Analyse der Rimas von Gustavo Adolfo Bécquer

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Themen der Rimas von Bécquer

Laut José Pedro Díaz lassen sich die Themen der Rimas in vier Gruppen unterteilen:

Rimas I – XI: Beobachtungen zur Poesie

In diesen Gedichten beschäftigt sich Bécquer intensiv mit der Poesie selbst. Er zeigt ein ständiges Anliegen, das Wesen der Lyrik zu ergründen, was oft in einer gewissen Schwierigkeit resultiert, das Gefühlte auszudrücken. Poesie wird hier als Qualität des menschlichen Geistes verstanden, die nach einem Ausdruck sucht. Sie erscheint als Adjektiv, identifiziert mit der Natur, dem Geheimnis oder der Liebe. Bécquer beschreibt Poesie als Ergebnis eines Kampfes zwischen Inspiration und Vernunft.

Rimas XII – XXIX: Die Liebe

Hier ist die Liebe positiver besetzt, wenngleich sie oft mit einer gewissen Vagheit verbunden ist. Bécquer beschreibt Frauen als unmögliches Ideal, was zu einer Mischung aus optimistischem Ton und Enttäuschung führt. Teilweise stellt er Frauen als unerreichbare Wesen dar, die für den Dichter schwer zu begreifen sind.

Rimas XXX – LI: Herzschmerz und Natur

Diese Gedichte behandeln den Herzschmerz. Die Natur dient als Rahmen, der die Vergänglichkeit der menschlichen Existenz betont. Bécquer nutzt die Natur oft als Spiegel der Stimmung des Dichters – von wilden, nebligen Landschaften bis hin zu heiteren, ruhigen Szenen.

Rimas LII – LXXXVI: Tod und Traumwelt

Die Themen reichen von Schmerz bis hin zu metaphysischer Angst und Tod. Die Traumwelt verschwimmt mit der Realität und wird zur Quelle des Geheimnisses. Bécquer nutzt den Schlaf, um eine neue Realität zu erfinden, was ihn zu einem Vorläufer der surrealistischen Dichtung macht.

Techniken und Stil der Sprache

Obwohl Bécquer ein emotionaler Dichter war, vernachlässigte er die Form nicht. Er kombinierte Inhalt mit einer scheinbaren Spontaneität.

Metrik

Die Rimas nutzen eine abwechslungsreiche Auswahl an Versmaßen, darunter Achtsilber, Limericks und Assonanzreime. Bécquer legt besonderen Wert auf den inneren Rhythmus durch die Platzierung der Akzente.

Struktur

Die häufigste Struktur ist die symmetrische Anordnung, oft durch parallelistische Gruppen oder bimembre/dreigliedrige Strukturen geprägt.

Sprachliche Gestaltung

Bécquer kämpfte stets darum, das Gefühl in Sprache zu fassen. Er schuf eine neue poetische Sprache durch ein handverlesenes Lexikon und den gezielten Einsatz rhetorischer Mittel.

Wichtige rhetorische Stilmittel

  • Vergleich: „Deine Augen so blau wie das Meer.“
  • Epitheton: Ein Wort, das eine charakteristische Eigenschaft beschreibt (z. B. „Meine Mutter ist sehr kurz“).
  • Hyperbel: Übertreibung (z. B. „Ich werde verhungern“).
  • Hyperbaton: Störung der natürlichen syntaktischen Reihenfolge.
  • Metapher: „Ihr Haar ist goldenes Lachen.“
  • Allegorie: Vermenschlichung von Objekten (z. B. „Die Blume auf der Wiese singt“).
  • Anapher: Wiederholung eines Wortes (z. B. „Sieht sie und sieht so froh“).

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