Arbeitsschutz: Unfallverhütung, PSA & Kosten – Praxisleitfaden
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Arbeitsschutz
Arbeitsschutz ist eine Disziplin, die technische, rechtliche, personelle und wirtschaftliche Maßnahmen umfasst, um das Wohlergehen der Menschen und die Sachwerte eines Unternehmens zu sichern. Sie dient der Erkennung und Steuerung von Risiken, die Unfälle verursachen können. Unfälle können verursacht werden durch: Art der Arbeit, Umweltbedingungen, Ausrüstung, Materialien und menschliches Verhalten.
Unfall / Zwischenfall
Unfall: Ein plötzliches und heftiges Ereignis während der Arbeit, das physische Schäden an Personen, Sach- und Werkstoffen sowie eine Unterbrechung des normalen Arbeitsprozesses zur Folge haben kann.
Zwischenfall (Vorfall): Ein unerwünschtes Ereignis, das Sachschaden oder Schäden an Materialien verursachen und den normalen Geschäftsprozess stören kann.
Unfallarten
Betriebsunfall (vor Ort):
Ein Unfall, der während der Arbeitszeit auftritt, während der Arbeitnehmer seine normalen Funktionen ausübt. Dazu gehören Unfälle innerhalb der Anlage und Fahrten auf der Straße im Zusammenhang mit der Arbeit.
Wegeunfall (in itinere):
Ein Unfall, der auf der üblichen Route des Arbeitnehmers zwischen Wohnung und Arbeitsstätte auftritt. Beispiele: a) auf dem offiziellen Weg zur Arbeit; b) bei anderen Tätigkeiten auf dem Weg.
Verletzungen
Psychophysische Schäden, die durch einen Arbeitsunfall verursacht werden, können folgende Folgen haben:
- Tod: Der Unfall hat beim Arbeitnehmer zum Tod geführt.
- Dauerhafte Invalidität: Eine Schädigung, die es unmöglich macht, erneut alle Tätigkeiten desselben Berufs oder Gewerbes auszuüben.
- Dauerhafte teilweise Invalidität: Eine Schädigung, die zu einer bleibenden Leistungseinschränkung für den normalen Beruf führt.
- Vorübergehende Arbeitsunfähigkeit: Eine Schädigung, nach deren Ausheilung der Arbeitnehmer zur regulären Arbeit zurückkehren kann, ohne dauerhafte Folgeerscheinungen.
Krankheit
Berufskrankheit: Eine gesundheitliche Schädigung, die direkt durch die Ausübung eines Berufs oder Gewerbes entsteht. Der pathologische Zustand entwickelt sich in der Regel über die Zeit.
Unfallkosten
Direkte Kosten (versichert): Kosten im Zusammenhang mit Verletzungen und Krankheiten: medizinische Leistungen, Geldleistungen oder Entschädigungen.
Indirekte Kosten (nicht versichert):
- Schäden an Gebäuden, Werkzeugen oder Ausrüstung
- Schäden an Produkten oder Materialien
- Unterbrechung oder Verzögerung der Produktion
- Kosten für die Wiederbeschaffung von Mitarbeitern
- Aufwand, um ausgefallene Produktion wiederherzustellen
- Zeitaufwand für Unfalluntersuchungen
- Miete von Maschinen oder Anlagen
Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Was ist PSA?
Die persönliche Schutzausrüstung (PSA; manchmal auch EPP oder PPA genannt) stellt die letzte Barriere zwischen dem Arbeitnehmer und dem Risiko dar. Sie beseitigt das Risiko nicht, ist aber ein Mittel, um verschiedene Gefährdungen zu kontrollieren. PSA wird erst eingesetzt, nachdem Maßnahmen zur Eliminierung oder Reduzierung des Risikos durch andere zumutbare Maßnahmen geprüft und bewertet wurden.
Warum PSA?
Der Sicherheitsplan zielt darauf ab, Unfallrisiken zu beseitigen oder zu verringern. Dies ist jedoch nicht immer vollständig möglich. Kosten-Nutzen-Analysen können erforderlich sein. PSA ist notwendig, um die Arbeitnehmer zu schützen, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen.
Was schützt PSA?
- Gesichts- und Augenschutz
- Gehörschutz
- Atemschutz
- Schutz für Hände und Arme
- Schutz für Füße und Beine
- Allgemeiner Körperschutz
- Absturzsicherung
Anforderungen an PSA
Alle PSA sollte so konstruiert und nach den geltenden Vorschriften hergestellt sein, dass sie angemessenen Schutz und Komfort bietet und ihre effektive Nutzung gewährleistet wird.