Ancien Régime, Aufklärung & Wirtschaftsliberalismus: Konzepte

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Das Ancien Régime: Definition und Merkmale

Das Ancien Régime (Alte Regelung) bezeichnet die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Strukturen, die aus dem Zerfall des Feudalismus, der Entwicklung des Kapitalismus und der Entstehung autoritärer Monarchien hervorgingen.

Wesentliche Merkmale des Ancien Régime

  • Überleben der herrschaftlichen Wirtschaft
  • Frühe Entwicklung des kommerziellen Kapitalismus
  • Stagnierende Bevölkerung (pobralcion)
  • Absolutismus
  • Geschichtete Gesellschaft (Ständegesellschaft)

Wirtschaft im Ancien Régime (Kommerzieller Kapitalismus & Merkantilismus)

Der Binnenhandel entwickelte sich aufgrund mangelhafter Verkehrsmittel und geringer Überschüsse sowie fehlender produktiver Spezialisierung nur langsam. Gleichzeitig begann der Kolonialhandel, der die europäische Wirtschaft stimulierte, indem er Rohstoffe lieferte und koloniale Produkte herstellte und vermarktete. Das Finanzwesen entwickelte sich weiter, und neue Kreditregelungen wurden geschaffen, um den Bedürfnissen der Banken gerecht zu werden. Dies ermöglichte die Entwicklung des kommerziellen Kapitalismus.

Schließlich entwickelte sich der Merkantilismus, eine Politik des staatlichen Interventionismus, die auf die Förderung des Handels und die Anhäufung von Edelmetallen wie Gold und Silber abzielte.

Die Aufklärung: Vernunft und Glück der Menschheit

Die Aufklärung war eine Bewegung des 18. Jahrhunderts, die maßgeblich von französischen Denkern geprägt wurde. Die grundlegenden Ideen sind:

  • Der Gebrauch der Vernunft als einziges Mittel zur Erklärung und zum Verständnis der Wirklichkeit.
  • Der Deismus, der die Vorstellung der Existenz Gottes respektiert, aber religiöse Intoleranz und Dogmen ablehnt.
  • Sie strebt nach natürlichen Prinzipien im Gegensatz zu künstlichen gesellschaftlichen Strukturen.
  • Das Hauptziel ist das Erreichen des Glücks der Menschheit.

Kapitalismus und Klassengesellschaft

Der Kapitalismus ist ein Wirtschaftssystem, das auf folgenden Prinzipien basiert:

  • Trennung zwischen Kapital und Arbeit
  • Technologische Erneuerung
  • Reinvestition von Gewinnen
  • Individuelle Verwendung des Bilanzgewinns

Wirtschaftsliberalismus: Die Klassische Schule

Der Wirtschaftsliberalismus ist eine Lehre, die von klassischen Ökonomen wie Adam Smith, David Ricardo und Robert Malthus formuliert wurde.

Adam Smith und das freie Marktsystem

Adam Smith argumentierte, dass die Gesellschaft aus Individuen besteht, nicht aus sozialen Klassen. Der Motor der wirtschaftlichen Tätigkeit ist das persönliche Interesse. Er forderte, dass der Staat nicht in die Wirtschaft eingreifen, sondern protektionistische Barrieren und Monopole beseitigen sollte. Smith verteidigte das Gleichgewicht des Marktes, das durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage bestimmt wird.

David Ricardo und das Eherne Lohngesetz

David Ricardo formulierte das Eherne Lohngesetz. Dieses besagt, dass Löhne tendenziell auf das Existenzminimum sinken, da steigende Löhne zu Bevölkerungswachstum führen, was wiederum die Löhne drückt und die Kaufkraft langfristig begrenzt.

Robert Malthus und das demografische Problem

Robert Malthus warnte vor dem demografischen Problem: Die Bevölkerung wächst schneller als die verfügbaren Ressourcen, was zu sozialem Elend führt.

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