Die Anfänge und Entwicklung der lateinischen Literatur
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Die Geburtsstunde der lateinischen Literatur
Die Geburt der lateinischen Literatur wird in der Regel auf das Jahr 240 v. Chr. datiert. Anlässlich der römischen Spiele dieses Jahres ordnete ein Richter an, dass Livius Andronicus – der erste Autor der lateinischen Literatur, der die Odyssee in Saturniern übersetzte – eine griechische Komödie und Tragödie übersetzen sollte, um sie dem Volk als Schauspiel darzubieten. Die ersten Werke der römischen Literatur und Dramatik waren somit primär Übersetzungen oder Adaptionen griechischer Stücke.
Frühe literarische Werke und Nevio
Zu den ersten bekannten literarischen Werken zählt der Punische Krieg von Nevio, der ebenfalls in Saturniern verfasst wurde und eng mit dem nationalistischen Eifer dieser Zeit in Rom verbunden war.
Die Entwicklung des lateinischen Epos
Die Entdeckung der griechischen Literatur und Mythologie war maßgeblich für die Entwicklung des lateinischen Epos. Nach einer Phase der Übersetzung und Nachahmung im 2. Jahrhundert v. Chr. kam es zu einer Assimilation griechischer Merkmale durch römische Dichter. Diese verließen die traditionellen lateinischen Versmaße (Saturnier) und adaptierten den daktylischen Hexameter, das typische Versmaß des homerischen Epos. Der erste römische Dichter, der dieses Metrum verwendete, war Ennio in seinem historischen Epos Annales.
Innerhalb des epischen Genres neigten die Römer eher zum nationalen Mythos als zur reinen Fiktion. Erst Vergil gelang es, beide Modelle harmonisch zu vereinen.
Ovid
Ovid beherrschte alle poetischen Gattungen mit gleicher Leichtigkeit. Sein wichtigstes Werk sind die Metamorphosen:
- In Anlehnung an die hellenistische und römische Tradition vereint das Werk in fünfzehn Büchern eine Auswahl von Mythen, die durch das Thema der Transformation verbunden sind.
- Über zweihundertfünfzig Geschichten werden hier durch einen gemeinsamen roten Faden verknüpft.
Lucan
Sein bedeutendstes Werk ist die Pharsalia, ein langes Gedicht über den Bürgerkrieg zwischen Caesar und Pompeius. Das Werk ist nach der griechischen Stadt benannt, in der die entscheidende Schlacht stattfand. Das Gedicht würdigt die Figur des Pompeius und kritisiert Caesar, der die Freiheiten Roms beendete.
Die Pharsalia gilt als beste Darstellung des historischen Epos in seiner reinsten Form, da in diesem Werk die Götter nicht in Erscheinung treten.