Antonio Machado und die Generation von '27 – Leben, Werk, Stil

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Antonio Machado — Leben

Machado: Leben. Geboren in Sevilla im Jahr 1875. Seine Familie gehörte zu einer gebildeten und liberalen Umgebung. Sie zogen nach Madrid, wo er an der Institución Libre de Enseñanza studierte; diese prägende Institution hinterließ einen tiefen Eindruck auf sein Denken und seine Art zu sein. Es folgte eine Reise nach Paris, wo er Begegnungen mit Persönlichkeiten wie Oscar Wilde und Rubén Darío hatte. Er lebte in Madrid bis 1936. Machado unterstützte die republikanische verfassungsmäßige Regierung. Ab 1936 wurde er nach Valencia evakuiert und dann nach Barcelona. 1939 ging er aus Spanien ins Exil. Er starb in Frankreich im Jahr 1939.

Werdegang und poetische Etappen

Karriere / Poetik.

  1. Erste Etappe: Soledades (1903)

    Er veröffentlichte seinen ersten Gedichtband, "Soledades", im Jahr 1903, unter dem Einfluss des Modernismo. In dieser Phase behandelt er Fragen wie Einsamkeit, Zeit und Liebe.

  2. Zweite Etappe: Campos de Castilla (1912)

    Die kastilische Landschaft beeinflusst seine poetische Vorstellung, und seine Poesie verändert sich. Diese Veränderung mündet in seinem Meisterwerk "Campos de Castilla" (1912), in dem das Interesse an der "wesentlichen Kastilische" und am "ewigen Menschen" deutlich wird.

  3. Dritte Etappe: 1924–1939

    Diese Phase erstreckt sich von 1924 bis zu seinem Tod und umfasst mehrere Werke: "Nuevas canciones" (1924) folgt seiner früheren Produktion und zeigt ein größeres Interesse am Volkstümlichen, was sich auch in metrischen Vereinfachungen und Anleihen an Volksliedformen zeigt. Im Jahr 1936 veröffentlichte er sein Prosawerk "Juan de Mairena", das eine Reihe von Essays über Kultur und Gesellschaft enthält. 1937 erschien "La guerra", das Verse und Prosa umfasst. Zu dieser Zeit verfasste er auch "El crimen fue en Granada. Elegía por la muerte de Federico García Lorca".

Sprache und Stil

Er begann seine literarische Arbeit unter dem Einfluss des Modernismo; seine Dichtung blieb jedoch stets sehr persönlich und eigenständig. Klang und Musikalität der Verse sind nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Ausdruck. Seine wiederkehrenden Themen sind Liebe, Einsamkeit, Zeit, Tod und Erotik — nicht grundsätzlich anders als bei anderen Dichtern ihrer Zeit, doch seine Sprache zeichnet sich durch eine Vorliebe für Einfachheit und Direktheit aus. Das charakteristischste Merkmal ist die formale Verwendung von Symbolen: die Straße und der Fluss symbolisieren das Leben, das Meer symbolisiert den Tod, die Zeit wird durch die Uhr vertreten. Das wichtigste Symbol, der "Schlüssel" zu "Soledades", wird später durch die Stimmung des Werkes identifiziert.

In der Metrik verwendet er unter anderem den Alexandriner, das Zwölfsilbige und das Hexasillabische; Varianz in Versmaß und Reim sorgt für eine besondere Klangfarbe.

Die Generation von '27

Die Generation von 1927 bildet die bedeutendste Gruppe von Dichtern im ersten Drittel des zwanzigsten Jahrhunderts, einer Zeit, die oft als "Silver Age" bezeichnet wird. Zu den Dichtern, die diese Gruppe bildeten, gehören:

  • Pedro Salinas
  • Jorge Guillén
  • Gerardo Diego
  • Dámaso Alonso
  • Vicente Aleixandre
  • Federico García Lorca
  • Rafael Alberti
  • Luis Cernuda
  • Emilio Prados
  • Manuel Altolaguirre

Geburt der Gruppe

Alle diese Dichter waren Studierende und verband ein freundschaftliches Verhältnis, das an der Residencia de Estudiantes begann. Der Name der Gruppe entstand im Zusammenhang mit den Huldigungen an Góngora im Jahr 1927, dem dreihundertsten Todesjahr des Dichters.

Ideen und ästhetische Prägung

Als Einflüsse sind viele Strömungen zu nennen: frühe spanische Poesie, Avantgarde-Bewegungen, alte Balladen, klassische Dichter wie Jorge Manrique, Góngora, Romantiker wie Bécquer und Rosalía de Castro sowie Modernisten wie Rubén Darío und Juan Ramón Jiménez. In ihrer Entwicklung spielten Strömungen wie Ultraísmo, Kreationismus und später der Surrealismus eine Rolle. Ein gemeinsames Ziel der Generation von '27 war es, Sentimentalität zu überwinden und die Emotionen anders, oft kondensierter, in ihren Werken darzustellen. In der Poesie dieser Gruppe sind große Themen: Liebe, Tod, Gerechtigkeit, menschliches Schicksal, Natur, das Streben nach Schönheit und formaler Perfektion.

Federico García Lorca

Sein erstes Werk war ein Buch der Prosa mit dem Titel "Impresiones y paisajes". 1921 erschien ein "Libro de poemas", das den modernistischen Einfluss von Juan Ramón Jiménez zeigt. Die Wahrnehmung der Landschaft durchzieht sein gesamtes Werk bereits in diesen frühen Texten. Er schrieb drei Gedichtbände, die noch zur ersten Etappe zählen: "Canciones", "Poema del cante jondo" und "Seis poemas galegos/Suites" (in verschiedenen Ausgaben erschienen). In diesen Werken treten bereits das Thema des Todes und eine tragische Sicht der Wirklichkeit hervor. 1928 veröffentlichte er das "Romancero gitano", das Volksnähe, gebildete Elemente und eine bildreiche Sprache vereint und eine tragische Sicht der Zigeunertradition vermittelt. Seit der Veröffentlichung dieses Buches leitete er eine neue Richtung seiner Poesie ein, die später in "Poeta en Nueva York" kulminiert.

Rafael Alberti

In Albertis Gedichten lassen sich zwei Linien unterscheiden: eine subjektive, intime und eine politische bzw. auf soziale Fragen gerichtete. Die erste Phase wird gebildet durch "Marinero en tierra", dessen Thema die Nostalgie nach Cádiz und das Meer ist; es folgen Texte wie "La amante" oder Gedichte, in denen Kastilien (inspiriert von einer Reise) und andalusische Motive eine Rolle spielen. Seine Gedichte sind oft kurz, beweglich und musikalisch; er greift metrische Formen der traditionellen kastilischen Lyrik auf. Die zweite Etappe begann mit "Cal y canto", in dem der Einfluss von Góngora deutlich wird. Eines der Gedichte trägt den Titel "Soledad tercera", das an Góngora angelehnt ist und die Fortsetzung dieser dichterischen Auseinandersetzung zu sein scheint.

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