Analyse des Villancico: Rhythmus, Form und Instrumentierung bei Juan del Encina

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Musikalische Analyse eines Renaissance-Villancico

Rhythmus und Metrum: Hemiola und 3/4-Takt

Das Stück basiert auf einem ternären Rhythmus im 3/4-Takt. Dieser Rhythmus verleiht ihm den Charakter eines Volkstanzes. Die vorliegende Partitur ist eine Transkriptionsbeschreibung. Im Original verwendete der Komponist wahrscheinlich nur zwei Notenwerte (die Semibrevis und die Brevis), während der Autor der Transkription die Schwarz-Weiß-Notierung nutzte.

Charakteristisch für diese Zeit ist die Verwendung der Hemiola, die eine starke rhythmische Spannung erzeugt. Sie bewirkt den Effekt des Wechsels eines ternären Rhythmus über zwei binäre Takte hinweg. Die Einführung von Taktstrichen war notwendig, um die Notenwerte zu gruppieren und dieses rhythmische Schema aufrechtzuerhalten.

Ein weiteres rhythmisches Verfahren findet sich in den Takten der Schlusskadenz, wo die verschiedenen Stimmen ihr System der Schwarz-Weiß-Form investieren und ein Spiel in der Verteilung der Akzente erzeugen.

Melodische Merkmale und Struktur

Das Lied weist die Merkmale eines Volksliedes auf:

  • Es umfasst einen sehr kleinen Tonumfang.
  • Es verwendet gängige Tonstufen.
  • Die Struktur besteht aus kleinen, sich wiederholenden Mustern.
  • Der Charakter ist modal.

Textur und Stimmführung (Homophonie)

Die Textur verwendet einen vierstimmigen polyphonen Satz, insbesondere Homophonie. Die gesamte melodische Bedeutung wird vom Sopran getragen, während die anderen Stimmen als Begleitung dienen.

Aufführungspraxis und Instrumentierung

Das Werk ist für ein Vokalensemble konzipiert. Die Partitur hat das Aussehen einer Komposition für Stimmen allein, auch wenn bei der Interpretation von Weihnachtsliedern üblicherweise Instrumente zur Verdopplung der Stimmen eingesetzt wurden. Die Chöre sind vierstimmig und werden von Instrumenten begleitet. Diese Chöre wechseln sich mit Couplets ab, in denen nur der Sopran singt, während die anderen Stimmen von Instrumenten ausgeführt werden.

Verwendete Instrumente:

  • Streichinstrumente: Verschiedene Arten von Gamben, gezupfte Gitarre.
  • Holzblasinstrumente: Flöten, Oboen und Fagott.
  • Blechblasinstrumente: Hörner und Posaunen.
  • Schlaginstrumente: Trommel und Tamburin.

Formanalyse: Das Villancico und der Zejel

Die Form ist die eines Villancico Castellano (spanisches Weihnachtslied). Seine Struktur leitet sich vom arabischen Zejel ab, das einen Wechsel von Strophe und Refrain vorsieht. Diese Struktur unterscheidet sich vom Gedicht und wirkt sich nur auf die Musik aus.

Der Refrain (*Estribillo*) ist eine musikalische Wiederholung nach dem Singen der Strophe(n), wobei jedes Mal ein anderes Thema verwendet wird. Die Musik der Strophe ist dem zweiten Teil des Refrains entnommen.

Historischer Kontext

Die Musikrichtung ist die der weltlichen Vokalmusik der Renaissance (15. bis 16. Jahrhundert). Der Autor ist Juan del Encina (vermutlich das Stück Hoy comamos y bebamos).

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