Ángel González: Leben und Werk

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Ángel González

Ángel González war ein bedeutender Dichter und Literaturprofessor, der zur Generation der 50er gezählt wird. Seine Poesie ist geprägt von Engagement, Humor und einer feinen Ironie. Er wurde in Oviedo geboren; seine Kindheit war überschattet vom Spanischen Bürgerkrieg und dem frühen Tod seines Vaters, als er kaum zwei Jahre alt war.

Er absolvierte ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität von Oviedo und besuchte die Journalistenschule in Madrid. Zudem arbeitete er im Ministerium für öffentliche Arbeiten, wo er als Beamter beurlaubt war. In seinen späteren Jahren unterrichtete er zeitgenössische spanische Literatur an der Universität von Albuquerque (USA) und war Gastprofessor in New Mexico, Utah, Maryland und Texas.

Erste Stufe

Diese Phase beginnt mit der Veröffentlichung von „Áspero mundo“ (1956) und endet mit „Grado elemental“ (1962). In diesem ersten Buch spiegeln sich die Erfahrungen des Spanischen Bürgerkriegs wider, der den Kampf zweier unversöhnlicher Welten darstellt: die der Kindheit und die grausame, harte Realität. Sein Pessimismus zeigt sich in einer tiefen existenziellen Depression. Seitdem wird seine Position gegenüber der Welt klarer und militanter.

Mit dem Werk „Sin esperanza, con convencimiento“ (1961) liefert er eine soziale Analyse der Ursachen der Niederlage und wird eindeutig der sozialen Lyrik zugeordnet. Später verlässt Ángel González diese Haltung zugunsten einer tieferen Auseinandersetzung mit der eigenen Realitätserfahrung, wobei er sich verstärkt auf die Sprache selbst konzentriert. Der Lauf der Zeit, Liebe, Herzschmerz, die Absurdität des Lebens und die Kindheit als verlorenes Paradies stehen im Fokus.

Ein weiteres herausragendes Werk dieser Phase ist „Palabra sobre palabra“ (1965).

Zweite Stufe

Diese Phase reicht von „Breves acotaciones para una biografía“ (1971) bis zu „Prosemas o menos“ (1984). Die Texte zeichnen sich durch Verspieltheit, Ironie und Humor aus, wobei er verstärkt mit semantischen Brüchen, Neologismen und Wortspielen arbeitet.

Dies findet sich in den Werken:

  • „Procedimientos narrativos“ (1972)
  • „Muestra de correcciones y paradojas“ (1976)

Er ist zudem Autor mehrerer Studien über Juan Ramón Jiménez (1973), die Generation von 1927 (1976), Gabriel Celaya (1977) und Antonio Machado (1979).

Dritte Stufe

Diese Phase beginnt mit „Deixis de un fantasma“ (1992) und setzt sich fort mit „Otoños y otras luces“ (2000).

In dieser Zeit beginnt eine pessimistische Meditation, getrieben von der Obsession mit der Zeit und dem Zeugnis der historischen Epoche. Die letzten Gedichte von Ángel González thematisieren das Vergehen der Zeit, den existenziellen Verfall und das Alter.

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