Analyse der Trajanssäule: Geschichte und Kunst
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Trajanssäule
Hintergrund
Rom, gegründet im Jahr 753 v. Chr., wurde zur Hauptstadt eines mächtigen Imperiums. Seine Ursprünge sind lückenhaft, da sich Geschichte und Legende vermischen; die Gründung wird den Brüdern Romulus und Remus zugeschrieben.
Im Hinblick auf das kaiserliche Rom (31 v. Chr. – 476 n. Chr.) wurde ein neues politisches System mit einem Kaiser an der Spitze geschaffen, da die Unfähigkeit, ein so großes Reich zu regieren, offensichtlich wurde. Das Gebiet wurde in Provinzen aufgeteilt. Doch seit dem 5. Jahrhundert n. Chr. begannen nördliche barbarische Stämme Europas, ihre Gebiete zurückzuerobern, was im Jahr 476 n. Chr. zur Niederlage des römischen Kaisers durch die Ostgoten führte.
Chronologisch betrachtet spricht man von Rom von der Vertreibung der Etrusker im Jahr 509 v. Chr. bis 476 n. Chr. Aus kultureller und künstlerischer Sicht ist es jedoch angemessener, von der römischen Kunst des Kaiserreichs (2. Jahrhundert v. Chr. bis 5. Jahrhundert n. Chr.) zu sprechen, die eine ausgezeichnete spätantike Kunst darstellt, beginnend im späten dritten Jahrhundert v. Chr.
Formale Analyse
Die Marmorsäule des Trajan steht auf einem quadratischen Sockel. Sie besteht aus einem zylindrischen Hauptkörper mit ornamentalen Motiven, einer 29,78 Meter hohen Säule und einem dorischen Kapitell. Darüber befand sich ursprünglich eine Bronzestatue des Trajan, die später durch eine Statue des Heiligen Petrus ersetzt wurde.
Die Säule ist mit einem 200 Meter langen, spiralförmigen Relief verziert, das sich vom Boden nach oben windet. Die 155 Skulpturenszenen verlaufen ohne Unterbrechung und zeigen insgesamt 2500 menschliche Figuren. Kaiser Trajan wird 59 Mal dargestellt, stets realistisch und nicht idealisiert. Die anderen Figuren sind ebenfalls naturalistisch behandelt, da die Bildhauer sorgfältig alle Details beachteten. Es werden metaphorische Darstellungen verwendet, wie die Quellen und die Donau, die als alter Mann dargestellt wird.
Der Bildhauer legte wenig Wert auf die Perspektive; man sieht, dass einige Szenen sich überschneiden und die Figuren unterschiedliche Größen haben. Die Kombination aus vertikalen und diagonalen Linien erzeugt jedoch eine dynamische Szene.
Inhalt und Bedeutung
Das Thema der Trajanssäule ist die Verherrlichung des Sieges von Kaiser Trajan über die Daker. Zu diesem Zweck folgen die ikonografischen Darstellungen den Chroniken des Dazienkrieges.
Auf der fast 200 Meter langen geschnitzten Spirale sind in aufsteigender Reihenfolge die wichtigsten Schlachten und Kriege dargestellt, aber auch verschiedene Momente von politischer Bedeutung. Dies macht die Säule zu einer wertvollen historischen Quelle über die römische Armee.
- Am unteren Ende der Säule befindet sich eine Zelle, in der sich einst eine goldene Urne mit der Asche des Kaisers befand. Nach Dokumentationen aus der Renaissance übergab der Papst diese an eine adlige andalusische Familie, die sie in ihre Heimat Sevilla zurückbrachte.
- Eine Wendeltreppe führt von dieser Kammer zum höchsten Punkt, wo sich die Bronzestatue des römischen Kaisers befand. Diese wurde 1588 auf Befehl von Papst Sixtus V. durch eine Statue des Heiligen Petrus ersetzt.
Solche Denkmäler hatten einen klaren propagandistischen Zweck und waren ein zentrales politisches Element des Römischen Reiches.