Architektur des 19. Jahrhunderts: Stile und Stadtplanung
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Architektur des 19. Jahrhunderts
Im frühen 19. Jahrhundert war der Neoklassizismus der dominierende Stil. Es wurde jedoch eine Übereinkunft zwischen den Anhängern des Neoklassizismus und der Gotik erzielt: Ersterer wurde für Verwaltungsräume genutzt, Letztere für religiöse Bauten.
Die Neugotik
Mit der Neugotik suchten mystische und romantische Schöpfer ein Ausdrucksmittel für ihre religiösen Gefühle. Spätere Architekten und Historiker, wie Viollet-le-Duc, näherten sich der Gotik mit einem wissenschaftlichen Ansatz. Ein bekanntes Beispiel für diesen Stil ist das britische Parlament in London. Darüber hinaus entstanden weitere Stile, die auf der Gotik basierten, wie neoromanische, neobyzantinische, Neorenaissance- und Neomudéjar-Gebäude.
Eklektizismus
In allen Künsten zeigte sich der Wunsch des Bürgertums, eklektische Formen zu nutzen. Dabei konvergierten diverse Trends und Einflüsse – vom Neoklassizismus über den Barock bis hin zum Rokoko. Dieser Stil wurde insbesondere bei großen städtischen Erweiterungen angewandt, wie etwa beim Ausbau von San Sebastián und Bilbao.
Eisenarchitektur
Die Entwicklung der Industrialisierung führte dazu, dass Eisen häufig in verschiedenen Strukturen und Gebäuden des Jahrhunderts verwendet wurde (Brücken, Bahnsteige, Bahnhöfe etc.). Es wurde zum Symbol der Industriegesellschaft und ermöglichte neue, rationellere Bauweisen.
Die Anfänge des Funktionalismus (Chicagoer Schule)
Die industrielle Dynamik in den USA und das Wachstum der Städte, gepaart mit Erfindungen wie dem Express-Aufzug, führten zur Entstehung der ersten Wolkenkratzer. Parallel dazu entwickelte sich eine Debatte in der Architektur, die bombastische Ornamente ablehnte. So entstand die sogenannte Chicagoer Schule, deren wichtigster Vertreter Louis H. Sullivan war. Da die Hochhäuser die Straßen verdunkelten, wurden Gesetze zur Kontrolle der Gebäudeentwicklung erlassen.
Stadtplanung im 19. Jahrhundert (Haussmann-Plan in Paris)
Die meisten europäischen Städte besaßen eine mittelalterliche Struktur mit engen, unpraktischen Gassen. Nach der bürgerlichen Revolution im 19. Jahrhundert wurde die Notwendigkeit für städtebauliche Reformen deutlich.
- Der Haussmann-Plan: Der Kaiser wollte den Verkehrsfluss verbessern und beauftragte Haussmann damit, breite, geradlinige Boulevards zu schaffen, die verschiedene Stadtteile miteinander verbanden. Zudem wurden Grünflächen angelegt.
- Soziale Auswirkungen: Die neuen Boulevards wurden mit eklektischen Gebäuden gesäumt. Dies führte zur Verdrängung der Arbeiterklasse aus den sanierten Vierteln, da diese sich die neuen Quartiere nicht leisten konnten. Haussmann selbst glaubte, dass die neuen Straßenzüge revolutionäre Bewegungen behindern würden.
In Spanien ist in diesem Kontext der städtebauliche Plan von Barcelona, entworfen von Ildefons Cerdà, hervorzuheben.