Anatomie der Rumpfmuskulatur: Brust, Bauch & Becken

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Brustmuskulatur und Atemhilfsmuskulatur

M. pectoralis major (Großer Brustmuskel)

Kann als Hilfsmuskel bei der Atmung wirken.

M. serratus anterior (Vorderer Sägemuskel)

Dieser Muskel liegt zwischen dem Schulterblatt und der Brustwand.

  • Ursprung: Außenfläche der ersten acht Rippen.
  • Ansatz: Medialer Rand des Schulterblatts (Margo medialis scapulae).
  • Funktion: Drehung des Schulterblatts und Unterstützung bei der Inspiration (Einatmung).

Interkostalmuskulatur (Zwischenrippenmuskeln)

Mm. intercostales externi (Äußere Zwischenrippenmuskeln)

Diese 11 Muskelpaare füllen die Zwischenrippenräume vom Rippenhöcker bis zur Knorpel-Rippen-Grenze aus.

Mm. intercostales interni (Innere Zwischenrippenmuskeln)

Sie liegen senkrecht und tiefer als die äußeren Zwischenrippenmuskeln und erstrecken sich vom Brustbein bis zum Rippenwinkel.

Mm. intercostales intimi (Innerste Zwischenrippenmuskeln)

Sie sind der tiefste Teil der Zwischenrippenmuskulatur und ähneln in ihrem Verlauf den inneren Zwischenrippenmuskeln. Alle Zwischenrippenmuskeln sind Atemmuskeln.

Diaphragma (Zwerchfell)

Das Zwerchfell ist ein kuppelförmiger Muskel, der die Brusthöhle (oben, konvex) von der Bauchhöhle (unten, konkav) trennt. Es besitzt eine zentrale, kleeblattförmige Sehnenplatte (Centrum tendineum).

  • Ursprung: Schwertfortsatz (Processus xiphoideus), die Knorpel der letzten sechs Rippen, die letzten vier Rippen und die Lendenwirbel.
  • Ansatz: Centrum tendineum.
  • Funktion: Vergrößert die drei Durchmesser des Brustkorbs, was den Lufteintritt in die Lunge erleichtert.
  • Innervation: N. phrenicus.

Arterien und Venen

Arterien

  • Beginnen in den Herzkammern (Ventrikel) und enden in den Kapillaren.
  • Liegen im Allgemeinen tief im Körper.
  • Enthalten sauerstoffreiches Blut, mit Ausnahme der Lungenarterie (Truncus pulmonalis).
  • Aufgrund ihrer dicken, muskulösen Wand fließt das Blut pulsierend.

Venen

  • Beginnen in den Kapillaren und enden in den Herzvorhöfen (Atrien).
  • Besitzen auf ihrem Weg Venenklappen.
  • Enthalten sauerstoffarmes Blut und Stoffwechselabfallprodukte, mit Ausnahme der Lungenvenen.
  • Aufgrund ihrer dünneren Wand fließt das Blut kontinuierlich.
  • Enthalten ein größeres Blutvolumen als die Arterien und kollabieren, wenn sie kein Blut enthalten.

Die Bauchmuskulatur

M. obliquus externus abdominis

Der äußere schräge Bauchmuskel ist der oberflächlichste Bauchmuskel.

  • Ursprung: Außenfläche der letzten acht Rippen.
  • Ansatz: Beckenkamm (Crista iliaca) und Linea alba (wird durch die Aponeurose der Gegenseite gebildet).
  • Funktion: Beugung und Drehung der Wirbelsäule, Kompression des Bauchraums.

M. obliquus internus abdominis

Der innere schräge Bauchmuskel.

  • Ursprung: Beckenkamm, Leistenband, Fascia thoracolumbalis.
  • Ansatz: Knorpel der letzten drei oder vier Rippen, Linea alba und Schambein.
  • Funktion: Beugung und Drehung der Wirbelsäule, Kompression des Bauchraums.

M. transversus abdominis

Der querverlaufende Bauchmuskel ist der tiefste und hat horizontale Fasern.

  • Ursprung: Knorpel der letzten sechs Rippen, Fascia thoracolumbalis, Beckenkamm und Leistenband.
  • Ansatz: Schwertfortsatz (Processus xiphoideus), Linea alba, Schambein.
  • Funktion: Kompression der Bauchorgane.

M. rectus abdominis

Der gerade Bauchmuskel verläuft beidseits der Linea alba vom Schambein zur vorderen Brustwand und besitzt sehnige Zwischeneinschnitte (Intersectiones tendineae).

  • Ursprung: Schambein.
  • Ansatz: 5., 6. und 7. Rippenknorpel, Schwertfortsatz (Processus xiphoideus).
  • Funktion: Beugung der Lendenwirbelsäule, Anspannen der Bauchdecke.

M. psoas major

Der große Lendenmuskel.

  • Ursprung: Körper der Lendenwirbel.
  • Ansatz: Trochanter minor (kleiner Rollhügel) des Oberschenkelknochens.
  • Funktion: Beugung des Rumpfes und des Oberschenkels.

M. iliacus

Der Darmbeinmuskel.

  • Ursprung: Fossa iliaca (Darmbeingrube).
  • Ansatz: Trochanter minor des Oberschenkelknochens.
  • Funktion: Beugung des Oberschenkels.

Beckenmuskulatur und Leistenkanal

M. levator ani (Afterheber)

  • Ursprung: Schambein, Spina ischiadica und Kreuzbein.
  • Ansatz: Dritter und vierter Kreuzbeinwirbel.
  • Funktion: Stützt die Beckenorgane, hebt den After an und verengt ihn.

Canalis inguinalis (Leistenkanal)

Ein muskulär-faszialer Kanal für den Samenstrang (beim Mann) und das Mutterband (Lig. teres uteri bei der Frau). Er ist ein schräger Durchgang in der unteren vorderen Bauchwand und hat zwei Öffnungen: den inneren Leistenring (Anulus inguinalis profundus) und den äußeren Leistenring (Anulus inguinalis superficialis).

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