Anarchismus und Sozialismus in Spanien: PSOE, UGT und die Schwarze Hand
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Anarchismus und Sozialismus im späten 19. Jahrhundert
7.1 Der unpolitische Anarchismus und direkte Aktion
Im Jahr 1881 änderte die dem Trend von F. R. E. Bakunin folgende Organisation ihren Namen in Föderation der Arbeiter der spanischen Region. Die neue Föderation erhöhte die Zahl ihrer Mitglieder und entwickelte einen aktiven Charakter in den gewerkschaftlichen Forderungen.
Ein Teil des Anarchismus organisierte sich für direkte Aktionen in autonomen revolutionären Gruppen. Ihr Ziel war es, die Säulen des Kapitalismus herauszufordern: den Staat, die Bourgeoisie und die Kirche. Der Anarchismus stand hinter der „Schwarzen Hand“, einer Organisation, der viele Morde, Brandstiftungen von Ernten und Gebäuden zugeschrieben wurden.
Ein entscheidender Moment waren die Prozesse von Montjuïc in Barcelona, bei denen fünf Anarchisten verurteilt und hingerichtet wurden. Die Bewegung sah die soziale Revolution als mittelfristiges Ziel und befürwortete die Notwendigkeit, gewerkschaftliche Organisationen zu schaffen.
7.2 Der Arbeiter-Sozialismus und die Gründung der PSOE
Im Jahr 1876, nach dem Verschwinden der Internationale, beschlossen die Mitglieder, eine politische Partei zu gründen. Eine Gruppe von Arbeitern gründete daraufhin die PSOE (Partido Socialista Obrero Español) in Madrid.
Die Sozialistische Partei definierte sich als marxistisch, war arbeiterorientiert und unterstützte die soziale Revolution. Sie legte auch ein Reformprogramm vor, das folgende Punkte umfasste:
- Das Recht auf Vereinigung, Versammlung und Demonstration.
- Das allgemeine Wahlrecht (Sufragio Universal).
- Die Verkürzung der Arbeitszeit.
- Das Verbot von Kinderarbeit.
- Weitere soziale Maßnahmen.
Im Jahr 1888 wurde die Unión General de Trabajadores (UGT) gegründet, die ihren Mitgliedern Freiheit in der politischen Ausrichtung ließ. Die UGT organisierte Gewerkschaften an jedem Ort und verfolgte stets eine vorsichtige Politik in ihren Forderungen, wobei der Streik, im Gegensatz zum Anarchosyndikalismus, nur als letzte Option betrachtet wurde.
7.3 Reformismus und frühe soziale Gesetzgebung
Im Jahr 1878 wurden die ersten Gesetze verabschiedet, die gefährliche Arbeit für Kinder regelten, die Schaffung von Zufluchtsstätten für Bedürftige und den Bau von Arbeitervierteln förderten.