Arbeitsmarkt verstehen: Angebot, Nachfrage und Unvollkommenheiten
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Der Arbeitsmarkt: Definitionen und Mechanismen
Die Erwerbsbevölkerung und ihre Komponenten
Die Erwerbsbevölkerung (oder Arbeitskräftepotenzial) umfasst alle Personen, die die rechtlichen Voraussetzungen zur Arbeit erfüllen, tatsächlich arbeiten oder aktiv Arbeit suchen.
- Erwerbstätige: Die Bevölkerung, die tatsächlich arbeitet.
- Arbeitslose: Die Bevölkerung, die arbeitslos ist, aber aktiv Arbeit sucht.
- Inaktive Bevölkerung: Die Bevölkerung, die weder arbeitet noch aktiv Arbeit sucht oder arbeiten kann (z. B. Rentner, Studenten).
Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt
Arbeit wird von Unternehmen und anderen Institutionen nachgefragt. Gleichzeitig wird Arbeit von den Mitgliedern der heimischen Wirtschaft gegen Entgelt angeboten.
Faktoren des Arbeitskräfteangebots
Das Angebot an Arbeitskräften wird hauptsächlich durch folgende Faktoren bestimmt:
- Größe der Bevölkerung: Mit zunehmender Zahl der Bewohner eines Landes steigt auch das potenzielle Arbeitskräfteangebot.
- Erwerbsbeteiligung (Partizipation): Eine höhere Aktivität hat ein größeres Arbeitskräfteangebot. Die Beziehung zwischen der Erwerbsbeteiligung und dem Arbeitskräfteangebot ist direkt. Die Erwerbsquote hängt von Löhnen und Arbeitsbedingungen ab. Beispiel: Manche Menschen sind nicht bereit, für weniger als einen bestimmten Lohn zu arbeiten.
- Lohnniveau: Wenn die Löhne steigen, nimmt die Zahl der Menschen, die bereit sind zu arbeiten, ebenfalls zu. Die Beziehung zwischen Löhnen und Arbeitskräfteangebot ist direkt.
Determinanten der Arbeitskräftenachfrage
Die Nachfrage nach Arbeitskräften hängt ab von:
- Löhne (umgekehrt): Wenn die Löhne sinken, fordern Unternehmen mehr Arbeitnehmer und umgekehrt.
- Arbeitsproduktivität (direkt): Wenn jede Einheit der Arbeit mehr Güter und Dienstleistungen auf den Markt bringt, nimmt die Nachfrage nach diesem Faktor zu.
- Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft (direkt): Wenn das Land oder der relevante Beschäftigungssektor wettbewerbsfähig ist und einen hohen Marktanteil besitzt, wird die Nachfrage höher sein.
Unvollkommenheiten des Arbeitsmarktes
Der Arbeitsmarkt gilt als unvollkommen (mangelhaft), weil:
- Fragmentierung und bilaterales Monopol: Der Markt ist fragmentiert. Es existiert oft ein bilaterales Monopol, da Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände Tarifverträge aushandeln, die sich in den Arbeitsbedingungen widerspiegeln.
- Staatliche Eingriffe: Der Arbeitsmarkt ist nicht frei, da staatliche Eingriffe präsent sind. Ein Beispiel hierfür ist der Mindestlohn, der verhindert, dass Arbeitgeber Löhne unterhalb der festgelegten Grenze zahlen.
- Heterogenität der Arbeit: Der Arbeitsmarkt weist Produktdifferenzierung auf, da die Arbeit selbst heterogen ist (unterschiedliche Qualifikationen und Fähigkeiten).
- Intransparenz: Der Markt ist nicht transparent, da nicht alle Komponenten, Marktbedingungen oder Vertragsbedingungen allen Beteiligten vollständig bekannt sind.