Antiepileptika & Parkinson: Nebenwirkungen und Pflege
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Antiepileptika und Antikonvulsiva: Ziele und Wirkung
Das Ziel von Antiepileptika und Antikonvulsiva ist, die neuronale Aktivität so zu beeinflussen, dass Hyperaktivität verhindert bzw. unterdrückt wird. Diese Substanzen verändern nicht den Verlauf der Krankheit (sie heilen oder stoppen die Erkrankung nicht), sondern behandeln die Symptome (Verminderung oder Unterdrückung der Krampfanfälle), um die Lebensqualität der Patienten zu verbessern und die Wahrscheinlichkeit von Hirnschäden durch Reduktion der Anfälle zu senken.
Probleme und Nebenwirkungen
Probleme der Zusammenarbeit (Nebenwirkungen):
- Unwirksamkeit der Dosis oder des Medikaments: Veränderungen beobachten, die eine Dosisanpassung anzeigen können, z. B. das Auftreten unerwarteter Anfälle oder Absencen.
- Intoxikation: Besonders auf Neurotoxizität überwachen.
- Weitere toxische Effekte: Hepatotoxizität, Hautreaktionen.
- Blutungsneigung: Auf Blutergüsse oder Nasenbluten achten.
- Knochenmarksuppression: Auf Fieber oder ungewöhnliche Infektionen überwachen.
Interventionen und Patientenedukation
Interventionen:
- Der Patient sollte Aktivitäten mit hohem physischem Risiko vermeiden bzw. über die Auswirkungen der Medikamente und deren Einfluss auf die Aktivitäten des täglichen Lebens informiert sein.
- Faktoren, die die Wirksamkeit der Medikamente mindern und Anfälle begünstigen, sollten vermieden werden: starke Sonnenexposition, Alkoholkonsum, Einwirkung flackernden Lichts, Schlafmangel und Störungen der normalen Tagesabläufe.
- Weisen Sie die Person an, Symptome und das Auftreten von Nebenwirkungen zu erkennen und diese dem medizinischen Personal zu melden.
- Führen Sie ein Tagebuch der Symptome, insbesondere in Phasen, wenn das Medikament abgesetzt oder umgestellt wird.
- Die Medikamentendosis ist wie vorgeschrieben einzunehmen. Bei vergessener Dosis: Nehmen Sie die vergessene Dosis so bald wie möglich ein. Verdoppeln Sie nicht die nächste Dosis, da dies zu Toxizität führen kann.
Parkinson: Pathophysiologie und Pflege
Parkinson ist eine degenerative Erkrankung der sogenannten Substantia nigra (nigrostriataler Bahn). Gleichgewicht, Körperhaltung, Muskeltonus und unwillkürliche Muskelbewegungen hängen von der Balance zwischen der Produktion von zwei Substanzen ab: Dopamin (DA, inhibitorisch) und Acetylcholin (exzitatorisch). Das Fehlen bzw. der Verlust der DA-sezernierenden Neurone bewirkt, dass Acetylcholin eine relativ stärkere stimulierende Wirkung entfaltet.
Pflegeinterventionen und Probleme
- Drug-Toxizität: Überwachung und Einschulung der Person zum Erkennen der ersten Symptome einer Vergiftung.
- Hoher Blutdruck: Die Person sollte alle zwei Monate Blutdruckkontrollen durchführen lassen.
- Arrhythmien / Tachykardie: Die Person muss das Gesundheitspersonal informieren, wenn sie Herzklopfen, Schwindel oder Engegefühl in der Brust verspürt.
- Ineffizienz der Dosis: Tritt auf, wenn die Behandlung begonnen wird oder die Dosis angepasst wurde.
- Verwirrtheit und Halluzinationen: Überwachung und Anpassung der Pflegeinterventionen erforderlich.
Pflegemaßnahmen und Gesundheitsbildung
- Für die Mobilisierung ein sicheres Umfeld schaffen.
- Die Person über langsame Lagewechsel aufklären, um orthostatische Hypotonie und Schwindel zu vermeiden.
- Erhöhte Flüssigkeitszufuhr empfehlen.
- Wohnumgebung anpassen, um Stürze zu verhindern (z. B. Teppiche entfernen, Haltegriffe installieren).
- Einsatz von Gehhilfen (Stock oder Gehwagen) einschätzen und ggf. empfehlen.
- Die Person ermutigen, körperliche Aktivität beizubehalten, um Muskelabbau zu verhindern.
On-Off-Phänomen bei Levodopa
Kenntnis des On-Off-Phänomens: Es tritt vor allem bei Menschen auf, die Levodopa erhalten. Es kann zu Phasen mit verbesserter motorischer Leistungsfähigkeit kommen, gefolgt von plötzlichen Verschlechterungen. Dies wird durch Schwankungen des Levodopa-Spiegels verursacht und erhöht das Sturzrisiko.