Anpassung von Familien an Kinder mit Entwicklungsstörungen

Eingeordnet in Lehre und Ausbildung

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 3,32 KB

1. Beziehungen und Anpassung von Familien mit Entwicklungsstörungen

a) Die Familie als festes Fundament

Die Familie bildet das feste Fundament, um Krisensituationen zu bewältigen. Ist das Paar gut etabliert, führt die Geburt eines behinderten Kindes zu einer größeren Einheit zwischen ihnen; andernfalls kann es zu einem Bruch führen.

b) Die Erwartung des Kindes

Eltern sind auf die Veränderungen vorbereitet, bevor das Kind erwartet wird. Sie benötigen professionelle Unterstützung, um entscheiden zu können, ob sie sich für eine Schwangerschaft oder eine Abtreibung entscheiden.

c) Die Geburt des Kindes: Die Krisenphasen

Die Geburt löst eine Krise aus, die mehrere Phasen durchläuft:

  • Schock: Zusammenbruch der Erwartungen an ein normales Kind, Auftreten von Schuldgefühlen und Angst.
  • Reaktion: Die Situation wird allmählich verstanden, Entscheidungen werden getroffen. Neue Gefühle vermischen sich mit den ersten; professionelle Hilfe wird gesucht.
  • Realität: Die Eltern passen sich an, um das Problem zu bewältigen und die Kindererziehung zu meistern.

d) Die Vorschuljahre

In diesen Jahren zeigen sich Schwierigkeiten beim Erwerb bestimmter sozialer Kompetenzen, Autonomie sowie sprachlicher und sozialer Fähigkeiten. Sorge und Stress entstehen durch die intensive Pflege und die Suche nach Frühförderung.

e) Die Jugendzeit

Es besteht eine Differenz zwischen dem Verlauf des körperlichen Wachstums und der geistigen, emotionalen und sozialen Entwicklung. Zwei große Sorgen der Eltern sind: „Was wird mit meinem Sohn passieren, wenn ich weg bin?“ und „Wie wird er in der Lage sein, zu bleiben?“ (Sicherstellung der Unabhängigkeit/Wohnsituation). Die Jugendlichen beginnen, sich anders auf das andere Geschlecht zu beziehen. Die Behinderung ist offensichtlich, die Unterschiede sind sehr deutlich.

f) Das Erwachsenenleben

Das Kind lebt institutionalisiert oder bei den Eltern, bis diese sterben. Das Unbehagen der Eltern bezüglich der beruflichen Zukunft steigt. Die Verantwortung der Eltern erhöht sich, anstatt dass eine Entlastung eintritt.

g) Mittleres und hohes Alter

Das Kind kann institutionalisiert werden, insbesondere wenn gesundheitliche Probleme auftreten. Die Sorge darüber, wo es wohnen wird, bleibt bestehen.

2. Adaptive Unterschiede in den Reaktionen der Eltern

  • Sie sind empfänglich für soziale und familiäre Unterstützung, da diese die Last der Kindererziehung erleichtert.
  • Sie zeigen häufiger Depressionen.
  • Sie äußern den Bedarf an Unterstützung.
  • Sie benötigen Informationen über die Probleme ihrer Kinder.
  • Besonders in den ersten Monaten fällt es ihnen schwerer, eine Bindung aufzubauen.
  • Wachsende Besorgnis über die Kosten der Kinderbetreuung und deren Bedeutung für die Familie.

Die Geschwister (Brüder und Schwestern)

Die Geschwister übernehmen oft Verantwortung für die Betreuung des behinderten Bruders/der behinderten Schwester. Sie erhalten weniger Aufmerksamkeit von ihren Eltern. Es wird von ihnen erwartet, dass sie stets erfolgreich sind und hohe Standards erfüllen, während der behinderte Bruder/die behinderte Schwester im Mittelpunkt steht.

Verwandte Einträge: