Architekturgeschichte: Romanik, Gotik und Renaissance
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Religiöse Architektur: Romanik und Gotik
Raum-zeitliche Einordnung
- Romanik: 10. bis 12. Jahrhundert.
- Gotik: Mitte des 12. bis 15. Jahrhundert.
Historischer Kontext
Die Romanik ist ein Stil, der sich in ganz Europa verbreitete und den religiösen Orden sowie den Wallfahrten entspricht. Sie gehört zum Hochmittelalter, einer Ära, die oft mit Invasionen und Unsicherheit assoziiert wird.
Die Gotik entwickelte sich im Spätmittelalter in Frankreich. Sie entstand in einer Zeit der Danksagung für das Ausbleiben des befürchteten Weltuntergangs und brachte neues Licht in die Architektur.
Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Entwicklung
Während die Decke dekorative und symbolische Funktionen behält, wird das Tympanon in der Gotik Teil des Spitzbogens. Bei den Grundrissen (lateinisches Kreuz) ist die Vierung in der Gotik oft kürzer als in der Romanik. Die Archivolten nutzen nun Spitzbögen, und gotische Bauten gewinnen an Höhe. Während romanische Grundrisse eher geschlossene Strukturen sind, öffnen sich diese in der Gotik. Säulen werden durch Strebebögen und Strebepfeiler unterstützt. Massive Wände und Pfeiler der Romanik verschwinden; stattdessen ermöglichen große Fenster den Einzug von Licht. Das Tonnengewölbe wird durch das Kreuzrippengewölbe und den Spitzbogen ersetzt. In der Gotik weicht die Wandmalerei den Glasfenstern, was zu mehr Licht und Spiritualität führt. Es entwickeln sich komplexe Säulen und Pfeiler. Die Rosette und die Fiale (Spitze) erscheinen, während die Emporen (Tribünen) in gotischen Bauten variieren. Skulpturen werden realistischer und menschlicher, und die Anzahl der begleitenden Dienste (Rippen) an den Säulen nimmt zu.
Renaissance-Architektur in Florenz und Rom
Raum-zeitliche Einordnung
Zwischen dem 15. Jahrhundert (Quattrocento) und dem 16. Jahrhundert (Cinquecento).
Allgemeine Merkmale
In der italienischen Renaissance gibt es zwei Hauptphasen. Ihr Ursprung liegt im Florenz des Quattrocento. Florentiner Architekten begannen die neue Bewegung. Dieser Stil ist keine bloße Sammlung klassisch griechisch-lateinischer Modelle, sondern basiert auf der direkten Sichtweise, von der sich Künstler inspirieren ließen. Die Medici dienten als wichtigste Mäzene für die Künstler dieser Zeit.
Die Architektur folgt der Tradition der klassischen Ordnungen, wobei die korinthische Ordnung wegen ihres dekorativen Reichtums bevorzugt wird. Glatte Säulenschäfte oder Pilaster ersetzen balustrierte Formen. Gotische Pfeiler weichen dem Rundbogen. Neben dem lateinischen Kreuz verbreitet sich der Zentralbau (griechisches Kreuz oder Basilika-Formen). Am häufigsten werden Tonnengewölbe und Kassettendecken aus Holz verwendet; der größte Beitrag ist jedoch die Nutzung der Kuppel.
Wichtige Architekten: Brunelleschi (Ospedale degli Innocenti) und Alberti (Palazzo Rucellai).
Das Cinquecento (Hochrenaissance)
Das Cinquecento hat seinen Ursprung in Rom und zeichnet sich durch Massenwirkung und Monumentalität der Baulinien aus, welche die reiche Dekoration des vorigen Jahrhunderts ablösen. Die Päpste sind die großen Förderer dieser Zeit. Die bedeutendsten Künstler dieser Ära sind Bramante (Santa Maria delle Grazie), Michelangelo (St. Peter in Rom) und Barozzi da Vignola (Il Gesù).