Das Ancien Régime und der aufgeklärte Absolutismus

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Unit 1: Das Ancien Régime

Definition und Zeitraum

Ancien Régime (Alte Regelung) war der Name der Ära, der von französischen Revolutionären für die Zeit vor der Revolution von 1789 vergeben wurde. Später verwendeten Historiker diesen Begriff, um die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Merkmale Europas zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert zu beschreiben.

Aufgeklärter Absolutismus

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts versuchten Könige, den Absolutismus mit einigen progressiven Ideen der Aufklärung zu versöhnen. So entstand der aufgeklärte Absolutismus, eine Regierungsform, die im Prinzip mit dem Satz "Alles für das Volk, aber ohne das Volk" beschrieben wird. In ihr konzentrierte der Monarch weiterhin alle Macht auf sich, sah sich jedoch als der erste Diener des Staates an. Er führte bestimmte Reformen durch, um den Fortschritt und das Glück seiner Untertanen zu fördern.

Der aufgeklärte Absolutismus wurde in vielen Staaten etabliert, wie in Frankreich unter Ludwig XV., in Spanien unter Karl III., in Portugal unter Joseph I., in Russland unter Katharina II., in Österreich unter Joseph II. und in Preußen unter Friedrich II. Diese aufgeklärten Monarchen setzten in ihren Ländern verschiedene Reformen um.

Merkmale der Ständegesellschaft

Das Ancien Régime war eine Ständegesellschaft, die durch die Ungleichheit vor dem Gesetz gekennzeichnet war. Sie war in zwei Gruppen oder Stände unterteilt, denen man durch Geburt angehörte:

  • Die privilegierten Stände: Adel und Klerus.
  • Die nicht-privilegierten Stände (Dritter Stand): Bürgertum, Handwerker, Bauern und Randgruppen.

Kritik am Absolutismus

  • Voltaire: Als großer Bewunderer der englischen Institutionen sprach er sich zugunsten einer beschränkten Monarchie aus, welche die Freiheiten der Bürger achtet.
  • Montesquieu: Er argumentierte für die Notwendigkeit der Gewaltenteilung in drei Zweige: die Legislative (Gesetzgebung), die Exekutive (Regierung und Durchsetzung von Gesetzen) und die Judikative (Rechtsprechung).
  • Rousseau: Er erklärte, dass die Souveränität oder die höchste Macht bei den Bürgern bzw. der Nation liegt. Diese übertragen ihre Macht auf Herrscher, deren Handeln sich am Gemeinwohl orientieren und auf gerechten Gesetzen für alle basieren sollte.

Die neue Wirtschaftspolitik

Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Merkantilismus durch neue Wirtschaftstheorien verdrängt, wie die Physiokratie und den wirtschaftlichen Liberalismus.

  • Physiokratie: Befürwortet von François Quesnay, besagt diese Theorie, dass der Boden die wichtigste Quelle des Reichtums eines Landes sei, da er die Rohstoffe für Industrie und Handel liefert. Zudem lehnte sie staatliche Eingriffe ab und verteidigte die wirtschaftliche Freiheit.
  • Wirtschaftlicher Liberalismus: Adam Smith erklärte 1776 in seinem Werk "Der Wohlstand der Nationen", dass die Arbeit der Einwohner die Hauptquelle des Reichtums sei. Individuen werden durch Eigeninteresse angetrieben und sollten ihre Geschäfte frei führen können, ohne dass der Staat eingreift. Der Markt reguliert sich durch die "unsichtbare Hand", welche Preise nach Angebot und Nachfrage zum Wohle der Allgemeinheit festlegt.

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