Antonio Machado: Biografie, Werke und tragisches Exil
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Antonio Machado: Geburt und frühe Jahre in Sevilla
Antonio Machado, geboren am 26. Juli 1875, war das zweite von fünf Geschwistern. Während sein Vater ein Gelehrter der Folklore war, war sein Großvater Professor für Naturwissenschaften an der Universität von Sevilla und trug maßgeblich zum Unterhalt der gesamten Familie bei.
Umzug nach Madrid und Ausbildung (1883)
Im Jahr 1883 zog die Familie nach Madrid, da sein Großvater eine Professur an der Zentraluniversität der Stadt erhielt. Antonio studierte an einer gebührenfreien Hochschule, die von Julián Sanz del Río geleitet wurde – einem Philosophen mit liberalen und fortschrittlichen Ideen in der Bildung. Diese Werte nahm Antonio an und spiegelte sie später in seinen Werken wider.
Studienjahre und literarisches Erwachen
Er blieb bis 1887 in Madrid, begann 1889 mit dem Studium und beendete die höhere Schule erst 1899 im Alter von 24 Jahren. In Madrid nahm er am intellektuellen Austausch und am Bohème-Leben teil und arbeitete für Zeitschriften. Er kam mit dem Modernismo in Kontakt und traf Rubén Darío, den er stets bewunderte. Im Jahr 1903 veröffentlichte er sein erstes Buch: Einsamkeiten (Soledades).
Soria: Professur, Liebe und der frühe Verlust (1907–1912)
Nach erfolgreicher Bewerbung um eine Professur zog Machado 1907 nach Soria. Dort überarbeitete er sein Buch Einsamkeiten, das unter dem neuen Titel Galerien. Andere Gedichte erschien. In Soria lernte er Leonor Izquierdo (15 Jahre alt) kennen, in die er sich trotz des Altersunterschieds verliebte und die er heiratete.
Tragödie und literarischer Durchbruch
Kurz nach der Eheschließung (1912) erkrankte Leonor an Tuberkulose und starb. Kurz bevor dies geschah, veröffentlichte Machado Campos de Castilla. Tief betrübt beschloss Antonio, Soria zu verlassen.
Neue Wege: Jaén, Segovia und die späten Werke
Seine Trauer führte ihn nach Jaén, wo er wieder in seiner Heimat Andalusien war. Er beschrieb sein Land jedoch als „langweilig“.
Die Zeit in Segovia (1919–1932)
Im Jahr 1919 zog er nach Segovia, wo er sich aufgrund des kulturellen Umfelds wohler fühlte. Er widmete sich Buchrezensionen und Essays und trat von der Poesie etwas zurück. 1924 veröffentlichte er Neue Lieder.
Die Muse Guiomar
Er suchte eine Geliebte und fand sie in Pilar de Valderrama, die verheiratet war. Ihre Beziehung wurde durch den Ausbruch des Bürgerkriegs erschwert. Sie wurde zur Muse seiner späteren Werke, bekannt als Guiomar.
Die letzten Jahre: Bürgerkrieg, Exil und Tod (1932–1939)
Bis 1932 blieb er in Segovia, dann zog er nach Madrid. Im selben Jahr veröffentlichte er Krieg, ein Buch mit Gedichten und Prosa.
Flucht und Tod in Frankreich
Krank zog er nach Barcelona und ging von dort im Januar 1939 mit seiner Mutter ins Exil nach Frankreich. Er erreichte Collioure, wo er am 22. Februar starb. In dieser Stadt sind seine sterblichen Überreste bis heute erhalten.