Analyse von 'Der zerbrochene Spiegel' von Mercè Rodoreda

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Symbolik in 'Der zerbrochene Spiegel'

Der zerbrochene Spiegel (Original: Mirall trencat) ist ein Werk voller Symbole. Die meisten von ihnen beziehen sich auf den Lauf der Zeit, den Niedergang der Familie sowie auf Tod und Jugend.

Der Turm und der Garten

Ein klares Beispiel findet sich im Turm: Er verhält sich wie ein lebendes Wesen, das geboren wird, wächst und stirbt. Er symbolisiert das Vergehen der Zeit und das Leben der Erwachsenen, im Gegensatz zum Garten, der das Leben der Kinder repräsentiert. Dieser Garten befindet sich im Turm, wo Kindheit und Jugend wohnten.

Symbole des Todes

  • Der Lorbeer: Symbolisiert den Tod, da dort der Blitz einschlägt und Maria, die Vertreterin der Kindheit, Selbstmord begeht.
  • Der Teich: Das mit Wasser gefüllte Becken symbolisiert ebenfalls den Tod, da dort James ertrank. Wasser ist zudem ein Symbol für die Krankheit von Ramon.

Weitere Symbole

  • Das japanische Kabinett: Ein Möbelstück, das den Verfall und die Zeit darstellt.
  • Der Spiegel: Er ist eine Metapher für die fragmentierte Vision der Charaktere und den Zerfall der Familie durch den Bürgerkrieg.
  • Blumen: Veilchen symbolisieren den Tod des romantischen Charakters; Kirschblüten und Äpfel stehen für spezifische Paarbeziehungen.
  • Die Ratte: Im letzten Kapitel symbolisiert sie das Ende von allem: Familie, Turm und Erinnerungen.

Biografie: Mercè Rodoreda

Mercè Rodoreda wurde am 10. Oktober 1908 in Barcelona (Stadtteil Sant Gervasi) geboren und starb 1983 in Girona. Sie begann ihre Karriere bei angesehenen Zeitungen und veröffentlichte Romane wie Ich bin eine anständige Frau (1932).

Nach ihrem Exil und einer Phase der kreativen Stille in Genf veröffentlichte sie bedeutende Werke wie Garten am Meer, La Plaça del Diamant und Tod und Frühling. Der zerbrochene Spiegel (1974) gilt als ihr stabilstes Werk. Sie verstarb am 13. April 1983 an Krebs.

Handlung des Romans

Der Roman ist in drei Teile gegliedert und erzählt den Aufstieg und Fall der Familie Valldaura-Farriols.

Teil 1: Die Gründung

Teresa und Salvador Goday Valldaura gründen die Familie. Nach Teresas Tod heiratet Salvador erneut. Sie erwerben ein Haus in Sant Gervasi. Ihre Tochter Sofia wächst auf und heiratet Eladi Farriols.

Teil 2: Intimität und Krise

Die Beziehung zwischen Eladi und Sofia zerbricht. Eladi hat eine Affäre, aus der die Tochter Maria hervorgeht. Als die Kinder Ramon und Maria sich näherkommen, ohne ihre Verwandtschaft zu kennen, führt dies zur Katastrophe. Maria begeht Selbstmord.

Teil 3: Der Untergang

Der Bürgerkrieg zwingt die Familie zur Flucht nach Paris. Der Turm verfällt und wird schließlich abgerissen. Das zentrale Thema bleibt der Tod und die Einsamkeit der menschlichen Existenz.

Das Geheimnis und die Familientragödie

Die Enthüllung, dass Maria und Ramon Geschwister sind, löst den endgültigen Verfall der Familie aus. Während Ramon versucht, mit seiner Vergangenheit zu brechen, flüchtet sich Sofia in die Distanz und Eladi in die Literatur. Die Offenbarung des Geheimnisses durch die Erzieherin Rosa markiert den Wendepunkt, der zum Untergang der bürgerlichen Welt der Valldaura führt.

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