Angststörungen und Depressionen: Klassifikation, Symptome und Behandlung

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Angststörungen und ihre Klassifikation

Angsttypen: Normale Angst, pathologische Angst. Pathologische Angst liegt vor, wenn sie uns nicht nur aktiv einschränkt, sondern uns daran hindert, unsere Angelegenheiten zu regeln und unseren Beruf sowie unseren Alltag beeinträchtigt. Dies stellt eine Pathologie dar.

Formen der Präsentation

  • Angstkrise: Sehr häufig bei Notfällen, sehr scharf und intensiv, tritt in kurzer Zeit auf.
  • Angst-Somatisierung: Angst äußert sich körperlich.

Es gibt Menschen, bei denen Angst zu Stress führt. Angst kann ein Synonym für Ansiedad sein (z.B. Prüfungsangst, Koffein-/Cola-Symptome) oder ein Syndrom/eine Krankheit.

Mechanismen der Angst

Aktivierung, Fluchtreflex, Somatisierung, Antizipation (Sich Sorgen machen, bevor Dinge geschehen, weil man sie sich vorstellt).

Klassifikation nach ICD-10

Angststörungen (Tr. Ansiedad) laut ICD-10 umfassen:

  • Generalisierte Angststörung (TAG)
  • Panikstörung (Tr. Panik)
  • Gemischte Angst-Depressive Störung
  • Phobische Störungen
  • Zwangsstörungen (OCD)
  • Reaktionen auf Stress und Anpassungsstörungen
  • Dissoziative Störungen (Konversionsstörungen)
  • Somatoforme Störungen

Spezifische Angststörungen

Generalisierte Angststörung (TAG)

Gekennzeichnet durch Druck, Sorgen, Konzentrationsschwierigkeiten, Muskelverspannungen, psychomotorische Unruhe, Kopfschmerzen, Unfähigkeit, sich zu entspannen, Tremor, vegetative Hyperaktivität (Schwindel).

Schwindel: Wenn sich physische Dinge um den Patienten bewegen, fühlt er sich unsicher und instabil.

Panikstörung (Tr. Panik)

Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, verrückt zu werden oder bald zu sterben. Symptome: Engegefühl in der Brust, Würgen, Schwindelgefühl, Mundtrockenheit, Hitzewallungen/Kälte, Derealisation, Depersonalisation.

Gemischte Angst-Depressive Störung (Tr. Mixo AD)

Mögliche organische Ursachen:

  • Endokrine Erkrankungen (Schilddrüse, Hypoglykämie)
  • Herzerkrankungen (Arrhythmie, Anämie)
  • Neurologische Erkrankungen (Epilepsie, Multiple Sklerose)
  • Atemwegserkrankungen (Asthma, Emphysem)
  • Andere (HIV, Tumore, Kollagenosen)
  • Iatrogene Ursachen
Phobische Störungen (Tr. Fóbicos)

Agoraphobie, soziale Phobie, spezifische irrationale Phobien. Führt zu Vermeidungsverhalten und hat eine wichtige kulturelle Komponente.

  • Agoraphobie: Angst vor großen, offenen Plätzen, Hallen, Transportmitteln oder öffentlichen Verkehrsmitteln, oft verbunden mit der Angst, allein zu Hause zu sein.
  • Soziale Phobie: Angst vor der Aktivität vor anderen Menschen (Erröten, Schwitzen, Zittern).
  • Spezifische Phobien: Platzangst, einfache Phobien (z.B. Spinnen, Hunde).
Zwangsstörungen (OCD)

Eine der Ursachen für Leiden, die eine einzigartige Behandlung erfordert. Psychochirurgie wird nur in Ausnahmefällen angewendet.

  • Zwangsgedanken (Obsessionen): Wiederkehrende, absurde Ideen, Gedanken oder Bilder (z.B. bezüglich Umweltverschmutzung, Schwangerschaft, religiöse Themen).
  • Zwangshandlungen (Kompulsionen): Wiederkehrende, absurde Verhaltensweisen und Rituale, die aus Angst vor der Nichtdurchführung entstehen.

Unterschied: Kompulsion (Reduzierung von Angst und Unbehagen, Vermeidung) vs. Impulsivität (Gewinnung von Befriedigung).

Reaktionen auf starken Stress (Tr. Adaptación)
  • Akute Belastungsreaktion: Tritt sofort nach einer belastenden Situation auf und klingt meist innerhalb von 8 Stunden ab.
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS): Hält länger an. Merkmale: Flashbacks (der Patient lebt die Bilder und Träume der Situation wieder und versucht, den Zugang zu den Dingen, die daran erinnern, zu vermeiden).
  • Anpassungsstörung (Tr. Adaptación): Schwierigkeiten, sich anzupassen, oft mit depressiven oder ängstlichen Komponenten.

Dissoziative Störungen (Konversionsstörungen)

Treten auf, wenn psychische Auswirkungen so intensiv sind, dass die Psyche sie nicht angemessen verarbeiten kann und anomal reagiert.

  • Dissoziative Amnesie: Sich von der Realität distanzieren, was man nicht akzeptieren will, man vergisst es.
  • Dissoziative Fugue: Reaktion auf schlechte Nachrichten durch die Planung einer organisierten Reise.
  • Dissoziativer Stupor: Keine Reaktion.
  • Weitere: Besessenheit, Trance, dissoziative Bewegungsstörungen, dissoziative Anfälle, dissoziative Betäubung, Multiple Persönlichkeitsstörung.

Somatoforme Störungen (Tr. Somatomorfos)

Erscheinen als körperliche Beschwerden, wobei die Sorge um diese Beschwerden im Vordergrund steht.

Merkmale: Wiederholte körperliche Beschwerden, die nicht durch objektivierbare körperliche Erkrankungen erklärbar sind; wiederholte Arztbesuche; Ablehnung der körperlichen Ursache.

Typen: Somatisierungsstörung, hypochondrische Störung, vegetative somatoforme Dysfunktion, anhaltende somatoforme Schmerzstörung.

Behandlung: Antidepressiva, Anxiolytika.

DEPRESSION

Betrifft 5–11 % der Bevölkerung. Höheres Risiko bei familiärer Vorbelastung. Hohe Suizidalität bei unbehandelter Depression.

Häufiger bei Frauen zwischen 20 und 40 Jahren. Höchste Prävalenz bei getrennten, geschiedenen und ledigen Frauen.

Weitere Risikofaktoren: Frühe elterliche Verluste, Tod der Eltern.

Traurigkeit vs. Depression

Traurigkeit: Eine Emotion (als Reaktion auf gute/schlechte Nachrichten) oder ein Symptom (z.B. bei Kortikosteroid-Einnahme).

Depression: Ein Syndrom/eine Krankheit. Die pathologische Traurigkeit ist ungerechtfertigt, unverhältnismäßig und langanhaltend.

Symptome der Depression

  • Affektiv: Gedrückte Stimmung.
  • Kognitiv: Konzentrationsstörungen.
  • Motorisch: Inhibition.
  • Somatisch: Verminderte Libido.

Faktoren der Depression

  1. Soziale Faktoren: Was um uns herum geschieht, die Umwelt.
  2. Biologische Faktoren.
  3. Psychologische Faktoren.

Klassifikation nach Intensität

  • Endogene Depression: Die schwerste Form, spricht am besten auf Behandlung an.
  • Reaktive Depression: Sozial bedingt.
  • Psychische Depression: Bei Personen, die nicht in der Lage sind, Freude zu empfinden.
Erkennen der Depression

Form: Kommt langsam, ausdruckslos, matt, gehemmt, gestört.

Symptome: Psychomotorische Hemmung/Verlangsamung, Energiemangel und Müdigkeit, Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Angst, Anhedonie (Unfähigkeit, Freude zu empfinden), Schlafstörungen, geringes Selbstwertgefühl, Schuldgefühle, Konzentrationsmangel, Appetitlosigkeit, geringe Libido, Suizidalität.

Besondere Merkmale
  • Unfähigkeit, angenehme Aktivitäten zu genießen, die früher Freude bereiteten.
  • Verlust der emotionalen Reaktivität.
  • Frühes Erwachen am Morgen, morgendliche Verschlechterung der Stimmung.
  • Psychomotorische Verlangsamung.
  • Deutlicher Rückgang von Appetit und Gewicht, starke Libidoreduktion.

Trauer (Duelo)

Wenn der Schmerz über einen Verlust ein normales Merkmal bleibt, handelt es sich nicht um eine Depression.

Phasen der Trauer

  1. Schock und Verleugnung (erster Monat): Unglaube, Suche nach dem Verlorenen, unbewusste Bestrafung, Schuldgefühle, Identifikation mit dem Verlorenen.
  2. Intensive Angst (2–6 Monate): Sozialer Rückzug, Angst, Wut, hohe Verhaltensmuster.
  3. Auflösung (Monat bis Jahr): Rückkehr zu Aktivitäten, Übernahme alter und neuer Rollen, Wiedererlangen des Vergnügens, Suche nach neuen emotionalen Bindungen.

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