Analyse: Der gute Mensch von Sezuan von Bertolt Brecht

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Einleitung: Kontext und Thematik

Das 1941 erschienene und 1943 erstmals aufgeführte Schauspiel Der gute Mensch von Sezuan ist eines der bekanntesten Werke Bertolt Brechts (1898–1943), eines der einflussreichsten deutschen Dramatiker des 20. Jahrhunderts, und ein klassisches Beispiel des epischen Theaters. Der Autor thematisiert darin den Konflikt von Moral und Überleben sowie den Versuch, ethische Werte unter allen Umständen aufrechtzuerhalten. Erzählt wird vom Schicksal der gutherzigen Shen Te in der chinesischen Provinz Sezuan, die aufgrund ihrer Lebensverhältnisse gezwungen ist, sich in ihren skrupellosen Cousin Shui Ta zu verwandeln, um ihr Überleben zu sichern.

Charakterisierung der Hauptfiguren

Shen Te

  • Beruf: Prostituierte, später Landbesitzerin.
  • Eigenschaften: Mitleidig, empathisch, optimistisch, hilfsbereit.
  • Wesen: Hat Vertrauen in das Gute im Menschen, ist großzügig, gutmütig, naiv und tugendhaft.

Shui Ta

  • Rolle: Das Alter Ego von Shen Te, Ausbeuter und Kapitalist.
  • Eigenschaften: Böse, bricht Regeln, entscheidet mit Verstand, berechnend, realistisch, kaltherzig, egoistisch.
  • Ziel: Sucht nach Profit und Sicherung der Existenz.

Die Götter

  • Mission: Gute Menschen zu finden.
  • Handlung: Entdeckung der guten Shen Te, schenken ihr Geld.
  • Rolle: Ziehen sich aus dem Geschehen zurück (Beobachter), nutzen Wang als Informanten.
  • Eingreifen: Greifen erst zum Schluss wieder ein, als Shen Te ermordet scheint.
  • Kritik: Erfüllen nicht das Götterbild der Menschen, sind lächerlich-parodistisch dargestellt, machtlos und eine Illusion.

Wang

  • Status: Einer der Ärmsten, Obdachloser.
  • Eigenschaften: Unterwürfig, naiv, gläubig, befreundet mit Shen Te, gutmütig.

Sun

  • Status: Arbeitsloser Flieger.
  • Eigenschaften: Will Shen Te ausnutzen, egoistisch, arrogant, hinterhältig.
  • Motivation: Strebt nach Höherem, verrät seine Arbeitsklasse, handelt kapitalistisch durch Ausbeutung.

Die Armen

  • Verhalten: Egoistisch, nicht solidarisch untereinander.
  • Situation: Kämpfen ums nackte Überleben, haben Angst vor Polizei und Kapitalisten.
  • Status: Ein hoffnungsloses, aussichtsloses und perspektivloses Volk.

Die beiden Alten

  • Handlung: Leihen Shen Te Geld, sind hilfsbereit und solidarisch.
  • Eigenschaften: Mitleidig, geben Ratschläge, empathisch.
  • Bedeutung: Hoffnungsvolles Volk einer utopischen Gesellschaft, verweisen auf eine andere Lebensform.

Handlungsverlauf und Symbolik

Entwicklungen um Shen Te

Shen Te soll einen Witwer heiraten, um finanziell abgesichert zu sein, verliebt sich jedoch in Sun. Als Shui Ta erfährt, dass Sun nur ihr Geld will, beendet Shen Te die Beziehung. Später arrangiert Shui Ta eine Verlobung mit Shu Fu, um das Überleben zu sichern, doch Shen Te geht schließlich wieder zu Sun zurück.

Symbolik des Kindes

Das vorgestellte Bild dient als Symbol für Hoffnung, Freude, Glück und Zukunft. Doch in Verbindung mit dem Kind bedeutet es: Verlust der eigenen Existenz und des Liebesglücks. Es steht für den Ruin und die Unmöglichkeit, gut zu leben. Das Kind wird zum Symbol für eine negative Zukunft, Armut und Perspektivlosigkeit.

Gesellschaftskritik und Zentrale Thesen

Die zentrale These des Werkes ist die Gesellschaftskritik: Die Verhältnisse sind nicht so, wie sie sein sollten. Schuld an den Missständen ist die Spaltung des Volkes und das Proletariat. Es herrscht keine Menschlichkeit, weil die Menschen arm sind; sie handeln unmoralisch, weil sie benachteiligt werden. Brecht erhebt keine Schuldzuweisung gegen die Armen, da ihr Verhalten eine Folge der schlechten Bedingungen des Kapitalismus ist. Er glaubt an das Gute im Menschen, gespiegelt an der Figur der Shen Te.

Merkmale des Epischen Theaters

Das Ziel ist keine Identifikation, sondern Distanzierung sowie kritische Reflexion statt Einfühlung. Das Stück will die Zuschauer zum Nachdenken anregen. Die Zuschauer sollten selbst zu einer Lösung kommen (didaktische Zielsetzung). Der Zuschauer soll in die Lage versetzt werden, die Wirklichkeit zum Positiven zu verändern. Die Illusion des Bühnenerlebnisses wird aufgehoben, um die Aktivität des Zuschauers durch den Verfremdungseffekt anzuregen. Die Kritikfunktion wird anstatt der Unterhaltungsfunktion betont.

Der Verfremdungseffekt (V-Effekt)

  • Szenenüberschriften: Nehmen die Spannung vorweg.
  • Beleuchtungswechsel: Unterbrechung der Handlung zur Distanzierung.
  • Direkte Publikumsansprache: Erklärung der Zusammenhänge.
  • Bühnenbild: Sparsamer Gebrauch von Kulissen.
  • Erzähler: Figur eines kritisch kommentierenden Erzählers.

Zusammenfassender Schluss

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die verschiedenen Motive in dieser Szene auffällig sind. Diese ist daher von Bedeutung, da sie den Lesern und Zuschauern eine Vorahnung auf die spätere Handlung bietet. Dies führt alles dazu, dass die Spannung steigt. Friedrich Schiller verarbeitet hier die Kritik am Adel. Er beschreibt den Hof als unmoralisch und intrigant. Letzteres vertrete ich als Meinung.

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