilflosigkeit des spanischen Volkes sowie des Dichters anzuprangern.