Arbeitsbedingungen im 19. Jahrhundert: Marxismus, Anarchismus und die Erste Internationale

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Lebens- und Arbeitsbedingungen im neunzehnten Jahrhundert

Prekäre Situationen und Ausbeutung

Die Arbeiter sahen sich prekären Situationen gegenüber. Sie erhielten Mindestlöhne, die kaum zum Lebensunterhalt reichten. Die Arbeitszeiten betrugen oft 14 Tage und 16 Stunden unter unmenschlichen Bedingungen. Die Arbeiter konnten jederzeit entlassen werden und mussten große Disziplin wahren. Die Arbeitsbedingungen von Frauen und Kindern waren besonders schlimm; ihre Lebensbedingungen waren unmenschlich.

Der Marxismus: Wissenschaftlicher Sozialismus

Der Marxismus ist ein wissenschaftlicher Sozialismus, der darauf abzielt, die gesamte Gesellschaft zu transformieren. Er basiert auf dem Manifest der Kommunistischen Partei und stützt sich auf drei Hauptachsen:

  • Analyse des Klassenkampfes: Die Geschichte ist stets durch den Kampf zwischen Unterdrückern und Unterdrückten gekennzeichnet.
  • Kritik des Kapitalismus: Der Lohn der Arbeitnehmer ist wesentlich niedriger als der Kapitalertrag (der als Kapitalerträge betrachtet wird).
  • Zukunftsvision: Gründung einer Vereinigung der Arbeiter, die in der Diktatur des Proletariats gipfelt.

Anarchismus: Kritik ohne Autorität

Der Anarchismus kritisiert den Kapitalismus und lehnt jede Form von Autorität ab. Der Hauptvertreter war Bakunin. Ziel war der Kampf aller Unterdrückten gegen Ausbeutung. Die Anarchisten strebten die Zerstörung des Staates an, um eine egalitäre Gesellschaft mit selbstverwalteten Gemeinden zu schaffen. Diese Ideen wurden jedoch nie in die Praxis umgesetzt.

Die Erste Internationale (AIT)

Gründung und Ziele

Die Erste Internationale (AIT) existierte von 1864 bis 1881. Sie vereinte die internationale Arbeiterbewegung. Die Arbeiter verschiedener Länder wurden unter der allgemeinen Beratung von Marx zusammengeführt. Das Ziel war die Durchsetzung des Sozialismus und die Überwindung der Bourgeoisie. Es wurden folgende Punkte vereinbart:

  • Verkürzung der Arbeitszeit.
  • Verbot der Arbeit für Kinder.
  • Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen.
  • Anbindung an die Produktionsmittel.
  • Das Recht auf Streik.

Konflikte und Auflösung

Es kam zu Konfrontationen zwischen Marx und Bakunin, wobei Marx als diktatorisch empfunden wurde. Auf dem Kongress in Den Haag brachen die Konflikte zwischen Marxisten und Bakunisten offen aus, was zur Auflösung der Internationale führte. Moralisch beeinflusste sie jedoch die spätere Gründung der Sozialdemokratischen Parteien.

Die Kommune von Paris

Nach der Niederlage Frankreichs im Krieg gegen Deutschland wurde die neue Regierung von Paris nicht akzeptiert. Das Volk errichtete die Kommune von Paris (eine Regierung mit sozialdemokratischen Ideen). Sie führte Reformen in Bezug auf Eigentum, Gerechtigkeit und soziale Hilfe durch. Der Konflikt zwischen Marxisten und Bakuninisten führte schließlich zur Auflösung der Internationale.

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